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Leiharbeit nach neuen Regeln wie lässt sich flexicurity in Zukunft gestalten?

23.03.2012 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Der 7. Tübinger Arbeitsrechtstag findet am 30. März an der Universität Tübingen statt. Am 30. März findet an der Universität Tübingen der 7. Tübinger Arbeitsrechtstag statt: Von 10 bis 16 Uhr gehen rund 160 Teilnehmer im großen Hörsaal des Theologicums Fragen rund um das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz nach. Pressevertreter sind herzlich willkommen.

Das im April 2011 neu gefasste Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) sollte nicht nur Missbräuche in der Leiharbeit abstellen, sondern vor allem die Zeitarbeitsrichtlinie 2008/104/EU in das deutsche Recht umsetzen. Dem Gesetzgeber ist hiermit kein Meisterstück gelungen, sagen Kenner der Materie. Ganz im Gegenteil, häufen sich im neuen AÜG Formelkompromisse, die Anbietern und Abnehmern der Zeitarbeit rechtssichere Vertragsgestaltung deutlich erschweren.

Den Leiharbeitnehmern gibt der beschlossene Mindestlohn eine gewisse Sicherheit doch stellt sich allein damit schon die von der EU gewollte flexicurity als sozialverträglich dar? Bei alledem wird leicht übersehen, dass das deutsche Modell der Leiharbeit mit dem equal pay-Postulat der EU schwer vereinbar erscheint. Auch die besondere Rolle des Tarifvertrags im deutschen System lässt sich nur von daher verstehen.

Zum 7. Arbeitsrechtstag wird zunächst Prof. Rolf Wank den Anpassungsproblemen, die das EU-Modell der Leiharbeit im deutschen System verursacht, auf den Grund gehen und die besondere Funktion der Tarifautonomie beleuchten. Rechtsanwalt Jürgen Ulber übernimmt es, die personalpolitischen Folgerungen aus der Reform des AÜG und die daraus folgenden offenen Rechtsfragen zu diskutieren. Prof. Jobst-Hubertus Bauer wird unter anderem die neuen Integrationsansprüche der Leiharbeitnehmer im Einsatzunternehmen thematisieren, während Rechtsanwalt Mark Lembke vor allem den massiven Verunsicherungen, die Rechtsprechung und Gesetzgebung den Personal-Verleihern zugemutet haben, kritisch nachgehen wird.

Der Inhaber des Tübinger Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht, Hermann Reichold, veranstaltet den Tübinger Arbeitsrechtstag 2012 bereits zum siebten Mal, wegen der Renovierung des Audimax aber erstmals im Theologicum. Als Weiterbildungsveranstaltung mit wissenschaftlichem Anspruch und hochkarätigen Referenten findet diese Fachtagung auch überregionale Resonanz bei Arbeitsrichtern, Verbands- und Unternehmensjuristen sowie vor allem den Fachanwälten für Arbeitsrecht.

Weitere Infos unter www.jura.uni-tuebingen.de/arbeitsrechtstag

Kontakt:
Prof. Hermann Reichold
Universität Tübingen
Juristische Fakultät
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- Wirtschafts- und Arbeitsrecht
Telefon: +49 7071 29-72546/ 29-78149
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