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Von tierischen Bildern lernen

20.03.2012 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Universität Jena zeigt ab 30. März in neuer Ausstellung Tierbilder für Lehre und Kunst Ich bin kein vollendeter Künstler, sondern ein enthusiastischer Dilettant, sagte einst der bekannte deutsche Zoologe Ernst Haeckel (1834-1919). Der Begründer des Phyletischen Museums in Jena sah die Natur in Vielem mit der Kunst verwandt. Als eindrucksvollstes Dokument seiner ästhetischen Naturbetrachtung steht der Band Kunstformen der Natur (1899-1904) mit naturgetreuen Abbildungen zahlloser Organismen.

Keine Kunstwerke, sondern wissenschaftlich exakte Darstellungen zeigt hingegen die neue Ausstellung Tierische Bilder: Wandtafeln und Modelle mit Geschichte, zeitgenössische Aquarelle vom 29. März bis zum 10. Juni in der Galerie Stadtspeicher. Rund 70 Aquarelle von Dr. Gunnar Brehm von der Friedrich-Schiller-Universität sind Teil der Ausstellung. Die Motive reichen von Buntbarschen über Grönlandwale bis hin zu Zitronenfaltern, Totenkopfschwärmern, Darwinfinken und Turmfalken, sagt der Mitarbeiter vom Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie mit Phyletischem Museum, der seit seiner Kindheit zeichnet. Nach der Natur zu zeichnen lehrt genau hinzuschauen, insbesondere bei sehr ähnlichen Arten, erläutert er. Vielen ist noch die Straßenbahn Aurelia mit Brehms Motiven bekannt, die 2008 bis 2010 durch Jena fuhr. Brehms Bilder sind nicht nur im Phyletischen Museum, sondern darüber hinaus in etlichen Büchern und Zeitschriften abgebildet, wo sie auch bei der Neubeschreibung von Arten verwendet werden.

Neben Brehms Aquarellen präsentiert die Ausstellung historische Modelle sowie handgemalte und gedruckte Wandtafeln aus der Sammlung der Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Uni Jena. Sie sind ein Beispiel dafür, wie schon früher das Zusammenspiel von Kunst und Natur präzise nachgebildet und im Unterricht verwendet wurde. Die über 100 Jahre alten Wandtafeln zeigen u. a. Edelkorallen, eine Kreuzotter, die Anatomie einer Weinbergschnecke oder sie veranschaulichen, wie lang ein Nerv sein kann. Auch die historischen Modelle eines Embryos, einer Arbeitsbiene und einer Seidenraupe gehören zu den Exponaten. Während des 19. und 20. Jahrhunderts war der Unterricht an Schulen und Hochschulen ohne Lehrmittel wie Wandtafel oder Modell undenkbar, sagt Michael Markert, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Biologiedidaktik. Die Ausstellung soll einen Einblick darüber geben, mit welchen Materialien und Objekten früher gelehrt und gelernt wurde, erläutert der Kurator. Dabei ist festzustellen, dass einige Verfahren und didaktische Maßnahmen bis heute im Biologieunterricht zum Einsatz kommen.

Die Ausstellung ist vom 30. März bis zum 10. Juni 2012 in der Galerie Stadtspeicher (Markt 16, 07743 Jena) zu sehen. Sie ist dienstags bis freitags von 12-18 Uhr und samstags und sonntags von 10-16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Alle weiteren Informationen unter: http://www.stadtspeicher.de. Hier sind auch die Termine der Führungen zur Ausstellung zu finden.

Die Vernissage findet am 29. März 2012 um 18 Uhr statt.

Kontakt:
Prof. Dr. Uwe Hoßfeld, Michael Markert
Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3, Bienenhaus
07743 Jena
Tel.: 03641 / 949491, 03641 / 949495
E-Mail: uwe.hossfeld[at]uni-jena.de, michael.markert[at]uni-jena.de


Dr. Gunnar Brehm
Phyletisches Museum der Universität Jena
Vor dem Neutor 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949184
E-Mail: gunnar.brehm[at]uni-jena.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.stadtspeicher.de http://www.uni-jena.de
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