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Universität zu Köln auf der Biotechnica 2003

02.10.2003 - (idw) Universität zu Köln

Mit zwei Exponaten wird die Universität zu Köln auf der Biotechnica 2003 in Hannover vom 7. bis 9. Oktober vertreten sein. Auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland Nordrhein-Westfalen" in Halle 2, Stand G 3 werden folgende Kölner Projekte vorgestellt:

152 /2003 (Forsch-Land)

Biotechnica 2003
Universität zu Köln mit zwei Exponaten vertreten

Mit zwei Exponaten wird die Universität zu Köln auf der Biotechnica 2003 in Hannover vom 7. bis 9. Oktober vertreten sein. Auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland Nordrhein-Westfalen" in Halle 2, Stand G 3 werden folgende Kölner Projekte vorgestellt:

1) Proteolyseresistenter VEGF165 zur Therapie chronischer Wundheilungsstörungen
(Klinik für Dermatologie und Venerologie)

Die Ursache chronischer Wundheilungsstörungen ist unklar. Experimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass das zeitlich und räumlich aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von stimulierenden und gleichzeitig inhibierenden Angiogenesefaktoren den regelhaften Verlauf der Wundheilung bestimmt. Eine Störung der Neovaskularisation führt zu einer verminderten Ausbildung des Granulationsgewebes mit der Folge chronischer Wundheilungsstörungen. Wir untersuchten die Rolle des "Vascular Endothelial Growth Factor" (VEGF), einem potenten Endothelzell-spezifischen Angiogenesemediator, in chronischen Ulzera bei Patienten mit chronisch-venöser Insuffizienz. Unsere immunhistochemischen Untersuchungen, in situ Hybridisierung und semiquantitative RT-PCR Analysen weisen auf eine erhöhte Expression von VEGF im ulzerativen Gewebe hin. Untersuchungen mittels Westernblot zeigen jedoch einen Abbau des VEGF-Proteins im chronischen Wundmilieu im Gegensatz zur normal heilenden Wunde. Dieser Abbau führt zu einer signifikanten Einbuße der biologischen VEGF Aktivität und kann somit einer defizienten Stimulation der Neoangiogenese im chronischen Wundmilieu zugrunde liegen. Proteaseinhibitor-Analysen und Proteinsequenzierung der VEGF Spaltprodukte zeigen, dass Serinproteasen, insbesondere Plasmin, an der Spaltung von VEGF im chronischen Wundmilieu beteiligt sind. Diese Untersuchungen veranlassten uns durch eine Mutation die Plasmin-Schnittstelle im VEGF Molekül zu inaktivieren. Die proteaseresistente VEGF165 Mutante zeigt eine erhöhte Stabilität im chronischen Wundmilieu, stimuliert die Neoangiogenese und beschleunigt den Wundheilungsprozess im Mausmodell. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, wie die Stabilität essentieller Wachstumsmediatoren im proteasereichen chronischen Wundmilieu erhöht werden kann und bieten einen innovativen Therapieansatz chronischer Wunden.

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Dr. h.c. Thomas Krieg unter der Telefonnummer 0221/478-4500, der Fax-Nummer 0221/478-4538 und unter der Email-Adresse sabine.eming@uni-koeln.de zur Verfügung.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.medizin.uni-koeln.de/kliniken/dermatologie/klinik/klinik.html abrufbar.


2) Datenbank BRENDA: Enzyme und Metabolismus
(Institut für Biochemie)

BRENDA (BRaunschweig ENzyme DAtabase) ist die weltweit größte Sammlung von Daten zu Enzymen und Stoffwechselwegen. Sie wird am Institut für Biochemie der Universität zu Köln in der Arbeitsgruppe von Prof. Dietmar Schomburg geführt und weiterentwickelt. Zu den Nutzern der Datenbank gehören Biologen, Bioinformatiker, Pharmakologen, Mediziner und Chemiker. Die Datenbank ist für nicht-kommerzielle Anwender frei zugänglich (www.brenda.uni-koeln.de), hat mehr als 10000 registrierte akademische Nutzer und bearbeitet jeden Monat mehr als 350000 Anfragen.
Enzyme sind Eiweißmoleküle, die sich in allen Zellen des Körpers finden lassen. Dort bewirken sie als Biokatalysatoren eine Beschleunigung der chemischen Reaktionen. Enzyme sind für den Stoffwechsel unverzichtbar, da ohne sie viele Reaktionen gar nicht oder nur in geringem Umfang ablaufen würden. Für verschiedene Ausgangsstoffe (Substrate) und verschiedene chemische Reaktionen gibt es jeweils verschiedene Enzyme. In den meisten Zellen werden weit über tausend Reaktionen durch verschiedene Enzyme katalysiert.
Die BRENDA-Datenbank beinhaltet umfangreiche Daten zu allen bisher klassifizierten Enzymen. Beispielweise findet man Informationen zu katalysierten Reaktionen, Funktion, Spezifität, Struktur, Stabilität, sowie zur ihren technischen oder medizinischen Anwendungen, aber auch zu Krankheiten, die durch Enzymdefekte ausgelöst werden.
Die benutzerfreundliche Oberfläche ermöglicht eine gezielte Suche nach den gewünschten Details. Man kann nach einzelnen Begriffen suchen, oder auch mehrere Begriffe miteinander kombinieren. Ein völlig neues Werkzeug für die Recherche ist die interaktive Suche nach chemischen Verbindungen. Hiermit kann der Nutzer auf dem Bildschirm ein Molekül zeichnen und in der Datenbank nach Enzymen suchen, die mit diesem Molekül in Wechselwirkung treten können. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel Substrate, Hemmstoffe oder Cofaktoren (z.B. Vitamine) suchen.

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. rer. nat. Dietmar Schomburg unter der Telefonnummer 0221/470-6440, der Fax-Nummer 0221/470-5092 und unter der Email-Adresse D.Schomburg@uni-koeln.de zur Verfügung.

Weitere Informationen stehen im Internet unter www.uni-koeln.de/math-nat-fak/biochemie/ds/dsak_d.htm zur Verfügung.

(64 Zeilen à 60 Anschläge)

Verantwortlich: Eva Faresin

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web unter http://www.uni-koeln.de/pi/.
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