Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 28. November 2014 

Indiens nationale und internationale Klimapolitik

09.05.2012 - (idw) GIGA German Institute of Global and Area Studies

GIGA Focus Asien (5/2012)
von Joachim Betz

Kostenloser Download unter:
http://www.giga-hamburg.de/giga-focus/asien

Nachdem Indien auf den Klimakonferenzen in Kopenhagen (2009) und Cancún (2010) überraschenderweise erstmals Zugeständnisse an verpflichtenden Eigenanstrengungen zur Abwendung der Klimakatastrophe gemacht hat, ist es auf der Konferenz in Durban (Ende 2011) ebenso überraschend wieder zu seiner traditionellen Verweigerungshaltung zurückgekehrt. Indien wurde bislang als eine der hauptsächlichen Bremskräfte eines effektiven internationalen Klimaregimes angesehen, das auch allen aufstrebenden Mächten eine Beteiligung bei der Eindämmung der Erderwärmung abverlangen würde. Diese Position ist bei den letzten Klimagipfeln unter zunehmende Kritik geraten, auch von Seiten ärmerer Entwicklungs- und Inselstaaten sowie von Umweltgruppen im Land selbst. Als Reaktion darauf hat die indische Regierung erstmals auf dem Klimagipfel in Kopenhagen eine freiwillige, nicht international überwachte Verpflichtung zur Senkung seiner Emissionen angekündigt. Dieser Kurskorrektur auf dem internationalen Parkett ging eine wahre Flut von nationalen Umwelt- und Klimainitiativen voraus.

Dieser moderate Wandel der indischen Klimapolitik erklärt sich

- aus Lerneffekten, nämlich erstens der Wahrnehmung, dass Indien zu den Ländern gehören wird, die am meisten unter weiterer Erderwärmung zu leiden haben werden,
und zweitens der Erkenntnis, dass Indien angesichts rückläufiger fossiler Energiequellen ohnedies nicht darum herumkommt, Energie effizienter einzusetzen;

- mit dem Wunsch der indischen Regierung als verantwortungsbewusster internationaler Akteur wahrgenommen zu werden, dem daher auch größere Mitsprache in Internationalen Organisationen zukommt, ein Wunsch, der durch die zunehmende Isolation Indiens auf den Klimagipfeln nicht gerade gefördert wurde;

- aus der politischen Stärkung umweltfreundlicher Gruppen und Verbände in Indien.

- Jenseits dieser Gründe darf man nicht vergessen, dass die Selbstverpflichtung Indiens in Kopenhagen keinen revolutionären Wandel erzwingt mehr wäre mit dem
Einsatz bekannter, vergleichsweise kostengünstiger Neuerungen möglich gewesen.

Das GIGA gibt Focus-Reihen zu Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost sowie zu globalen Fragen heraus. Kostenloser Zugang zu allen Heften über:
http://www.giga-hamburg.de/giga-focus. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: <www.giga-hamburg.de/giga-focus/asien - GIGA Focus Asien http://www.giga-hamburg.de/giga-focus - alle Reihen des GIGA Focus http://www.giga-hamburg.de/ias - Website GIGA Institut für Asien-Studien http://staff.giga-hamburg.de/betz - Website von Prof. Dr. Joachim Betz http://www.giga-hamburg.de - Homepage des GIGA
uniprotokolle > Nachrichten > Indiens nationale und internationale Klimapolitik
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/237141/">Indiens nationale und internationale Klimapolitik </a>