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Simulation ist ein fester Bestandteil der Mediziner-Ausbildung

30.03.2012 - (idw) Philipps-Universität Marburg

Siebtes Skills Lab-Symposium am Fachbereich Medizin Wie viel Simulation verträgt die medizinische Ausbildung? Um diese Fragestellung zu diskutieren, sind vom 23. bis 24. März gut 200 Wissenschaftler, Mediziner und Studierende zum Skills Lab-Symposium (SLS) in Marburg zusammengekommen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Fachbereich Medizin zusammen mit dem Marburger Interdisziplinären Skills Lab (Maris) und der Fachschaft Medizin im neuen Dr. Reinfried Pohl-Zentrum für medizinische Lehre. Bereits zum siebten Mal trafen sich die Experten zum jährlich stattfindenden SLS, das eine Plattform zur Diskussion der Simulationsthematik und zur kritischen Reflexion des Erreichten bieten möchte. Außerdem haben wir uns bei diesem Symposium das Ziel gesetzt, ein Programm zu gestalten, das sowohl die Einsteiger als auch die alten Hasen der Skills Lab-Szene anspricht, erklärte Studiendekan Professor Dr. Klaus Jochen Klose in seiner Begrüßungsrede.

Neben den vier so genannten Key Note-Rednern wurden insgesamt 35 Vorträge gehalten. Den Anfang machte Privatdozent Dr. Pascal Berberat (München), der den Nutzen der Simulation in ihrer Funktion als Bindeglied zwischen Classroom und Work, also der Lehre und dem tatsächlichen Klinikalltag, sieht. Dr. Marcus Rall (Tübingen) erklärte, dass, wenn man sich nur die reinen Zahlen anschaue, Patient sein aufgrund der hohen Anzahl vermeidbarer Fehler tatsächlich riskant sei. Hier könne Simulation Abhilfe schaffen, so wie es zum Beispiel auch in der Pilotenausbildung ganz selbstverständlich sei. Denn kritische Situationen ließen sich hier einüben und würden so zu immer wieder abrufbaren Mechanismen führen. Neben diesen beiden Rednern referierten Privatdozentin Dr. Jana Jünger (Heidelberg) zu Chancen und Herausforderungen kompetenzbasierter Prüfungen und Dr. Henrike Hölzer (Berlin) zur Bedeutung der interkulturellen Kommunikation mit den so genannten Simulationspatienten. Herzstück des Symposiums war die darauffolgende Podiumsdiskussion zu Sinn und Unsinn der Simulation in der Ausbildung von Medizinern, in der Professor Dr. Norbert Donner-Banzhoff in der Rolle eines Advocatus Diaboli bewusst mit gewagten Thesen die Referenten und das Plenum provozierte. Letztlich waren sich die Experten aber einig, dass die Simulation ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Lehre sein müsse. Das eigentliche Problem liege vielmehr in der Integration in das Curriculum.

Natürlich lebte das Skills Lab-Symposium auch von den vielen weiteren Vorträgen und Gesprächen, die die Möglichkeit zu ausgiebigen Diskussionen boten. Auch zahlreiche Studierende aus Skills Labs in ganz Deutschland waren hier vertreten. Insgesamt 38 Trainingszentren für medizinische Fertigkeiten gibt es mittlerweile im deutschsprachigen Raum sie entstanden vor allem deshalb, weil die Medizin vor gut zehn Jahren damit begonnen hat, eine eigene Fehlerkultur auszubilden. Spätestens nach diesem Skills Lab-Symposium in Marburg dürfte allen Beteiligten klar sein, dass die medizinische Lehre auf die Simulation angewiesen ist. Der nächste Schritt wird die flächendeckende Implementierung in die Lehrpläne der Universitäten sein. Das achte Skills Lab-Symposium wird 2013 in Göttingen stattfinden.


(Philipp Gehring)

Weitere Informationen:
Dipl-Päd. Tina Stibane,
Referentin im Studiendekanat, Leitung des Dr. Reinfried Pohl-Zentrums für medizinische Lehre
Tel.: 06421 28-25052
E-Mail: stibane@staff.uni-marburg.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.uni-marburg.de/fb20/maris/sls2012
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