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Deutsche Krebshilfe auf Fachsymposium "Palliativmedizin"

27.09.2003 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Bonn (nh) - Heute, am 26. September 2003, beginnt das internationale Fachsymposium "Palliativmedizin - Verknüpfung von Körper und Geist" in der Universität Bonn. Zu der zweitätigen Veranstaltung werden mehr als 700 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet. In Vorträgen und Workshops wird ein breites Themenspektrum behandelt, das von neuen Schmerzmedikamenten und gentechnischen Behandlungsmöglichkeiten bis hin zu spirituellen und ethischen Fragestellungen reicht. Auch die Deutsche Krebshilfe, die sich seit vielen Jahren für die Etablierung der Palliativmedizin in Deutschland einsetzt, ist auf dem Symposium vertreten.

"Die Palliativmedizin ist ein Fachgebiet, das noch viel zu sehr im Schatten der etablierten Disziplinen steht", konstatierte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. "Dieser Missstand besteht nicht nur bei der medizinischen Versorgung schwerstkranker Menschen. Auch in der Aus- und Weiterbildung gibt es noch viel zu verbessern." Zwar ist die Palliativmedizin mit der jüngsten Reform des Medizinstudiums in die Approbationsordnung für Ärzte aufgenommen worden. Da diesem Fachgebiet jedoch bislang die Anerkennung als Pflicht- beziehungsweise Wahlfach versagt blieb, hängt es noch immer von den einzelnen medizinischen Fakultäten ab, ob palliativmedizinische Inhalte auch prüfungsrelevant sind.

"Wir begrüßen, dass die Palliativmedizin seit dem letzten Deutschen Ärztetag auch in der so genannten Muster-Weiterbildungsordnung festgeschrieben wurde", so Nettekoven. Die Weiterbildungsordnung regelt die Spezialisierung der Ärzte nach dem Medizinstudium. Nach mehrjähriger Berufstätigkeit und Abschluss einer Prüfung sind die Mediziner dann berechtigt, sich zum Beispiel Facharzt für Augenheilkunde, Hautarzt oder Urologe zu nennen. Die Bezeichnung "Arzt für Palliativmedizin" ist jedoch immer noch Theorie, denn die praktische Umsetzung ist Ländersache. Bis es in den einzelnen Bundesländern eine entsprechende Weiterbildungsordnung gibt, müssen interessierte Ärzte auf die angebotenen Fortbildungskurse zurückgreifen.

Einer der wenigen Anbieter für Weiterbildung in der Palliativmedizin ist die Dr. Mildred Scheel Akademie. Die Fortbildungsstätte wurde 1992 von der Deutschen Krebshilfe gegründet und ist im Mildred Scheel Haus in Köln beheimatet. In Köln eröffnete die Deutsche Krebshilfe 1983 auch die erste Palliativstation Deutschlands.

Das Programm der Akademie richtet sich an Ärzte, Pflegepersonal, Sozialarbeiter, Psychologen, aber auch an Betroffene und interessierte Bürger. Basiskurse der Akademie lassen sich auf eine Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung "Palliativmedizin" anrechnen. Drei Mal im Jahr organisiert die Akademie in enger Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin das Forum Palliativmedizin. Hier können alle Berufsgruppen, die an Hospiz- und Palliativmedizin interessiert sind, aktuelle Themen aus dem gesamten Spektrum dieses multidisziplinären Arbeitsbereiches diskutieren.

Darüber hinaus kooperiert die Deutsche Krebshilfe mit Fort- und Weiterbildungseinrichtungen in Bonn, München und Dresden, die auf die Palliativmedizin und Hospizarbeit ausgerichtet sind. Das Programm der Dr. Mildred Scheel Akademie erhalten Sie im Internet unter www.mildred-scheel-akademie.de oder unter der Telefonnummer (02 21) 94 40 490.

Auf dem palliativmedizinischen Fachsymposium in Bonn wird es in Vorträgen und Workshops immer um beides gehen: um Körper und Geist, um Forschung und ethisch-philosophische Fragen, um Fachlichkeit und Spiritualität. Ausrichter sind das Zentrum für Palliativmedizin im Malteser Krankenhaus Bonn-Hardtberg, die Rheinische Friedrich-Wilhems-Universität Bonn sowie die Ansprechstelle im Land NRW zur Pflege Sterbender, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung (ALPHA).


Informationen zur Palliativmedizin
Trotz aller Fortschritte in der Tumorbehandlung sterben jährlich mehr als 210.000 Menschen an ihrer Krebserkrankung. In diesen Fällen kommt der palliativen Therapie eine besondere Bedeutung zu. Das Ziel der Palliativmedizin ist es, durch eine umfassende Betreuung des Patienten seine Lebensqualität bis zuletzt zu erhalten. Die Deutsche Krebshilfe ist Wegbereiterin der Palliativmedizin in Deutschland. Sie begann bereits 1983 mit der Einrichtung und Förderung von Palliativstationen im gesamten Bundesgebiet. 1992 wurde in Köln das Dr. Mildred-Scheel-Haus eröffnet, das neben einer 15-Betten-Palliativstation und einem Hausbetreuungsdienst auch eine Akademie für die Fort- und Weiterbildung unterhält. Insgesamt hat die Deutsche Krebshilfe bisher mehr als 38 Millionen Euro für den Bereich Palliativmedizin bereit gestellt.

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