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Stiftungsrat der Uni Lüneburg sieht Fusionsprojekt positiv

11.10.2003 - (idw) Universität Lüneburg

Der Stiftungsrat der Stiftung Universität Lüneburg trat am 9. Oktober zu seiner zweiten Sitzung in Lüneburg zusammen. Auf der Tagesordnung stand neben der Beschlußfassung zu Aufgaben des laufenden Stiftungsgeschäftes auch eine Aussprache zu der geplanten Fusion von Universität und Fachhochschule am Standort Lüneburg.

Bisher sind nur sehr allgemeine Rahmenbedingungen für die Vereinigung der beiden Hochschulen bekannt und der Prozeß der Abstimmung zwischen den Hochschulen hat gerade erst begonnen. Dennoch herrschte im Stiftungsrat die Auffassung vor, dass das Fusionsprojekt eine ganz besondere Chance für den Standort Lüneburg darstellt. Jens Petersen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg und Vorsitzender des Stiftungsrates, sagte: "Wir müssen die Perspektive im Blick haben und sehen, welche Chancen die Fusion hinsichtlich des Bologna-Prozesses mit sich bringt. Die flächendeckende Einführung von Bachelor- und Master-Abschlüssen an der künftigen Universität betont einmal mehr die Vorreiter-Rolle Lüneburgs, wenn es darum geht, die Zeichen der Zeit zu erkennen und Reformprozesse pragmatisch anzupacken." Petersen machte den Uni-Angehörigen auch Mut: "Wenn ich bedenke, dass vor genau einem Jahr die Universität sich dafür entschieden hat, in die Trägerschaft einer Stiftung überzugehen, und sehe, was alles an bahnbrechenden Reform-Aktivitäten seitdem auf dem Campus eingeleitet worden ist, kann ich nur sagen, dass sich manches Unternehmen ein Beispiel daran nehmen sollte, wie diese Universität sich unter widrigsten Bedingungen auf den Weg in die Zukunft gemacht hat."

Die bevorstehende Entwicklung wurde auch von den anderen Stiftungsratsmitgliedern als chancenreich bewertet: Prof. Dr. Rietje van Dam-Mieras aus den Niederlanden berichtete von den Erfahrungen, die man dort mit vergleichbaren Veränderungsprozessen gemacht hat. Sie sah im bevorstehenden Umbau der Studiengangsstruktur auch die Aufforderung, alle bisherigen Angebote neu zu durchdenken und mit einem hohen Maß an Kreativität dafür zu sorgen, dass die bisher von der Universität erreichte Reputation und ihr gutes Profil weiter verbessert werden.
Auch Prof. Dr. Lenelis Kruse, die stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates, betonte die Bedeutung der Kreativität: "Die Universität Lüneburg hat sich schon in der Vergangenheit als sehr kreativ erwiesen, wenn es darum ging, neue Studienangebote zu entwickeln. Ich bin zuversichtlich, dass dies eine gute Basis für die anstehenden Aufgaben darstellt."

Prof. Dr. Sigrid Bekmeier-Feuerhahn, Vertreterin des Senats der Universität im Stiftungsrat, hob ebenfalls die gute Startposition ihrer Hochschule hervor: "Das hohe Maß an Vernetzung der unterschiedlichen Disziplinen, das ein Profilelement der Universität Lüneburg darstellt, sehe ich als große Chance auch und gerade für die Entwicklung neuer Studiengänge." Sie betonte auch den hohen Stellenwert, den eine gute Öffentlichkeitsarbeit für den Erfolg der "neuen" Universität haben werde. Nur wenn es gelinge, die hohen Qualitätsstandards, die in Forschung und Lehre für die Universität Fortgeltung haben müssen, auch so zu kommunizieren, könne gegenüber der Öffentlichkeit deutlich werden, dass die Universität Lüneburg auch in ihrer künftigen Gestalt Garant für wissenschaftliche Qualität bleibe.
Ministerialrat Heiko Gevers, der Vertreter des Wissenschaftsministeriums im Stiftungsrat, stellte die aktuellen Veränderungen im niedersächsischen Hochschulsystem vor den Hintergrund der dramatischen Haushaltslage: "Im November und Dezember müssen die Gehälter der Beamten vom Land bereits über Kredite finanziert werden. Kürzungen in allen Bereichen sind daher unausweichlich und müssen deshalb auch den Hochschulsektor treffen. In Lüneburg rechnen wir damit, dauerhaft einen Betrag von etwa 5 Millionen Euro in den Hochschulen einsparen zu können." Gevers appellierte an den guten Willen der Beteiligten und forderte dazu auf, in einem gemeinsamen Prozeß dem Projekt zum Erfolg zu verhelfen.

Vor dem Beginn der Stiftungsratssitzung hatte es ein erstes - hochschulöffentliches - Zusammentreffen des Stiftungsrates mit einem Beirat aus Universitätsvertretern gegeben. Dieses gab Mitgliedern aller Statusgruppen der Universität (Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter, Mitarbeiter im technischen und Verwaltungsdienst und Studierenden) die Möglichkeit, dem Stiftungsrat die Auffassungen und Wünsche der verschiedenen Gruppen mit Blick auf den anstehenden Fusionsprozess mitzuteilen. Stiftungsratsvorsitzender Petersen zog eine positive Bilanz dieses ersten Treffens mit dem Beirat und sagte mit Blick auf künftige Zusammenkünfte: "Zwischen Stiftungsrat und Beirat sollen gerade im Fusionsprozess Transparenz und Offenheit herrschen und gepflegt werden."

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