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Fortschritte in der Medizin - fehlende Spender

08.10.2003 - (idw) Robert Koch-Institut

GBE-Heft 17 "Organtransplantation und Organspende" erschienen

Ende 2001 warteten in Deutschland mehr als 9.000 Menschen auf eine Spenderniere. Mehr als 57.000 Menschen mussten sich regelmäßig der Dialyse unterziehen. Jedes Jahr kommen ca. 2.800 neue Anmeldungen für eine Spenderniere hinzu, bei etwa 2.300 Transplantationen pro Jahr, die Wartelisten werden länger. Das aktuelle GBE-Heft "Organtransplantation und Organspende" analysiert die Situation bei den wichtigsten soliden Organen, Niere, Leber, Herz, Lunge und Pankreas, die routinemäßig transplantiert werden. Bei allen Organen übersteigt der Bedarf das vorhandene Angebot. Eine Erhöhung der Spendebereitschaft erfordert neben der Motivation und Information der Bürgerinnen und Bürger auch die Unterstützung durch Ärzte und Krankenhäuser.

In den letzten Jahren stieg der Anteil von Lebendorganspenden deutlich an. Frauen stellen bei den Lebendorganspendern bei Lebern und Nieren den höheren Anteil, während die Wartelisten bei fast allen Organen mehr Männer ausweisen. Aktuelle Studien zeigen, dass das Geschlecht des Spenders sich auch auf die langfristige Funktion des übertragenen Organs auswirkt.

Seit rund 40 Jahren werden in Deutschland Organtransplantationen durchgeführt, insgesamt mehr als 60.000. Die rechtlichen Voraussetzungen für die Entnahme, Vermittlung und Übertragung von Organen regelt seit 1997 das Transplantationsgesetz. Organspenden werden in Deutschland durch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert. Vermittlungsstelle für Organe ist Eurotransplant, mit Sitz in Leiden (Niederlande). Dringlichkeit und Erfolgsaussichten sind die wesentlichen Kriterien für die Aufnahme in die Wartelisten.

Das GBE-Heft behandelt auch die Kosten und den Nutzen von Organtransplantationen sowie die Einstellung der Bevölkerung. Untersuchungen belegen, dass sich die Lebensqualität der Patienten nach der Transplantation verbessert. Die Organspende findet in der Bevölkerung breite Zustimmung (82%), einen Spenderausweis haben jedoch nur 12% der Befragten.

Das Robert Koch-Institut, das die Gesundheitsberichterstattung des Bundes in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchführt, veröffentlicht seit Anfang 2001 regelmäßig Themenhefte. Neben der Information über Gesundheit und Krankheit ist die Analyse und Identifikation von Handlungsbedarf ein besonderer Schwerpunkt dieser Reihe.

Das GBE-Heft "Organstransplantation und Organspende" kann kostenlos schriftlich angefordert werden beim Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung, Seestraße 10, 13353 Berlin, Fax 01888 - 754-3513, E-Mail gbe@rki.de.

Das Themenheft und weitere Informationen zur Gesundheitsberichterstattung im Internet unter www.rki.de/GBE/GBE.HTM.

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Herausgeber:
Robert Koch-Institut
Pressestelle
Nordufer 20
13353 Berlin

Tel.: 01888-754-2239
Fax: 01888-754-2265
E-Mail: presse@rki.de
www.rki.de
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