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10 Jahre Medizin-Bibliothek in Münster

10.10.2003 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Jahr für Jahr steigende Nutzerzahlen, ein erster Platz beim Hochschulranking der Zeitschrift "stern" - die Zweigbibliothek Medizin (ZB Med) der Universität Münster blickt auf zehn erfolgreiche Jahre ihres Bestehens zurück.

Das Jubiläum feiert das elfköpfige Team um Bibliotheksdirektor Dr. Oliver Obst unter anderem mit einer Ausstellung. "Der Arzt, das Buch und das Bild - Medizinische Darstellungen aus münsterischen Sammlungen" lautet der Titel der Schau, die vom 6. Oktober bis zum 20. November in den Räumen der Bibliothek an der Domagkstraße 9 zu sehen sein wird. Die Besucher erwarten kostbare illustrierte Bücher aus fünf Jahrhunderten, wie zum Beispiel die "Heylsame Dreckapothecke" von Christian Franz Paullini, sowie Wachsmodelle von Hautkrankheiten, so genannte "Moulagen", wie sie bis in die 50-er Jahre des 20. Jahrhunderts in der Medizinerausbildung Verwendung fanden.

Münsters Medizinbibliothek wurde 1993 als Zweigstelle der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) gegründet und ist eine der größten Medizinbibliotheken in Nordrhein-Westfalen. Das Backsteingebäude aus den zwanziger Jahren beherbergte bis 1981 die Zentralwäscherei des Klinikums. Mit viel Liebe zum Detail wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude umgebaut und die Architektur auf die Bedürfnisse einer modernen Bibliothek abgestimmt.

Die 2.580 Quadratmeter große Bücherei verfügt auf zwei Geschossen über insgesamt 200 Arbeitsplätze, die zum Teil für PC- und Laptop-Nutzung ausgestattet sind, über einen modernen Schulungsraum, Gruppenarbeitsräume sowie einen Freiluft-Lesegarten. Auf 50.000 Bücher, 600 laufende Print- und 1.800 Online-Zeitschriften - die meisten Online-Zeitschriften einer Medizinbibliothek in NRW - kann dort frei zugegriffen werden. Darüber hinaus werden den Nutzern Recherchemöglichkeiten in medizinischen Literaturdatenbanken, audiovisuelle Lehr- und Lernmaterialien sowie CD-ROMs zur Verfügung gestellt. Deutschlandweit einzigartig ist der kostenfreie Expressdienst "subito" für die Beschaffung vor Ort nicht verfügbarer Fachaufsätze und Buchkapitel. Zusammen mit den Online-Zeitschriften ermöglicht dieser Service es Studierenden, Ärzten und Wissenschaftlern der Fakultät und des Klinikums in Münster meist in Sekundenschnelle, längstens aber innerhalb von 24 Stunden auf jeden Forschungsartikel weltweit zugreifen können.

Die Nutzerzahlen der ZB Med sind von Jahr zu Jahr kontinuierlich gestiegen - zeitweilig um bis zu 15 Prozent. Im vergangenen Juli verzeichnete die Bibliothek ihre 500.000te Ausleihe. Ein Großteil der Nutzer ist auf dieses Angebot angewiesen, da gerade medizinische Lehr- und Fachbücher meist sehr teuer sind. "Die Ausleihzahlen von Büchern und CD-ROMs nehmen nicht mehr so stark zu wie in früheren Jahren, dafür werden die Internetangebote stärker genutzt", erläutert Bibliotheksdirektor Dr. Oliver Obst den aktuellen Trend. Der Großteil der "Ausleihen" erfolge mittlerweile durch den Download elektronischer Bücher und Zeitschriften im Intranet der Universität. Dr. Obst: "Anstatt dass sich die Nutzer die gewünschte Literatur persönlich bei uns abholen, bringen wir sie immer öfter per Datenleitung zu ihnen."

Der Erfolg der Bibliothek basiert nicht zuletzt auf ihrer konsequenten Service-Orientierung. Zwölf Mitarbeiter sorgen dafür, dass an Wochentagen abends bis 22 Uhr, an Samstagen bis 18 Uhr und selbst an Sonntagnachmittagen von 14 bis 18 Uhr Bücher und andere Medien ausgeliehen werden können. Ebenso werden Sprechstunden für die Literatursuche und spezielle Schulungen im Umgang mit den verschiedenen Bibliotheksdiensten angeboten. Bei einem bundesweiten Hochschulranking der Humanmedizin, das vom Magazin "stern" in diesem Jahr gemeinsam mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) durchgeführt wurde, bewerteten studentische Nutzer sämtliche deutsche Medizinbibliotheken unter anderem nach den Kriterien "Verfügbarkeit der Literatur", "Bestand an Büchern und Zeitschriften", "Beratungsangebot", "Literaturrecherche", "Öffnungszeiten" und "Ausstattung der Arbeitsplätze". Mit einer Durchschnittsnote von 1,9 landete die Medizinbibliothek in Münster dabei auf Platz eins. Die Bücherei steht auch interessierten Privatpersonen und Firmen offen. Ihre Benutzung ist gebührenfrei. Eine Online-Version der Jubiläums-Ausstellung sowie eine Übersicht über sämtliche Veranstaltungen der Jubiläumswoche findet man im Internet unter www.zbmed.uni-muenster.de.

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