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Jurist Berger warnt vor Abschaffung des Urheberrechtsgesetzes

12.03.2012 - (idw) Universität Leipzig

Der Jurist Christian Berger warnt vor einer Abschaffung des Urheberrechtsgesetzes. "Es existieren Illusionen darüber, welche Folgen es hätte, wenn es das Urheberrecht nicht mehr gäbe", sagt Berger, der seit 1997 an der Universität Leipzig Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Urheberrecht ist. "Es würde zu einer gravierenden Änderung unserer Kulturlandschaft führen." Auf der Buchmesse-Akademie der Universität Leipzig wird sich Berger am 15. März um 13.00 Uhr dem "E-Book aus urheberrechtlicher Sicht" widmen (Neue Messe, Halle 3, Stand G 201/H 200). Dabei wird Berger unter anderem erläutern, dass Verlage ihre Verträge mit den Autoren an die neuen Nutzungsmöglichkeiten anpassen sollten. "Heute schließen Verleger sogleich Verträge mit den Schriftstellern ab, in denen die Nutzungsmöglichkeit für E-Books vorgesehen ist", sagt Berger. "Bei alten Verlagsverträgen müssen sich die Verlage nachträglich bei den Autoren das Nutzungsrecht einholen, das Buch als E-Book verbreiten zu dürfen, und zahlen dafür eine zusätzliche Vergütung." Für ungeklärt hält Berger die Frage des Datenschutzes bei E-Books. "Die Verkäufer von elektronischen Büchern dürfen nicht speichern, wer welche Bücher kauft", fordert er.

Für Berger, der Dekan der Juristenfakultät ist, erfüllt das Urheberrechtsgesetz eine wichtige Schutzfunktion. "Wir wollen damit den kreativen Menschen am Anfang der Wertschöpfungskette schützen." Wenn jemand Bücher oder andere Werke kostenlos anbieten wolle, könne er das jetzt auch schon machen. "Das ist niemandem verboten, dazu muss das Urheberrechtsgesetz nicht geändert werden."

Berger erwartet, dass der Vertrieb von elektronischen Büchern den gewachsenen Büchermarkt spürbar verändern wird."Im Massenmarkt wird der Verkauf von gedruckten Büchern deutlich zurückgehen", ist sich Berger sicher.
"Buchhandlungen, aber auch Verlage stehen vor einem großen Umbruch." Sie könnten nur dann weiterhin bestehen, wenn sie Profile schärften, Serviceangebote erweiterten und eine gute Kundenbindung betrieben. "Die Zukunft von Bibliotheken ist ebenfalls ungewiss, weil das klassische Ausleihen von gedruckten Monographien an Bedeutung verlieren wird", schätzt der Jurist ein. "Ich vermute, dass die Vermittlungsfunktion von Bibliotheken stark zunehmen wird." Die Veränderungen, ist sich Berger sicher, werden "eher schneller als langsam" auf Verlage, Buchhandlungen und Bibliotheken zukommen. Den Buchhändlern werde gar nichts anderes übrig bleiben, als sich am Handel mit elektronischen Büchern zu beteiligen. "Ihnen muss es gelingen, im Markt der E-Books mitzuspielen", sagt Berger.

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Weitere Informationen:
Prof. Dr. Christian Berger
Telefon: +49 341 97-35310
E-Mail: cberger@uni-leipzig.de
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