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Herzinsuffizienz maßgeschneidert behandeln Personalisierte Medizin hilft Herzkranken

07.02.2012 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

Berlin Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Herzinsuffizienz einer Schwäche des Herzmuskels. Das Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter an: Mehr als zwei Prozent der über 65-Jährigen sind davon betroffen. Da die Bevölkerung hierzulande immer älter wird, wächst die Zahl der Betroffenen. Wie sich schwerwiegende Ursachen wie etwa ein Herzinfarkt und Komplikationen wie zum Beispiel ein Schlaganfall vermeiden lassen, und wie die personalisierte Medizin dabei zukünftig helfen könnte, diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) im Rahmen einer Pressekonferenz am 9. Februar 2012 in Berlin. Eine Herzinsuffizienz hat zur Folge, dass das Herz nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpt. Gewebe und Organe können dann unterversorgt sein. Betroffene fühlen sich rasch erschöpft, sind kurzatmig, bis hin zur Atemnot. Mitunter zeigen sich an Füßen und Knöcheln Schwellungen, sogenannte Ödeme. Ursache einer Herzinsuffizienz können Herz-Kreislauf-Störungen sein, bedingt etwa durch Herzkranzgefäß-, Bluthochdruck-, Herzklappen- oder Herzmuskelerkrankungen.

Trotz neuester Diagnostik und Therapien sterben auch heute noch viele Menschen an den Folgen einer Herzinsuffizienz. Die Tatsache, dass zum Beispiel genetische Veränderungen zwischen Männern und Frauen vorliegen, oder genetische Veränderungen im Alter auftreten, wird heute bei der Therapie der Herzinsuffizienz nicht spezifisch ins Kalkül gezogen, sagt Professor Dr. med. Heinz-Peter Schultheiss, Ärztlicher Leiter des Centrum für Herz-, Kreislauf- und Gefäßmedizin und Direktor der Medizinischen Klinik IIKardiologie und Pulmologie am Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin, Berlin. Hinzu komme eine Vielzahl von Begleiterkrankungen wie Diabetes Typ I und II , Bluthochdruck, Übergewicht, Entzündung und Infektionen, die den Verlauf der Erkrankung erheblich beeinflussen. Diese Besonderheiten müssen individuell berücksichtigt werden, so Schultheiss. Dadurch bedingt reagierten Patienten sehr unterschiedlich auf die derzeit üblichen Behandlungsverfahren.

Wie sich mittels personalisierter Medizin ein Weg für zukünftige Therapien finden lässt, um die Prognose der Patienten weiter zu verbessern, ist Thema der Pressekonferenz der DGIM. Ebenfalls auf der Agenda steht die Frage nach Lösungen für Millionen Menschen, die von Adipositas und Diabetes betroffen sind. Hierbei liegt ein Fokus auf den erblich bedingten Anteilen dieser beiden großen Volkskrankheiten. Außerdem geht es um Therapien gegen seltene Tumoren in Magen und Darm. Darüber hinaus gibt die Pressekonferenz einen Ausblick auf die Hauptthemen des bevorstehenden 118. Internistenkongresses vom 14. bis 17. April 2012 in Wiesbaden.

Personalisierte Medizin beruht auf dem Zusammenspiel von Diagnostik und Therapie basierend auf Merkmalen der Patienten auf genetischer, molekularer und zellulärer Ebene. Ziel muss es sein, durch patientenspezifische Diagnostik eine Therapie zu finden, die mit wenig Nebenwirkungen bei guter Wirksamkeit langfristig zu optimalen Ergebnissen führt und eventuell auch Kosteneinsparungen bedingt.

Kontakt für Journalisten:
DGIM Pressestelle

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