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Wer an sich glaubt, versetzt freiwillig Berge: Selbstwirksamkeit erhöht Arbeitsleistungen

21.03.2012 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Wer an sich glaubt und sicher ist, bestimmte Aufgaben gut bewältigen zu können, ist freiwillig bereit, mehr zu arbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team von Bochumer Sozialpsychologen unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Werner Bierhoff. In der Untersuchung stellt sich heraus, dass Mitarbeiter, die bestärkt werden im Glauben an die eigenen Fähigkeiten, stärker motiviert sind, sich für ihre Arbeit zusätzlich zu engagieren. Die Studie ist soeben in der Zeitschrift Wirtschaftspsychologie erschienen. Wer an sich glaubt, versetzt freiwillig Berge
Selbstwirksamkeit erhöht Arbeitsleistungen
RUB-Sozialpsychologen plädieren für mehr Eigenverantwortung im Beruf

Wer an sich glaubt und sicher ist, bestimmte Aufgaben gut bewältigen zu können, ist freiwillig bereit, mehr zu arbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team von Bochumer Sozialpsychologen unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Werner Bierhoff. In seiner Untersuchung stellt sich heraus, dass Mitarbeiter, die bestärkt werden im Glauben an die eigenen Fähigkeiten, stärker motiviert sind, sich für ihre Arbeit zusätzlich zu engagieren. Ein gutes Beispiel ist für Prof. Bierhoff der Fußball: Es ist interessant, wie Sportpsychologen Fußballmannschaften der 1. oder 2. Bundesliga beraten. Dabei wird versucht, die Selbstwirksamkeit der Spieler zu steigern, eine sehr sinnvolle Intervention. Die Studie ist soeben in der Zeitschrift Wirtschaftspsychologie unter dem Titel Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit und Freiwilliges Arbeitsengagement erschienen.

Glück der Verantwortung

Vom Glück der Verantwortung hat Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Dankesrede nach der Wahl gesprochen. Dieses Glücksgefühl empfinden auch Mitarbeiter, die sich besonders verantwortlich um die Belange ihres Arbeitsbereiches kümmern. Freiwilliges Arbeitsengagement ist für das Wohlbefinden der engagierten Mitarbeiter selbst förderlich, schreiben die Autoren und verweisen darauf, dass nach neueren Ergebnissen Hilfsbereitschaft das Wohlbefinden und die Gesundheit der Helfer fördern kann.

Vier Motivationsfaktoren

Im Fokus ihrer Analyse standen vier Motivationsfaktoren: Selbstwirksamkeit, der Glaube, bestimmte Arbeitsaufgaben bewältigen zu können; Kontrolleinschätzung, die Erwartung, Kontrolle über die Aufgabe auszuüben und dadurch auf das Ergebnis einwirken zu können; Veränderungsorientierung, die positive Einstellung gegenüber Veränderungsprozessen; und schließlich flexible Rollenorientierung, die Bereitschaft, die eigene Rolle so weit auszulegen und sich damit unmittelbar für die Lösung des Problems verantwortlich zu fühlen. 126 Personen in unterschiedlichen beruflichen Positionen und verschiedener Branchen haben die die Bochumer Sozialpsychologen Hans-Werner Bierhoff, Karolina Lemiech und Elke Rohmann befragt. 10 Prozent waren Führungskräfte, 72 Prozent Mitarbeiter, 7 Prozent Selbständige und 11 Prozent Auszubildende. Ziel ihrer Untersuchung war es, die wichtigsten Motivationskriterien für ein freiwilliges Arbeitsengagement herauszuarbeiten.

Herausragende Rolle der Selbstwirksamkeit

Dabei zeigte die Selbstwirksamkeit eine herausragende Rolle im Kontext von Eigenverantwortung und freiwilligem Arbeitsengagement. Daraus schließen die Sozialpsychologen: Wenn man den proaktiven Motivationsprozess mit der Erkenntnis über die günstige Wirkung positiver Arbeitsatmosphäre und hoher Partizipation kombiniert, kann das freiwillige Arbeitsengagement umfassender gefördert werden.

Titelaufnahme

Hans-Werner Bierhoff, Karolina Lemiech, Elke Rohmann, Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit und Freiwilliges Arbeitsengagement, in Wirtschaftspsychologie, Heft 1-2012, S. 83-90.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Hans Werner Bierhoff, Arbeitseinheit Sozialpsychologie, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-23170, hans-werner.bierhoff@rub.de

Redaktion: Dr. Josef König jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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