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Jetzt Beziehungen zu den zukünftigen EU-Nachbarn vertiefen!

01.10.2003 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Politikwissenschaftler der Universität Jena helfen neuen Studiengang an der Universität Kaliningrad aufbauen

Jena (30.09.03) Mit der EU-Osterweiterung um die baltischen Staaten und Polen wird das Gebiet um Kaliningrad (ehemals Königsberg) ab Mai 2004 zur Enklave. Diese spezielle "Außenseiter"-Position könnte sich für das von Europa eingekreiste Gebiet Russlands jedoch auch als Chance erweisen. Als Handelszentrum mit Zugang zur Ostsee könnte Kaliningrad eine wichtige Rolle in den Außenhandelsbeziehungen zwischen Europa und Russland zukommen. Außerdem dürfte hier der Einfluss der EU auf die russische Bevölkerung besonders stark wirken. Um darauf auch wissenschaftlich fundiert vorbereitet zu sein, baut die Kaliningrader Universität mit Hilfe des Lehrstuhls für Außenpolitik und internationale Beziehungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena den neuen Studiengang "Internationale Beziehungen/Europäische Studien" auf. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert im Rahmen des Alexander-Herzen-Programms ab 2004 mit 27.550 Euro das neue Kooperationsvorhaben zwischen der Universität Jena und der Staatlichen Universität Kaliningrad.

"Die Tatsache, dass die Bundesregierung in dieses Vorhaben investiert, zeigt, welche Bedeutung sie dem frühzeitigen Aufbau von Partnerschaften mit dem Nachbarn der erweiterten EU beimisst", sagt Prof. Dr. Helmut Hubel. Der Inhaber des beteiligten Jenaer Lehrstuhls hat das Projekt konzipiert, um zur "Europäisierung" Kaliningrads beizutragen. "Hier soll gezielt der wissenschaftliche Nachwuchs auf die neue Situation vorbereitet werden." Dazu sollen Wissenschaftler, akademischer Nachwuchs und Studierende die jeweils andere Universität für Vorträge, Seminare bzw. Studienaufenthalte besuchen. Unterstützt durch Sachmittel (Bücher, Bürogeräte etc.), soll ein Curriculum zur Ausweitung des Lehrangebots in Kaliningrad erarbeitet werden. Die deutschen und russischen Wissenschaftler bzw. Nachwuchswissenschaftler sollen die Aufenthalte im jeweils anderen Land auch für einschlägige Forschungsarbeiten nutzen.

Mit dieser Förderung findet die Forschungs- und Kooperationstätigkeit an Hubels Lehrstuhl für Außenpolitik und Internationale Beziehungen Anerkennung, der sich in den vergangenen Jahren u. a. mit den Folgen der EU-Osterweiterung und den Beziehungen zu Russland befasst hat. Im Jahr 2002 hatte der Politikwissenschaftler von der Uni Jena unter Mitarbeit von Aino Bannwart und Stefan Gänzle den Sammelband "EU Enlargement and Beyond: The Baltic States and Russia" publiziert, der im Berlin-Verlag erschienen ist.

Kontakt:
Prof. Dr. Helmut Hubel
Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945410, Fax: 03641 / 945412
E-Mail: Helmut.Hubel@uni-jena.de
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