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Kampf um Wort und Schrift

27.04.2012 - (idw) Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz

Neuerscheinung der Reihe Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte

Der soeben erschienene, von Zaur Gasimov herausgegebene Band mit dem Titel »Kampf um Wort und Schrift. Russifizierung in Osteuropa im 19.-20. Jahrhundert« behandelt mit der Russifizierung eines der komplexesten Phänomene der russischen Geschichte. Seit Beginn der Neuzeit expandierte das Moskauer Fürstentum gen Westen und Süden. Zu Zeiten der Romanov-Dynastie umfasste Russland weite Gebiete mit überwiegend nichtrussischer und konfessionell heterogener Bevölkerung. Nach den Teilungen Polens sowie der Eroberung des Kaukasus und Zentralasiens im 18./19. Jahrhundert erhielt das Zarenreich Kontrolle über weitere alte Kulturräume, die es im Zuge der Kolonialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu assimilieren versuchte. Diese Versuche erfolgten nicht zuletzt mittels der Sprachpolitik: Polnisch, Ukrainisch und Litauisch wurden verboten, das Russische sollte im Bildungs- und Behördenwesen im gesamten Imperium dominieren.
Auch zu Sowjetzeiten lässt sich eine Kontinuität dieser Sprachpolitik Moskaus nachzeichnen. Nach einer kurzen liberalen Politik der »Verwurzelung« unter Lenin kam es unter Stalin zu einer forcierten Russifizierung, die sich zwar ohne Terrormaßnahmen, jedoch mit vergleichbarem Eifer unter Chruev, ernenko und Andropov fortsetzte. Erst unter Gorbaev wurde die sowjetische Sprachpolitik im Zuge der Perestrojka öffentlich kritisiert und die einzelnen Republiken konnten durch neue Gesetze ein Aussterben der lokalen Sprachen verhindern.
Der Band versammelt Beiträge von Kerstin Armborst-Weihs (Mainz), Ruth Bartholomä (Gießen), Karsten Brüggemann (Tallinn, Estland), Andreas Frings (Mainz), Zaur Gasimov (Mainz), Jan Kusber (Mainz), Malte Rolf (Hannover), Michael Smith (Indiana, USA), Irne neidere (Riga, Lettland), Jan Zofka (Leipzig).

ZAUR GASIMOV (Hg.)
Kampf um Wort und Schrift
Russifizierung in Osteuropa im 19.-20. Jahrhundert
2012, 213 S., geb. ISBN 978-3-525-10122-3, Preis 44,95
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz Beihefte - Band 90
Vandenhoeck & Ruprecht
Der Titel ist auch als eBook erhältlich.

Anfragen zu Rezensionsexemplaren senden Sie bitte direkt an den Verlag Vandenhoeck & Ruprecht (Ansprechpartnerin Frau Karen Saure, k.saure@v-r.de).

Kontakt
Institut für Europäische Geschichte (IEG)
Öffentlichkeitsarbeit / Veranstaltungen
Alte Universitätsstraße 19 | 55116 Mainz
Tel.: 06131-39 393 50 | E-Mail: ieg4@ieg-mainz.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.ieg-mainz.de/likecms/likecms.php?site=site.htm&nav=107&siteid... - Titeldetailseite http://www.v-r.de/de/title-1-1/kampf_um_wort_und_schrift-1007304/ - Link zur Verlagswebseite mit Bestellmöglichkeit
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