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Stiftungsprofessur für Pharmazeutische Biotchnologie an der Universität des Saarlandes

01.10.2003 - (idw) Universität des Saarlandes

Gemeinsame Presseerklärung von
GEBIOTEC
Universität des Saarlandes
Ministerium für Wirtschaft

Dank des gemeinsamen Engagements von Land, saarländischen Unternehmen und der Universität des Saarlandes nimmt das Stiftungsinstitut "Pharmazeutische Biotechnologie" der Universität des Saarlandes jetzt konkrete Gestalt an. Am 1. Oktober beginnt Professor Dr. Rolf Müller mit seiner Aufbauarbeit. Zur Finanzierung des Stiftungslehrstuhls stellen Wirtschaft und Landesregierung für die kommenden fünf Jahre 3,6 Millionen Euro zur Verfügung, bevor die Professur dann von der Universität getragen wird. Prof. Müller ist ein in der Pharmazeutischen Biotechnologie exzellent ausgewiesener Forscher, der in mehreren Kooperationsprojekten unter Beweis gestellt hat, dass er größere Forschergruppen erfolgreich managen kann. Im Oktober dieses Jahres wird er von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn den begehrten BioFuture-Preis verliehen bekommen, womit für die Arbeit des neuen Universitätsinstituts für die nächsten Jahre noch zusätzliche Forschungsmittel zur Verfügung stehen werden.

"Das neue Institut zeigt unser Engagement für die Zukunft eines wettbewerbsfähigen Biotechnologiestandortes Saarland", betonte Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi bei einer Pressekonferenz am Dienstag (30.9.2003) in der IHK Saarland. Als Private-Public-Partnership-Projekt wird das Stiftungsinstitut für pharmazeutische Biotechnologie je zur Hälfte aus Privatisierungserlösen der Landesregierung und von der saarländischen Wirtschaft finanziert.
Georgi betonte, Wirtschaft und Landesregierung seien sich einig, dass mit der Biotechnologie große Chancen für das Saarland verbunden seien. "Das Stiftungsinstitut wird eine Plattform für Innovationen und für Technologietransfer in saarländische Unternehmen sein." Neue Unternehmensgründungen könnten so stimuliert und moderne, innovative Arbeitsplätze geschaffen werden. Ziel sei, langfristig und nachhaltig die Entwicklungskompetenz mit den Potenzialen der produzierenden Wirtschaft zusammenzuführen. Das Institut erhöhe die Chancen des Saarlandes, einen national und international anerkannten Standort im Zukunftssektor Biotechnologie auszubauen.

Aus der Sicht von Wissenschaftsminister Schreier sind Stiftungsinitiativen dieser Art als strategische Partnerschaften bestens geeignet, in heiß umkämpften hoch innovativen Märkten eigene Positionen aufzubauen und zu halten.

Als Plattform für Informationsaustausch und Technologietransfer zwischen der biotechnologischen Forschung im Saarland und der Wirtschaft fungiert die GEBIOTEC (Gesellschaft zur Förderung der pharmazeutischen Biotechnologie im Saarland). "Mit der Förderung des neuen Forschungsinstituts", so der Vorsitzende der GEBIOTEC, IHK-Vizepräsident Rolf Schneider, "wollen wir dazu beitragen, die Biotechnologie im Saarland auszubauen. Die pharmazeutische Biotechnologie zählt nach unserer Einschätzung zu den zukunftsträchtigen Nischen in diesem Bereich. Konkret erhoffen wir uns Impulse für den Strukturwandel im Saarland - sei es durch spin offs aus den Instituten, sei es durch die Stimulierung bestehender Unternehmen."

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel hob hervor: "Arzneimittel biotechnologischer Herkunft wird eine große Zukunft vorausgesagt. Umso mehr freue ich mich, dass wir unsere für exzellente Forschung und Lehre bekannte Pharmazie mit Unterstützung der Wirtschaft sowie der Landesregierung um ein Stiftungsinstitut für Pharmazeutische Biotechnologie erweitern können. Dabei ergeben sich Möglichkeiten der Kooperation mit den anderen biowissenschaftlichen Einrichtungen unserer Universität, etwa der Bioinformatik und dem Zentrum für Human- und Molekularbiologie. Mit dem Institut von Professor Dr. Rolf Müller wird unser gesamter biowissenschaftlicher Schwerpunkt gestärkt und außerdem ein Beitrag geleistet, dass Forschung rasch zu am Markt verwertbaren Produkten führen kann. Für die Starthilfe hierzu möchte ich der GEBIOTEC und dem Land ganz herzlich danken."

In der pharmazeutischen Biotechnologie geht es darum, Arzneimittel auf der Basis großer Moleküle herzustellen. Dies erfordert Methoden der molekularen Biotechnologie, die im Stiftungsinstitut entwickelt und angewandt werden sollen. Biopharmazeutika können Krankheiten kausal heilen, während die meisten kleinen Moleküle nur die Symptome lindern. In der Fachwelt besteht Konsens darin, dass die wirtschaftliche und medizinische Bedeutung der Biopharmazeutika gegenüber konventionellen Pharmazeutika in Zukunft stark zunehmen wird.

An der Gemeinschaftsinitiative der Saarwirtschaft beteiligen sich als Stifter neben der IHK Saarland insbesondere der Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes, der Sparkassen- und Giroverband Saar, der Saarländische Genossenschaftsverband, der Stiftungsfonds der Deutsche Bank AG, die Karlsberg Brauerei, Ursapharm Arzneimittel GmbH & Co. KG und RAG Saarberg.


Zum Werdegang von Prof. Dr. Rolf Müller:
Nach dem Studium der Pharmazie (1986 - 1990), der Approbation als Apotheker (1991) und der Promotion (1994) in Bonn folgten Tätigkeiten als Postdoktorand am Institut für Pharmazeutische Biologie in Bonn (1995) und als DFG-Forschungsstipendiat am Department of Chemistry der University of Washington in Seattle (1996 -1997). Nach seiner Rückkehr nach Deutschland Anfang 1998 leitete er in Braunschweig eine Nachwuchsgruppe der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung und war zeitgleich Wissenschaftlicher Assistent der Pharmazeutischen Biologie der TU Braunschweig, wo im Jahr 2000 die Habilitation erfolgte. Die Universität des Saarlandes konnte Professor Müller gewinnen, nachdem er zuvor Rufe an die Universitäten Greifswald und Halle-Wittenberg abgelehnt hatte.

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