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Geschichte(n) des Gulag Realität und Fiktion

16.03.2012 - (idw) Heidelberger Akademie der Wissenschaften

Akademiekonferenz für junge Wissenschaftler in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften

Datum: 20. 22. März 2012
Ort: Akademiegebäude, Karlstraße 4, 69117 Heidelberg
Eröffnung: 20. März 2012, 19 Uhr
Tagungsbeginn: 21. März 2012, 9 Uhr

Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Über eine Berichterstattung freuen wir uns.

HINWEIS: Im Rahmen der Veranstaltung wird am 21. März 2012 um 19 Uhr der themenbezogene Film "Within the Whirlwind" ("Mitten im Sturm", 2009) im Kommunalen Kino Karlstorbahnhof auf Englisch gezeigt. Vor Beginn wird es eine Einführung geben. Der Eintritt ist frei. Das Akronym "Gulag" steht einerseits für (übersetzt) "Hauptverwaltung der Besserungsarbeitslager", ist aber andererseits auch ein Synonym für sowjetische Zwangsarbeitslager, Straflager und Gefängnisse in der Zeit von 1918 bis 1991. Vor allem aber steht Gulag für einen Ort des Schreckens, an den jeder durch politische Willkür oft ohne rechtmäßige Verurteilung kommen konnte.
Sowjetische Zwangsarbeits- und Straflager insbesondere in Sibirien sind bekannt für ihre unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen, die unter Lenin, vor allem aber unter Stalin ihren Höhepunkt fanden und in denen unzählige Menschen den Tod fanden.
Kenntnisse über die sowjetischen Zwangsarbeitslager ziehen wir heute aus historischen Archivmaterialien und Memoirentexten ebenso wie aus künstlerischen Verarbeitungen. Hinzu kommt eine gerade in den letzten Jahren zunehmende Vereinnahmung des Gulag durch die Populärkultur. Doch wie zuverlässig sind die Informationen, die wir auf diesen Wegen erhalten? Was sagen die Quellen und Darstellungen tatsächlich über die Realität des Gulag aus und inwiefern dienen sie möglicherweise einer auch politisch instrumentalisierbaren Verharmlosung oder Dämonisierung des Lagersystems? Diesen Fragen wollen Wissenschaftler der Geschichts-, Literatur-, Sprach-, Musik- und Medienwissenschaften gemeinsam mit Künstlern und Menschenrechtsaktivisten nachgehen.
Ziel der Tagung ist es, das Spannungsverhältnis von Realität und Fiktion in den verschiedenen medialen Repräsentationen des Gulag auszuloten und die unterschiedlichen "Geschichten vom Gulag", die in Russland wie im Westen heute zugänglich sind, auf ihre Aussagekraft und öffentliche Wirkung hin zu befragen. Mit ihrem Fachdisziplin übergreifenden Ansatz will die Konferenz zu einem umfassenderen Verständnis des Gesamtphänomens Gulag in seiner historischen wie aktuellen Bedeutung beitragen.

Die Reihe "Akademiekonferenzen für junge Wissenschaftler", die in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften veranstaltet wird, wird durch besondere Zuwendung des Landes Baden-Württemberg oder den Verein zur Förderung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften e.V. getragen. Gedacht ist diese Förderung, um dem wissenschaftlichen Nachwuchs aus Baden-Württemberg die Möglichkeit zu geben, Konferenzen mit möglichst internationaler und interdisziplinärer Ausrichtung durchzuführen. Die Akademie bietet als Ort zudem Gelegenheit, mit deren Mitgliedern, die zu den Spitzenwissenschaftlern ihres Faches zählen, ins Gespräch zu kommen. Die Organisation übernehmen die jungen Wissenschaftler von der Wahl des Themas und der Planung über die Tagungsdurchführung bis hin zur Tagungspublikation.

Veranstalter:
Dr. Felicitas Fischer von Weikersthal (Universität Heidelberg)

Dr. Karoline Thaidigsmann (Universität Heidelberg)

Die Konferenzsprache ist Deutsch, Englisch und Russisch. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.haw.uni-heidelberg.de/forschung/konferenz_gulag.de.html - Tagungsprogramm und weitere Informationen zur Konferenz
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