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Uni Hildesheim: Niedersächsische Hochschulpolitik zwischen Finanzkrise und Strukturreform

11.10.2003 - (idw) Universität Hildesheim


Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich Die niedersächsische Hochschulpolitik steht angesichts der Finanzkrise der öffentlichen Haushalte unter einem enormen Entscheidungsdruck. Ab 2004 müssen die Hochschulen des Landes mit jährlich 40,6 Millionen Euro weniger auskommen. Auch die Universität Hildesheim ist hiervon direkt betroffen. Bereits 2003 verlor die Hochschule einen sechsstelligen Eurobetrag für Projekte der Bildungsforschung. Vorsorglich hat der Senat der Universität auf Vorschlag des Präsidiums eine fünfprozentige Haushaltssperre für 2003 und eine zehnprozentige für 2004 beschlossen. Davon betroffen sind in erster Linie Lehraufträge, wissenschaftliche Hilfskräfte, Bibliotheksmittel und Investitionen in der Verwaltung. Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich erklärte zu den Sofortmaßnahmen: "Die Finanzkrise des Landes zwingt auch die Hochschulen zu solidarischem Handeln. Zu den Auswirkungen gehört aber ein Qualitätsverlust in der Lehre. Längerfristig wird Niedersachsen sogar erheblichen Schaden nehmen, wenn die Forschungsinvestitionen nicht wachsen."

Die von Wissenschaftsminister Lutz Stratmann gleichzeitig vorangetriebene Strukturreform verspricht hingegen Vorteile. Die Absicht des Ministers, im Rahmen seines Hochschuloptimierungskonzeptes die Lehramtsausbildung für Grund-, Haupt- und Realschulen von Hannover nach Hildesheim zu verlagern, könnte zu einer Stärkung der Universität Hildesheim genutzt werden. Stratmann folgt in wesentlichen Punkten den Empfehlungen der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen, die von Präsidium und Senat der Universität Hildesheim begrüßt wurden. Präsident Friedrich sieht in der Strukturreform des Ministers ein erhebliches Innovationspotential. Stratmann will die Stärken der einzelnen Standorte weiter stärken und Schwächen durch Verlagerungen beheben. Hildesheim verfügt über drei starke Profilelemente: die Bildungs-, die Kultur sowie die Informations- und Kommunikationswissenschaften.

Präsident Friedrich erklärt hierzu: "Unsere große Gestaltungschance besteht darin, den Zuwachs an Ressourcen intern zu einem wohl balancierten Ausbau aller drei Kernbereiche zu nutzen. Exzellenz in der Lehramtsausbildung gehört zu unseren Programm. Aber es gehören eben auch weitere Teile dazu. Diese müssen weiter interdisziplinär vernetzt werden. Unsere Zukunft als Profiluniversität wird mittelfristig maßgeblich von einem qualitätsbewussten Ausbau aller drei wissenschaftlichen Bereiche bestimmt; und ferner ist eine Stärkung der universitären Infrastruktur unverzichtbar."

Präsident Friedrich und Stiftungsratsvorsitzender Dr. Jürgen Stark haben sich ferner in Schreiben an Minister Stratmann und Ministerpräsident Wulff für einen pfleglichen Umgang mit dem Stiftungsmodell eingesetzt. Die Universität Hildes-heim ist seit dem 1. Januar 2003 öffentlich-rechtliche Stiftungshochschule. "Das Stiftungsmodell darf nicht durch Haushaltskürzungen in seinem Gehalt dauerhaft beschädigt werden. Stifter müssen die Gewissheit haben, dass ihre Fördergelder nicht an den Fiskus weitergereicht werden." Minister Stratmann hat zugesichert, hierauf Rücksicht zu nehmen.
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