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Ein Führer durch die Jungsteinzeit

08.05.2012 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Ein Semester lang haben sich Studierende der Universität Würzburg mit dem Bandkeramik-Museum in Schwanfeld beschäftigt. Das Ergebnis ein didaktischer Leitfaden für Lehrer und Schulklassen haben sie jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Ausgrabungen zeigen: Schon vor rund 7500 Jahren lebten Menschen in Schwanfeld auf halber Strecke zwischen dem heutigen Würzburg und Schweinfurt. Wie sie wohnten, wovon sie lebten, womit sie arbeiteten: Darüber gibt das Bandkeramik-Museum Schwanfeld Auskunft. Der Name geht zurück auf die charakteristischen Verzierungen, mit denen die Menschen in der Jungsteinzeit ihre Krüge, Vasen und Teller schmückten. In dem 2010 eröffneten Museum bekommen die Besucher anhand von zahlreichen originalen Objekten sowie Nachbildungen einen Eindruck von der Zeit damals und der Entwicklung in den vergangenen 7000 Jahren.

Damit auch Schüler von einem Besuch im Bandkeramik-Museum profitieren, haben jetzt Studierende der Universität Würzburg einen didaktischen Leitfaden entwickelt und den Verantwortlichen des Museums übergeben. Die Studierenden sind entweder im Studiengang Museologie eingeschrieben oder angehende Grundschullehrerinnen.

Die Handreichung für Lehrer haben sie im Rahmen des Seminars Projektlernen in außerschulischen Lernorten Museumspädagogik im Bandkeramik-Museum Schwanfeld erarbeitet. Veranstaltet wurde das Seminar vom Lehrstuhl für Museologie und materielle Kultur sowie dem Zentrum für Lehrerbildung der Universität Würzburg.

Zum Einstieg in das Seminar haben die Studierenden an einer Schulklassenführung im Mainfränkischen Museum teilgenommen und diese analysiert. Dabei standen museumspädagogische Methoden im Mittelpunkt, erklärt Dozentin Petra Maidt. Anschließend machten sich die Studierenden bei zwei Besuchen in Schwanfeld mit dem dortigen Museum und seinen Inhalten vertraut. Dann ging es an die konkrete Arbeit.

29 Informationsblätter, sieben Arbeitsbögen sowie diverse Lagepläne zu den einzelnen Themenbereichen im Museum haben die Studierenden im Laufe des Seminars produziert. Ein großer Fortschritt, schließlich gab es bisher für das ehrenamtlich betreute Museum noch keine Publikation, die eine gezielte Vorbereitung eines Museumsbesuchs ermöglicht hätte, wie Petra Maidt sagt. In kurzen, knappen Texten grundlegende Fragen zur Jungsteinzeit erläutern, Ausstellungsobjekte erklären und methodische Ideen für die Vertiefung der Lehrinhalte entwickeln: So lautete die Aufgabe für die Seminarteilnehmer.

Eine große Herausforderung sei das Projekt für die Studierenden gewesen, sagt Petra Maidt. Schließlich hätten sich alle als Nicht-Fachwissenschaftler zunächst in das historische Thema einarbeiten müssen. Da jedoch die wissenschaftliche Literatur umfangreich vorhanden ist, war dies zu bewerkstelligen, so die Kunsthistorikerin und Museumspädagogin.

Das große Engagement der Studierenden Martina Meyr und Hannes Reichelt habe zudem eine professionelle Gestaltung der Handreichung ermöglicht. Das Ergebnis ihrer Arbeit haben die Studierenden gemeinsam mit ihrer Dozentin und dem Inhaber des Lehrstuhls für Museologie und materielle Kultur, Professor Guido Fackler, Ende April im Bandkeramik-Museum der Öffentlichkeit präsentiert. Schüler aus einer 7. Klasse der Mittelschule Schwanfeld konnten sie gleich zusammen mit ihrer Rektorin, Claudia Schmidt, testen.

Der Studiengang Museologie

Warum sammeln Menschen Gegenstände? Wie werden diese in Museen bewahrt, erforscht und ausgestellt? Was sagen sie über die Gesellschaft aus? Um solche Fragen geht es im Bachelor-Studiengang Museologie und materielle Kultur an der Universität Würzburg. Der Studienbeginn ist immer zum Wintersemester möglich, Zulassungsbeschränkungen gibt es nicht. Berufschancen finden die Absolventen unter anderem im Museums- und Ausstellungssektor.

Der Studiengang hat viel Praxisbezug. Bei Kooperationen mit Museen bekommen die Studierenden zum Beispiel Einblicke ins Feld der Museumspädagogik. Sie erfahren dabei aber auch sehr grundsätzliche Dinge: Wie stellt man Vitrinen gut auf, wie präsentiert man Exponate ansprechend, wie dokumentiert man die Stücke auf Fotos? Bei zahlreichen Exkursionen können die Studierenden unterschiedliche Ausstellungskonzepte und Präsentationen kennen lernen und vergleichen.


Zur Homepage des Bachelor-Studiengangs "Museologie und materielle Kultur": http://www.museologie.uni-wuerzburg.de

Kontakt

Prof. Dr. Guido Fackler, T (0931) 31-85607, guido.fackler@uni-wuerzburg.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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