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Magdeburger Neurowissenschaftler koordinieren europaweites Ausbildungsnetzwerk

16.01.2012 - (idw) Institut für Neurobiologie

Was haben Alzheimer, Schizophrenie, Parkinson oder Epilepsie gemeinsam? Es handelt sich dabei um schwerwiegende Erkrankungen des Gehirns, die unterschiedliche molekulare Ursachen in den Nervenzellen haben. Um sie besser behandeln zu können, werden nicht nur fundiertes medizinisches Wissen und klinische Erfahrung benötigt sondern auch möglichst gute Kenntnisse in der Molekular- und Zellbiologie des Gehirns. Das LIN Magdeburg will dazu beitragen, interdisziplinäre Spezialisten für Neuroplastizität auszubilden. Neuroplastizität ist die erstaunliche Fähigkeit von Nervenzellen, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen und trotz Störfaktoren korrekte Informationsweiterleitung zu leisten. Sie stellt einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis und zur Therapie-Entwicklung für Erkrankungen des Gehirns dar.
Seit dem 1. Januar 2012 ist das Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg (LIN) Koordinator eines großen europäischen Marie-Curie-Netzwerkprojektes mit dem Titel NPlast - A neuroscience school that aims to preserve and restore neuroplasticity in brain disorders. Dieses Netzwerkprojekt, das von der Europäischen Kommission im 7. Rahmenprogramm mit insgesamt 4 Mio Euro gefördert wird (1,2 Mio davon gehen an das LIN), ist ein Initial Training Network, das auf internationaler Ebene die wissenschaftliche Ausbildung besonders qualifizierter junger Forscherinnen und Forscher unterstützt.
Insgesamt 15 Doktoranden und junge Postdocs erhalten an sieben führenden Forschungsinstituten und vier industriellen Einrichtungen in Frankreich, der Schweiz, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland ein strukturiertes Trainingsprogramm auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. Inhalt des NPlast-Netzwerks ist die Erforschung von neuronalen und synaptischen Plastizitätsmechanismen mit dem Ziel, die Entwicklung von neurodegenerativen und neuropsychiatrischen Erkrankungen wie z.B. der Alzheimerschen Erkrankung, Schizophrenie oder Epilepsie, besser zu verstehen und letztlich zu verhindern. Dabei kommt es auf eine möglichst breit gefächerte Ausbildung der Jungwissenschaftler in verschiedenen Disziplinen und neuesten wissenschaftlichen Technologien und Methoden an.
Das NPlast-Netzwerkprojekt wird insgesamt für vier Jahre gefördert. Es handelt sich um eine europäische Elite-Förderung mit einer Bewilligungsquote von weniger als 8%, bei der sich das LIN unter Federführung von Michael Kreutz in einem hochkompetetiven Wettbewerb durchsetzen konnte. Michael Kreutz ist Leiter der Forschergruppe Neuroplastizität am LIN und wird dieses Netzwerk koordinieren. Die Förderung des Projektes durch die EU ist für das Institut eine besondere Auszeichnung und dokumentiert die wissenschaftliche Exzellenz der beteiligten Gruppen. Am LIN sind neben der Forschergruppe Neuroplastizität auch die Arbeitsgruppen von Anna Fejtova, Renato Frischknecht, Eckart Gundelfinger, Martin Heine und Klaus Reymann an diesem Projekt beteiligt. Durch die Vernetzung des LIN mit anderen führenden Forschungseinrichtungen in Europa wird der Neurostandort Magdeburg weiter ausgebaut. (mehr Informationen unter http://www.nplast.de)
Das Leibniz-Institut für Neurobiologie ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung. Es hat ca. 180 Mitarbeiter und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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