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Hochschulen und Städte - Wer braucht wen?

06.03.2012 - (idw) Hochschule Osnabrück

Hochschul- und Wissenschaftsmanager diskutierten mit Marketing-Verantwortlichen von Städten gemeinsame Handlungsfelder: Dass sowohl Hochschulen, als auch Städte aus demografischen Gründen immer stärker unter Druck geraten und sich besser positionieren müssen, ist inzwischen unbestritten. Doch wie können sich Hochschulstädte und ihre Hochschulen bei der Ausgestaltung ihrer Zukunftsfähigkeit gegenseitig unterstützen? Auf der 9. Jahrestagung des MBA-Studiengangs Hochschul- und Wissenschaftsmanagement der Hochschule Osnabrück diskutierten dazu Hochschulmanager mit Marketingverantwortlichen von Städten, ließen sich Best Practice-Beispiele erläutern und erarbeiteten innovative Ansätze für die zukünftige Zusammenarbeit.

Zur optimalen Zusammenarbeit müsse zu allererst ein gemeinsames Verständnis der Zusammenarbeit geklärt werden, resümiert Dr. Rainer Lisowski, einer der Veranstalter der Tagung. Zuerst muss geklärt werden, welche Funktion der andere hat und welche Rollen man gegenseitig einnehmen kann, sagt Lisowski. Nach diesem Schritt der Kommunikation folge die gemeinsame Strategieentwicklung und der Aufbau von Infrastruktur. Welche Ressourcen, vor allem welche Personen brauche es, um beide Partner zusammenzubringen, und wer könne als Schnittstelle fungieren dies seien zentrale Fragestellungen.

Die Einrichtung eines Wissenschaftsbüros ist zum Beispiel in Lübeck, der diesjährigen Stadt der Wissenschaft, ein gelungenes Beispiel, das Dr. Iris Klassen, Leiterin Wissenschaftsmanagement Lübeck, ausführlich vorstellte.
Ein anderer Ansatz kommt aus Münster. Die Krisensituation der Stadt vor zehn Jahren war Anlass, nach einer neuen Identität zu suchen, erzählte Bernadette Spinnen. Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Stadtmarketingverbandes BCSD und Marketingchefin der Stadt Münster berichtete, wie man seitdem konsequent die Kommunikation mit den hiesigen Hochschulen gesucht habe und erfolgreich das Image einer Wissenschaftsstadt aufgebaut habe.

Die Identität einer Stadt mit Hochschulen als Hochschulstadt ist vielfältig, das ergab eine Untersuchung durch Prof. Dr. Stefanie Wesselmann von der Hochschule Osnabrück. Vor kurzem untersuchte sie im Auftrag des Stifterverbandes der deutschen Wissenschaft, der jährlich den Wettbewerb Stadt der Wissenschaft ausschreibt, welche Beziehungstypen derzeit existieren.
Neben wenigen Vorreitern wie Heidelberg, Tübingen oder Marburg, die sich als Zweckgemeinschaft sehen und sich seit vielen Jahrzehnten konsequent als Universitätsstadt positioniert haben, fangen jetzt erst Städte an, ihre Hochschulen als Pfund, mit dem sie wuchern können, zu realisieren und sich langsam systematisch anzunähern.

Eine dritte Kategorie stellen die Städte dar, die vor allem in den 1970er Jahren eine Hochschule bekommen haben, um die strukturelle Unterentwicklung der Region auszugleichen. Prototyp dafür ist zum Beispiel die Gründung der Gesamthochschule Kassel 1970. Der Präsident der heutigen Universität Kassel, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, stellte dementsprechend aus der Perspektive der Hochschulen die Erwartungshaltung der Wissenschaft an die Städte dar.

Neben den Vorträgen und Diskussionsrunden bot die Tagung Marktplätze und Abfragen bei den Teilnehmern, die sowohl aus Stadtmarketing wie auch aus Hochschulen kamen. Prof. Dr. Frank Ziegele, der die Tagung mit ausrichtete, plant, aus den vielfältigen Ergebnissen der Tagung ein Positionspapier für innovative Ansätze in der Zusammenarbeit zwischen Städten und Hochschulen zu entwickeln. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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