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Zeppelin Universität ehrt Professor Nico Stehr zum 70. Geburtstag

03.04.2012 - (idw) Zeppelin University

Friedrichshafen. Mit einem Festakt und einem Symposium hat die Zeppelin Universität (ZU) ihren langjährigen Professor Nico Stehr anlässlich seines 70. Geburtstages geehrt. Stehr ist seit 2004 Inhaber des Karl-Mannheim-Lehrstuhls für Kulturwissenschaften und Gründungsdirektor des Europäischen Zentrums für Nachhaltigkeitsforschung an der ZU. Glückwünsche in Dankbarkeit überbrachte denn auch ZU-Präsident Professor Dr. Stephan A. Jansen im Namen von Präsidium und ZU-Stiftung dem Jubilar. Er würdigte Stehr als einen Wissenschaftler von besonderer Expertise, Exzellenz, Experimentierfreude und Empathie, der 40 Jahre seines Schaffens der Weiterentwicklung der Sozial- und Kulturwissenschaften gewidmet habe und dabei in zwei Sprachkulturen etabliert sei. Stehr sei einer der sichtbarsten Repräsentanten unserer Universität und dabei von einer Exzellenz, die sich eine junge Universität nur wünschen kann.

Im Namen der Mitarbeiter schilderte Junior-Professor Dr. Marian Adolf vom Lehrstuhl für Medienkultur, der seit 2004 mit Stehr eng zusammenarbeitet, den Jubilar als einen großen Netzwerker, einen Katalysator, einen modernen Menschen: neugierig, kosmopolitisch und einer, der herausfordert. Adolf ging besonders auf Stehrs Rolle als Gründungsdirektor des Europäischen Zentrums für Nachhaltigkeitsforschung an der ZU ein: In einem Alter, in dem andere an den Ruhestand denken, schlug er ein neues Kapitel seiner akademischen Karriere auf. In einer sehr persönlichen Rede näherte sich schließlich ZU-Absolvent Sebastian Belser dem Geehrten: Beeindruckt habe ihn stets dessen enorm rastlose Produktivität. Und er machte dem Forscher ein Kompliment aus Sicht der Studierenden: Nico Stehr verführt zur Wissenschaft.

Den Tag über hatten zuvor namhafte Wissenschaftler beim Symposium über Social Knowledge and Knowledgeable Society zu Ehren Stehrs referiert und diskutiert. Dabei waren Weggefährten Stehrs wie Steve Fuller von der University of Warwick, Großbritannien, Reiner Grundmann von der Aston University, ebenfalls Großbritannien, Gernot Böhme von der TU Darmstadt, Hans von Storch von der Helmholtz-Zentrum Geesthacht und der Universität Hamburg, Hermann Strasser von der Universität Duisburg-Essen, Susan McDaniel von der University of Lethbridge, Kanada, und Volker Meja von der Memorial University Neufundland, ebenfalls Kanada.

Nico Stehr ist ein lebendes Netzwerk. Nachdem er mehr als ein Vierteljahrhundert Professor für Soziologie war und dabei die halbe nordamerikanische Wissenschaftslandschaft dieses Faches kennengelernt hatte, war er zehn Jahre lang in den unterschiedlichsten renommierten Forschungsinstituten und Universitäten Europas als Gastprofessor aktiv, unter anderem in München, Wien oder Zürich. Gelehrt hat er zudem in Südafrika, China und Schweden. Durch die Herausgeber-schaft unpublizierter Texte Karl Mannheims, des wichtigen ungarisch-jüdisch-deutschen Wissenssoziologen, ist er auch hierzulande einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden.

Im Jahr 2004 wechselte Stehr von der angesehenen University of Alberta in Kanada an die damals neugegründete ZU. Als Inhaber des Karl-Mannheim-Lehrstuhls ist Stehr der Problematik des Wissens und der Frage der gesellschaftlichen Rolle des Wissens treu geblieben: Ihn beschäftigen die sozialen Auswirkungen der gestiegenen Bedeutung der Rolle des Wissens in der modernen Gesellschaft. Denn einerseits ist immer mehr Wissen vorhanden und medial verfügbar, andererseits haben sich die Hoffnungen, die man einst an einen solchen Wissensfortschritt geknüpft hat, nur sehr bedingt erfüllt. Denn der Begriff des Wissens und die von mit zusammen mit dem Philosophen Gernot Böhme entwickelte Theorie der Wissensgesellschaft bleiben aktuell.

Intensiv befasst sich Stehr auch mit der Klimafolgenforschung insbesondere im Bereich der Anpassung und Vorsorge. Im Herbst vergangenen Jahres - also in einem Alter, da Professoren an öffentlichen Universitäten längst in den Zwangsruhestand geschickt worden sind - gründete er an der ZU das Europäische Zentrum für Nachhaltigkeitsforschung, das von namhaften Unternehmen wie Tognum und AUDI AG gefördert wird. Das Zentrum hat sich zum Ziel gesetzt, zu einem Forschungszentrum von nationalem und internationalem Stellenwert zu werden und wissenschaftliches Denken im Bereich der Nachhaltigkeit noch weiter zu etablieren und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis umsetzen zu helfen.


Nico Stehr ist neben seiner Tätigkeit an der ZU Mitglied der Royal Society of Canada, Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied der Verbraucherschutzkommission Baden-Württemberg, der Kommission für Risikoforschung und -wahrnehmung des Bundesinstituts für Risikobewertung, und er war Mitglied des Expertengremiums Global Governance of Science der Europäischen Kommission. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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