Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 26. November 2014 

Fachkräftemangel bedroht Deutschlands Zukunftschancen

29.02.2012 - (idw) Expertenkommission Forschung und Innovation

Berater der Bundesregierung: Frauen aktivieren, Migranten anwerben, Aus- und Weiterbildung stärken

Der Innovationsstandort Deutschland droht Schaden zu nehmen, wenn die Bundesregierung es nicht schafft, in Zeiten des demografischen Wandels das deutsche Ausbildungssystem zu verbessern und die stille Reserve für den Arbeitsmarkt zu aktivieren. Der beruflichen Bildung wird auch in Zukunft eine hohe Relevanz zukommen hier besitzt Deutschland gegenüber anderen Ländern Vorteile, die bewahrt und ausgebaut werden müssen. Große Bedeutung hat auch die Aktivierung von Frauen für den Arbeitsmarkt. Die Expertenkommmission Forschung und Innovation (EFI) kommt in ihrer Analyse zu dem Schluss, dass es bald zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte geben könnte, gerade in den für Innovation und Wachstum besonders relevanten Berufsfeldern. Angesichts der entscheidenden Bedeutung der wissensintensiven Industrien müsse in Zeiten des demografischen Wandels zügig und mit Nachdruck alles getan werden, um brachliegendes Potenzial zu fördern. Neben ihrer Forderung nach einer aktiven Einwanderungspolitik und besserer Integration älterer Arbeitnehmer legt die Expertenkommission besonderen Nachdruck auf die Weiterentwicklung des deutschen Berufsbildungs- und Hochschulsystems.

Das duale System habe sich bewährt und solle ein Grundpfeiler der hochwertigen Ausbildung bleiben. Deshalb sollten Anstrengungen unternommen werden, auch in Zukunft eine ausreichende Zahl gut qualifizierter Schulabgänger für eine duale Ausbildung zu gewinnen, heißt es im Gutachten. Der zweite Pfeiler, das Hochschulsystem, stehe vor der Herausforderung, weiterhin ausreichend Studierende für die wachstums- und innovationsförderlichen Studiengänge zu gewinnen. Die Kommission hält dies für dringlich, da die für den globalen Wettbewerb besonders wichtigen ingenieurwissenschaftlichen Fächer von den insgesamt gestiegenen Studierendenzahlen kaum profitiert haben. Daneben müssen sich nach Einschätzung der Experten die Hochschulen verstärkt in der akademisch fundierten Weiterbildung engagieren.

Wichtig für die Bewältigung des demografischen Wandels ist auch die Gewinnung von mehr Frauen für den Arbeitsmarkt. Sechs Millionen Frauen sind in Deutschland nicht erwerbstätig, viele von ihnen gut gebildet und hoch qualifiziert. In einer konzertierten Aktion müsse die Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheidend verbessert werden, heißt im EFI-Jahresgutachten 2012. Dänemark, Estland, Polen oder Spanien zeigten, dass es auch möglich sei, Ingenieursberufe für Frauen attraktiv zu machen. In diesen Ländern seien rund ein Drittel der Studierenden in den Ingenieursfächern weiblich.

Wichtig sei zudem, Frauen keine staatlichen Anreize zu geben, dem Arbeitsmarkt fernzubleiben. Das Ehegattensplitting solle abgeschafft, das von der Bundesregierung geplante Elterngeld nicht eingeführt werden, fordern die Experten. Solche Anreize wirkten sich schädlich auf den Innovationsstandort Deutschland aus. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.e-fi.de
uniprotokolle > Nachrichten > Fachkräftemangel bedroht Deutschlands Zukunftschancen
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/232994/">Fachkräftemangel bedroht Deutschlands Zukunftschancen </a>