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Mobile Intensivstation: Uni-Kinderklinik kann jetzt mit Spezial-Intensivtransport deutschla

21.03.2012 - (idw) Universitätsklinikum Tübingen

Der Transport schwer kranker Kinder stellt Krankenhäuser und Ärzte vor große Herausforderungen. Manche kranken Kinder müssen sterben, weil sie nicht mehr rechtzeitig in eine Spezialklinik verlegt werden können oder der Transport mit unzureichender Ausrüstung stattfindet. Die interdisziplinäre Kinderintensivstation des Tübinger Universitätsklinikums hat in Kooperation mit dem Verein Hilfe für kranke Kinder e.V. und der Stiftung für kranke Kinder eine hochmoderne Kinderintensivtrage fertigen lassen, mit der es möglich wird, im Rettungshubschrauber, im Rettungswagen oder im Flugzeug, Kinder aller Altersstufen in die Tübinger Kinderklinik zu verlegen. Im Mai 2012 wird die Kinderintensivtrage für den lebensrettenden Transport in Betrieb genommen. Hochrisiko-Patienten mit schwerem Kreislauf- oder Lungenversagen, Kinder und Jugendliche nach Unfällen und Reanimation und Neugeborene mit schweren angeborenen Fehlbildungen können dann damit transportiert werden. In die Trage sind Beatmungs- und Überwachungsgeräte integriert, die eine optimale Versorgung von lebensbedrohlich erkrankten oder verletzten Patienten gewährleisten darunter auch eine transportable Herz-Lungen-Maschine (ECMO).

Die Tübinger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin mit ihrer interdisziplinären Intensivstation ist für Patienten, aber auch für Krankenhäuser in ganz Deutschland, häufig die letzte Hoffnung. Immer wieder gehen hier Anfragen zur Übernahme eines kritisch kranken Kindes ein. Dies können Neugeborene mit angeborenen Erkrankungen wie beispielsweise schwersten Herzfehlern, aber auch lebensbedrohlich erkrankte Kinder und Jugendliche sein, sowie Unfallopfer mit akutem Herz-Kreislauf- oder Lungenversagen.
Für einen sicheren Transport dieser Patienten sind auf die speziellen Bedürfnisse abgestimmtes Equipment und Erfahrung notwendig. Tübingen kann mit der neuen Kinderintensivtrage einen Service anbieten, der für alle Krankheitsbilder und für alle Altersgruppen perfekt geeignet ist, erklärt Projektkoordinator Dr. Oliver Heinzel, sogar für Kinder, die schon während des Transports eine Herz-Lungen-Maschine brauchen. Dabei steht aber nicht nur der Transport im Vordergrund, sondern auch die frühzeitige medizinische Beratung der abgebenden Klinik im Sinne einer Netzwerkbildung für schwer kranke Kinder und Jugendliche.

Neueste Technologie für schwer kranke Kinder
Da ECMO-Transporte sehr aufwändig sind und nur mit speziell geschultem und erfahrenem Personal durchgeführt werden können, gibt es in Deutschland nur wenige Kliniken, die solche Transporte für Jugendliche, Kinder oder Säuglinge anbieten.
Dr. Christoph Fink hat viel Erfahrung mit ECMO-Transporten. Er schätzt, dass rund 70 Prozent der Kinder, die einen Transport zur Spezialklinik mit herkömmlichen Methoden nicht überstanden hätten, dank eines speziellen Kinderintensivtransports überleben. Der leitende Oberarzt der Tübinger Kinderintensivstation fasst zusammen: Mit der neuen Liege können wir die ganze Kompetenz unserer Intensivstation zum Patienten bringen und die lebensrettende Behandlung schon während des Transports beginnen.
Die Intensiv-Transporttrage ist mit den derzeit modernsten Geräten zur Überwachung und Therapie ausgestattet und wird mit erfahrenem Personal zu einer vollständigen mobilen Intensivstation, mit der jedes Kind die Chance bekommt, die Verlegung in eine Spezialklinik zu überleben. Diese Intensivstation ist flexibel einsetzbar im Rettungshubschrauber, Rettungswagen oder Flugzeug und mit 80 kg Gewicht vergleichsweise leicht.
Muss das Kind bereits in der abgebenden Klinik an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden, stellt die Tübinger Universitätsklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Schlensak das Team und die Ausrüstung für dieses aufwändige Verfahren.
Die Kinderintensivtransporte werden in enger Kooperation mit der DRF-Luftrettung und dem Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Tübingen durchgeführt.

Finanzierung des Kinderintensivtransports aus Spenden
Die Kosten für die Anschaffung der Liege mit allem notwendigen Equipment belaufen sich auf rund 175 000 Euro. Dass sich Hilfe für kranke Kinder e.V. und die Stiftung für kranke Kinder, Dietrich-Niethammer-Stiftung für das Projekt engagieren würden, war schnell klar, so Stiftungsvorstand Thomas Hassel. Die Vorstellung, dass ein Kind sterben muss, nur weil es keine Möglichkeit gibt, es in eine Spezialklinik zu bringen, war unbegreiflich.
Die Stiftung förderte das Projekt mit 82 000 Euro aus Spenden. 38 000 Euro kamen aus der Weihnachtsaktion des Schwäbischen Tagblatts zusammen. Die Spender von Hilfe für kranke Kinder e.V. haben mit 35 000 Euro zum Gelingen beigetragen und der Partnerverein 'Dachtel hilft kranken Kindern e.V.' steuerte 20 000 Euro aus Spendenaktionen und Benefizveranstaltungen bei.
Prof. Dr. Michael Hofbeck, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Intensivmedizin und Pulmologie der Tübinger Kinderklinik freut sich und bedankt sich bei allen, die das Projekt unterstützt haben: Wir schätzen uns sehr glücklich, diesen lebensrettenden Kinderintensivtransport anbieten zu können.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Hoppe-Seyler-Str. 1, 72076 Tübingen
Dr. Christoph Fink, Leitender Oberarzt der Kinderintensivstation
Dr. Oliver Heinzel, Projektkoordinator
Tel. 07071/29-8 58 02
Thomas Hassel, Hilfe für kranke Kinder e.V. und Stiftung für kranke Kinder
Tel. 07071/29-8 14 55 jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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