 |
| powered by
|
Ausstellung "Deutsch-Russische Meeres- und Polarforschung - Brennpunkte der Zusammenarbeit" in Bonn11.05.2012 - (idw) Zoologisches Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig
Heute eröffneten Staatssekretär Dr. Georg Schütte, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Wolfgang Wägele, Direktor des zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig, und Prof. Dr. Peter M. Herzig, Direktor Geomar, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, Kiel, im Museum Koenig in Bonn die Sonderausstellung Deutsch-Russische Meeres- und Polarforschung - Brennpunkte der Zusammenarbeit. Die Ausstellung präsentiert aktuelle Ergebnisse der exzellenten Forschungsarbeit an spannenden Themen in kommunikativ-anschaulicher Weise, indem 14 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ihre Forschungsprojekte mit den Museumsbesuchern in deutscher und russischer Sprache diskutieren.
Eine ganz besondere Anschaulichkeit erhält die Ausstellung durch einen sechs Quadratmeter roßen Teppich, auf dem der Nordpol abgebildet ist. Was zunächst langweilig klingt, erweist sich als ungeahnt aufregend: Mit einer interaktiven Rallye und dank der erläuternden Fachleute wird der Teppich zum Erlebnisfeld für die geradezu spielerische Erfassung des Zusammenhangs der Vielfalt der Forschungsdaten: Die Menschen und Teams rücken in den Vordergrund, wodurch die Themen in der Wahrnehmung ihren abstrakten Charakter verlieren und konkret werden. Die Forschungsarbeiten und ergebnisse, die die Basis zur Beantwortung dringlicher gesellschaftlicher Zukunftsfragen sind und die bilateralen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland stärken, werden zentraler Teil des Austausches zwischen Museumsbesucher und Wissenschaftler. Die Wanderausstellung ist mit wesentlicher Beteilung deutscher Wissenschaftler entstanden.
Forschungsmuseen wie das Museum Koenig sind nicht nur Heimstatt exzellenter Forschung, sondern auch Orte der Bildung und des Wissenstransfers, sagte der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Georg Schütte, heute zur Eröffnung. Ich bin beeindruckt, mit wie viel Engagement und Herzblut die Nachwuchswissenschaftler unter teils sehr widrigen Umständen in der Arktis neue Forschungsergebnisse erzielen und hier als lebendige Ausstellungsführer dem interessierten Publikum gut verständlich aufbereiten, so Schütte weiter.
"Das Museum Koenig ist der richtige Ort für diese Ausstellung, die die besonders hochrangige Forschung in Europa präsentiert. Nicht alle wissenschaftlichen Fragen werden endgültig beantwortet werden, aber ohne diese Forschung könnten viele gesellschaftliche Fragestellungen weniger gut beantwortet werden" ergänzte Herzig.
"Es ist gut angelegtes Geld, das den Wissenschaftlern nicht nur die Möglichkeit gibt, wichtige Ergebnisse zu liefern, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit in faszinierender Weise zugänglich zu machen" dankte Wägele in seiner Rede den Organisatoren und Geldgebern.
Die Ausstellung ist vom 12.05. bis zum 16.05.12 zu sehen.
Deutschland und Russland kooperieren in der Meeres- und Polarforschung traditionell seit langer Zeit und die gemeinsame Forschung hat niemals an Bedeutung verloren. Russland ist das flächenmäßig größte Land der Erde. Es grenzt an den Arktischen Ozean, an die Ostsee, an den Pazifik und ans Schwarze Meer, es reicht von den polaren bis in die gemäßigten Klimazonen. Für Wissenschaftler, die sich mit dem Meer, dem Klima, aber auch mit Rohstoffen oder Vulkanismus beschäftigen, sind die weiten Flächen und vor allem die riesigen Küstenmeere Russlands daher ein spannendes Arbeitsgebiet.
Forschungen zum Rückgang des Meereises in der Arktis oder zur Eisbildung in den arktischen Randmeeren werden genauso vorgestellt wie Gashydrat-Forschungen im Schwarzen Meer. In Nordostsibirien rekonstruieren Wissenschafter die Klimageschichte der Erde anhand von Ablagerungen in einem Kratersee und auf der Halbinsel Kamtschatka finden deutsche und russische Geowissenschaftler in mächtigen Aschelagen Antworten auf die Frage, wie sich der Vulkanismus im Nordwestpazifik in den vergangenen 10.000 Jahren entwickelt hat. Was in Zeiten der globalen Erderwärmung mit den Permafrostböden Sibiriens und dem darin eingeschlossenen Methan passieren kann, untersuchen Wissenschaftler an der Samoilow-Station im nordost-sibirischen Lena-Delta. Als Koordinierungsstelle für all diese Aktivitäten dient das 1999 gegründete Otto-Schmidt-Labor in St. Petersburg, das von deutscher Seite vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und vom GEOMAR, Kiel, betrieben wird. Unter der Federführung der Universität Hamburg und der Staatlichen Universität Sankt Petersburg wird außerdem ein gemeinsamer deutsch-russischer Masterstudiengang für Polar- und Meereswissenschaften (POMOR) durchgeführt. Alle diese Institutionen und Projekte werden in der Ausstellung präsentiert.
Gefördert wird die Ausstellung vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung. Darüber hinaus wird die Ausstellung durch die Staatliche Universität Sankt Petersburg, das Staatliche Institut für Arktis- und Antarktisforschung des Föderalen Dienstes für Hydrometeorologie und Umweltmonitoring der Russischen Föderation (AARI), das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft (AWI) in Bremerhaven und Potsdam, das GEOMAR in Kiel, sowie die Universitäten Bremen, Hamburg und Köln federführend unterstützt.
------------------------------------
Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung des Ministeriums für Innovation, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Leibniz-Institut für die Biodiversität der Tiere hat es einen Forschungsanteil von mehr als 75 %. Das ZFMK betreibt sammlungsbasierte Biodiversitätsforschung zur Systematik und Phylogenie, Biogeographie und Taxonomie der terrestrischen Fauna. Innovative Methoden- und Arbeitsansätze der molekularen Biodiversitätsforschung dienen auch Studien zur Nachhaltigkeit. Das ZFMK hat 89 fest angestellte Mitarbeiter, davon 37 Wissenschaftler. Studenten der Biologie werden in Kooperation mit der Universität Bonn ausgebildet. Die Ausstellung Unser blauer Planet trägt zum Verständnis von Biodiversität unter globalen Aspekten bei.
Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Näheres unter www.leibniz-gemeinschaft.de
jQuery(document).ready(function($) {
$("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location);
});
Weitere Informationen:
http://www.zfmk.de/web/Museum/Sonderausstellung/2012/201205_LebendeAusstellung/i... - weitere Informationen
| uniprotokolle > Nachrichten > Ausstellung "Deutsch-Russische Meeres- und Polarforschung - Brennpunkte der Zusammenarbeit" in Bonn | |
| |
HTML-Code zum Verweis auf diese Seite: <a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/237364/">Ausstellung "Deutsch-Russische Meeres- und Polarforschung - Brennpunkte der Zusammenarbeit" in Bonn </a>
|