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Neue Alexander von Humboldt-Professoren ausgewählt19.04.2012 - (idw) Alexander von Humboldt-Stiftung
Fünf Forscher aus dem Ausland erhalten höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands.
Zwei Philosophen, ein Physiker, ein Mediziner und ein Altphilologe sind die neuen Alexander von Humboldt-Professoren. Der mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro dotierte internationale Preis für Forschung in Deutschland wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Mit der Alexander von Humboldt-Professur zeichnet die Stiftung weltweit führende und im Ausland tätige Forscher aller Disziplinen aus. Sie sollen langfristig zukunftsweisende Forschung an deutschen Hochschulen durchführen.
Die ausgewählten Preisträger treten nun in Berufungsverhandlungen mit den deutschen Universitäten, die sie für den Preis nominierten:
Gregory Ralph Crane (54), sowohl in der klassischen Philologie als auch in der Angewandten Informatik zuhause, wurde von der Universität Leipzig nominiert. Er arbeitet zurzeit an der Tufts University in den USA.
Der Philosoph Michael Neil Forster (54), derzeit an der University of Chicago in den USA tätig, soll zukünftig an der Universität Bonn forschen.
Stephan Hartmann (44), als Wissenschaftstheoretiker an der Tilburg University in den Niederlanden tätig, wurde nominiert von der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Der Physiker Michael Köhl (36), bisher an der University of Cambridge in Großbritannien, wurde ebenfalls von der Universität Bonn nominiert.
Der Mediziner Wolfram Ruf (54), zurzeit am Scripps Research Institute in den USA tätig, soll an der Universität Mainz arbeiten.
Der Auswahlausschuss der Humboldt-Stiftung hatte über 16 Anträge zu entscheiden. Von den Kandidaten arbeiten derzeit sieben in den USA, drei in Großbritannien, zwei in den Niederlanden und je einer in Frankreich, Italien, Japan und Kanada.
Das Preisgeld ist für die Finanzierung der ersten fünf Jahre in Deutschland bestimmt. Den Hochschulen eröffnet der Preis die Chance, internationalen Spitzenkräften konkurrenzfähige Rahmenbedingungen und eine langfristige Perspektive für die Arbeit in Deutschland zu bieten sowie ihr Profil zu schärfen.
Insgesamt werden 2012 bis zu zehn Preisträger ausgewählt. Die zweite Auswahlsitzung wird im Oktober stattfinden.
Die Verleihung der Preise an die sieben Humboldt-Professoren, die im letzten Jahr ausgewählt wurden und nun ihre Verhandlungen abgeschlossen haben, findet am 15. Mai 2012 in Berlin statt.
KURZPORTRÄTS DER NEUEN ALEXANDER VON HUMBOLDT-PROFESSOREN
++ Gregory Ralph Crane, Klassische Philologie ++
Nominierende Universität: Universität Leipzig
Gregory Ralph Crane kombiniert in einem innovativen Ansatz Altphilologie und Informatik. So wendet er Methoden der Informatik zur Systematisierung der kulturellen Entwicklung des Menschen an. Seine Reputation als Pionier der Digital Humanities, der digitalen Geisteswissenschaften, verdankt er der Entwicklung der Perseus Digital Library, einer umfangreichen und frei zugänglichen Online-Bibliothek für antike Quellen. Mit seinem Ruf an die Universität Leipzig soll das Institut für Informatik zu einem international sichtbaren Zentrum der Digital Humanities ausgebaut werden.
Prof. Dr. Gregory Ralph Crane, geb. 1957. Derzeit Lehrstuhlinhaber am Department of Computer Science der TUFTS University, Medford, USA. Promotion im Bereich klassische Altertumswissenschaften an der Harvard University 1985, danach dort Assistant Professor. Seit 1985 als Co-Director an den Planungen zum Perseus-Projekt beteiligt, seit 1992 als Assistant Professor, dann als Associate Professor an der TUFTS University. Seit 1998 Inhaber des Winnick Family Chair of Technology and Entrepreneurship. Für seine Leistungen wurde er unter anderem mit dem Google Digital Humanities Award 2010 ausgezeichnet.
++ Michael Neil Forster, Philosophie ++
Nominierende Universität: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Seinen Ruf als Philosoph mit weltweit einzigartigem Profil verdankt Michael Neil Forster unter anderem seinen Arbeiten über den Zusammenhang zwischen moderner Sprachphilosophie und ihren romantischen Wurzeln bei Herder. Er vereint in seinen Arbeiten die Ansätze analytischer Philosophie des anglo-amerikanischen Raumes mit den europäischen Ansätzen und gilt damit als wichtiger Vertreter derer, die die historischen Zusammenhänge zwischen beiden Ausrichtungen herausarbeiten. Zu seinen Spezialgebieten zählen die Philosophie des deutschen Idealismus bei Kant und Hegel bis hin zur Hermeneutik Heideggers und Gadamers. An der Universität Bonn soll Forster das neu gegründete Internationale Zentrum für Philosophie des Landes Nordrhein-Westfalen ausbauen helfen und somit die internationale Sichtbarkeit der Bonner Philosophie verstärken.
Prof. Dr. Michael Neil Forster, geb. 1957. Derzeit Glen A. Lloyd Distinguished Service Professor am Department of Philosophy der University of Chicago,USA. 1984-1985 Forschungsaufenthalt an der Universität Heidelberg, Promotion 1987 in
Princeton/USA. Assistant Professor von 1985-1990, danach Associate Professor, später Professor an der University of Chicago. Forster hat zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen erhalten.
++ Stephan Hartmann, Wissenschaftstheorie ++
Nominierende Universität: Ludwig-Maximilians-Universität München
Stephan Hartmann ist einer der führenden Wissenschaftler in der formalen Erkenntnistheorie und der Wissenschaftstheorie. Bekanntheit erlangte er vor allem wegen seines transdisziplinären Ansatzes, beispielsweise in der Anwendung der Theorie vom Bayesschen Netz, eines statistischen Modells der Wahrscheinlichkeitsverteilung, auf die Bewältigung verschiedener philosophischer Fragestellungen. An der Ludwig-Maximilians-Universität München soll er an der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft eine Professur im Bereich Philosophy of Science antreten. Zusätzlich soll er gemeinsam mit Humboldt-Professor Hannes Leitgeb das ebenfalls dort angesiedelte Munich Center for Mathematical Philosophy leiten. Ziel der Fakultät ist es, einer der fünf wichtigsten Einrichtungen für Logik und Wissenschaftsphilosophie zu werden.
Prof. Dr. Stephan Hartmann, geb. 1968. Derzeit Professor am Department of Philosophy an der Tilburg University, Niederlande. Forschungsaufenthalte in Washington, München, Pittsburgh, Konstanz und London, 1995 Promotion an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 2002 bis 2005 Leiter der Forschungsgruppe Philosophy, Probability and Modeling, 2004 bis 2006 Leiter des Centre for Philosophy of Natural and Social Science, von 2006 bis 2011 Professor am Department of Philosophy, Logic and Scientific Method am London School of Economics and Political Science.
++ Michael Köhl, Atom- und Molekülphysik ++
Nominierende Universität: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Michael Köhl gehört zu den Top-Forschern auf dem Gebiet der experimentellen Atomphysik und der Quantenoptik. Sein Arbeitsgebiet sind ultrakalte Teilchen und deren Wechselwirkungen untereinander. So entwickelte er beispielsweise Methoden zur Untersuchung von atomaren Fermi-Quantengasen, die weltweit von anderen Forschergruppen übernommen wurden. Von praktischer Bedeutung ist seine Forschung unter anderem für den widerstandslosen Stromfluss in Supraleitern. Eng zusammengearbeitet hat Köhl mit den Humboldtianern und Nobelpreisträgern für Physik Wolfgang Ketterle und Theodor Hänsch. Die Fortsetzung seiner Forschungen an der Universität Bonn soll den Grundstein für ein herausragendes Forschungszentrum an der Schnittstelle von Quantenoptik und kondensierter Materie legen.
Prof. Dr. Michael Köhl, geb. 1975. Derzeit am Department of Physics der University of Cambridge, Großbritannien. 2001 Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München, danach wissenschaftlicher Assistent an der ETH Zürich, 2006 dort Habilitation. Von 2007 bis
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