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In der Champions League spielen: Was Unternehmen von Fußballvereinen lernen können

14.05.2012 - (idw) Jacobs University Bremen

Der FC Bayern München steht am 19. Mai 2012 zum neunten Mal im Champions League Finale und ist trotz der Niederlage im DFB-Pokalfinale - einer der weltweit erfolgreichsten Fußballvereine. Führen Profifußball-Strategien auch Unternehmen zum Erfolg? Sven Voelpel, Professor of Business Administration an der Jacobs University, zeigt, dass Profifußball der Wirtschaft sogar oft voraus ist, weil der Druck ungleich höher ist. Denn Fußball ist ein enorm kurzfristiges Geschäft. Trainer werden bereits nach vergleichsweise kurzen Phasen von Erfolglosigkeit entlassen. Andererseits müssen Fußballvereine langfristige Ziele, wie neue Sponsorenverträge und die Nachwuchsförderung im Blick behalten. Das Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Erfolg und langfristiger Planung, in dem sich Profi-Fußballvereine bewegen, ähnelt den Herausforderungen, denen sich Unternehmen stellen müssen. In Unternehmen sind kurzfristige Ziele, die Ausschöpfung von Produkten und Dienstleistungen, den Cash Cows, wichtig. Aber ein Unternehmen muss auch die langfristige Neuentwicklung von Produkten und Strategien beachten. Jacobs-Professor Sven Voelpel hat die Erfolgsformel des Profi-Fußballs erforscht, um sie auf die Wirtschaft übertragbar zu machen:

Erfolg in der Geschäftswelt, wie im Fußball hängt von den gleichen Managementfaktoren ab: Strategie, Struktur, Führung und Kultur. Vom Fußball können Führungskräfte besonders gut lernen, da Erfolg unmittelbarer gemessen und mit härteren Konsequenzen versehen ist. Und Fußball konzentriert sich auf das Wesentliche: Wahre Leistung entsteht nur durch Leidenschaft.

Der richtige Führungsstil und die Balance zwischen Forderung und Förderung der Mitarbeiter bzw. der Spieler, sind elementar. Die besondere Qualität des Trainers Jürgen Klopp von Borussia Dortmund ist es zum Beispiel, viel von seinen Spielern zu fordern, andererseits aber auch glaubwürdig Aufbauhilfe zu leisten, sollten Unsicherheiten bestehen. Auf die Frage, was die Wirtschaft vom Profifußball lernen kann, sagt Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München:

Im Fußball ist der Teamgeist sehr ausgeprägt. Das ist übertragbar auf jedes Unternehmen. Mitarbeiter bekommen das Gefühl, dass sie wichtig sind und ernst genommen werden. Und dass man nur in einem Team imstande ist, den Erfolg zu garantieren. Und noch eine wichtige Komponente: Man sollte das Personal schützen. Denn nur zufriedene Mitarbeiter befeuern das Unternehmen.

Der Dienstleister für Kunden-Management-Lösungen buw bettet seit Jahren Ideen aus dem Fußball zentral in seine Unternehmenskultur ein. Sven Voelpel hat das Unternehmen und seine Strukturen analysiert. Der buw Geschäftsführer Jens Bormann beschreibt seine Philosophie unter anderem so: Während der Vertrieb nach vorne stürmt, um neue Projekte zu gewinnen, fungieren die Fachabteilungen als Flankengeber innovativer Technik und neuer Produkte. Die Mitarbeiter fühlen sich als Akteure eines Fußballclubs. Was merkwürdig klingt, ist ein preisgekröntes Beispiel für moderne Unternehmenskultur in einem Geschäftsfeld, das nicht den besten Ruf genießt. Der Kommunikationsdienstleister ist 2012 erneut mit dem Top Job Gütesiegel für herausragende Personalarbeit ausgezeichnet worden. Dieser Erfolg zeigt, dass Fußballtugenden wie Leidenschaft, Teamgeist, Fairplay und Siegeswille nicht nur auf die Wirtschaft übertragen werden können, sondern sie auch anregen und bereichern.

Die Forschungsergebnisse hat Sven Voelpel zusammen mit Ralf Lanwehr, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Business and Information Technology School Iserlohn, in dem Buch Managment für die Champions League - Was wir vom Profifußball lernen können zusammengetragen.

Kontakt:
Sven Voelpel | Professor of Business Administration
Email: s.voelpel@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3467 jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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