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An einem Strang ziehen: EU-Netzwerk gegen Lebensmittelverschwendung

22.03.2012 - (idw) Universität Hohenheim

Universität Hohenheim übernimmt deutschen Beitrag zum EU-Projekt FUSIONS / 4 Millionen Euro Gesamtfördersumme Etwa die Hälfte aller weltweit hergestellten Nahrungsmittel wird weggeworfen, obwohl sie durchaus genießbar wären. Gegen die zunehmende Lebensmittelverschwendung gehen bisher unterschiedliche Gruppen unabhängig voneinander vor. Das Projekt FUSIONS unter Beteiligung des Life Science Centers der Universität Hohenheim will erreichen, dass künftig alle an einem Strang ziehen. Ein europaweites Netzwerk soll vorhandenes Wissen zusammentragen und gemeinsame Gegenmaßnahmen erarbeiten. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit 4 Mio. Euro. Damit gehört es zu den Schwergewichten der Forschung an der Universität Hohenheim.

Ein völlig neues Netzwerk will FUSIONS gegen die Lebensmittelverschwendung ins Feld führen. Es soll den gesamten Lebenszyklus von Nahrungsmitteln unter die Lupe nehmen und nach Schwachstellen fahnden, an denen viel Essen unnötigerweise weggeworfen wird.
Verbände, Forschungseinrichtungen, Handel und Hersteller, Gesetzgeber und Nichtregierungsorganisationen aus ganz Europa will FUSIONS zusammenbringen. Gemeinsam sollen sie neue Strategien gegen die Lebensmittelverschwendung entwickeln.
Die Universität Hohenheim ist bei FUSIONS für Deutschland und Zentraleuropa zuständig. Die beteiligten Einrichtungen sollen unter anderem verlässliche Daten- und Informationsquellen einholen, die zur Überwachung und Nachverfolgung unerlässlich sind. Weiterhin soll ein zuverlässiger Überblick über bereits existierende Initiativen und Akteure ermöglicht werden.
Das strategische Ziel von FUSIONS ist es, Schlüsselakteure in ganz Europa zu aktivieren, zu ermutigen, zu befähigen und zu unterstützen. Dadurch sollen bis 2020 die Lebensmittelabfälle um 50 Prozent zurückgehen. Und der Ressourceneinsatz in der Lebensmittelkette soll um 20 Prozent sinken. Weiterhin will FUSIONS eine gemeinsame Gesetzgebung bezüglich Lebensmittelabfällen in allen 27 EU-Staaten unterstützen und ermöglichen.

Politikberatung und -vorbereitung
Den Akteuren der Lebensmittelkette und politischen Entscheidungsträgern soll FUSIONS die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen von Lebensmittelabfällen bewusster machen. FUSIONS will Möglichkeiten zur Vermeidung durch soziale Innovation entwickeln, sich über bewährte Praktiken in der EU 27 austauschen und Werkzeuge für eine Beteiligung von Entscheidungsträgern bereitstellen. FUSIONS hat sich zum Ziel gesetzt, die EU auf ihrem Weg zum globalen Vordenker für die Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu unterstützen.

Hintergrund: EU-Projekt FUSIONS
Das Life Science Center stellt das Projekt FUSIONS (Food Use for Social Innovation by Optimising Waste Prevention Strategies) am 27. März 2012 in der Berlin auf der Konferenz Zu gut für die Tonne. Strategien gegen die Lebensmittelverschwendung vor. Anwesend sind dabei unter anderem Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), die Präsidentin der Welthungerhilfe Bärbel Dieckmann und Valentin Thurn, der Regisseur des Films Taste the Waste.
Die Europäische Union fördert FUSIONS mit insgesamt rund 4 Mio. Euro. Die 20 Projektpartner kommen aus ganz Europa und umfassen namhafte Akteure, wie die Welternährungsorganisation FAO, die Universität Wageningen, die Universität Bologna, INRA aus Frankreich und viele mehr.
Eine große Anzahl unterstützender Organisationen wird FUSIONS begleiten und mit Expertise versorgen. So haben Organisationen wie der WWF, die Tafeln, Nestlé, Sainsburys und Food and Drink Europe bereits ihre Unterstützung erklärt. Weitere wichtige Akteure im Lebensmittelbereich sollen im Laufe des Projektes hinzukommen.
Der Projektstart von FUSIONS ist voraussichtlich im Juli 2012.

Hintergrund: Schwergewichte der Forschung
Rund 28 Millionen Euro an Drittmitteln akquirierten Wissenschaftler der Universität Hohenheim im vergangenen Jahr für Forschung und Lehre. In loser Folge präsentiert die Reihe Schwergewichte der Forschung herausragende Forschungsprojekte mit einem Drittmittelvolumen von mindestens einer viertel Million Euro bzw. 125.000 Euro in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Text: Weik / Klebs

Kontakt für Medien:
Susanne Braun, Universität Hohenheim, Life Science Center, Tel.: 0711/459 24026, E-Mail: s.braun@uni-hohenheim.de

Klaus Hadwiger, Universität Hohenheim, Life Science Center, Tel.: 0711/459 24331, E-Mail: klaus.hadwiger@uni-hohenheim.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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