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Umfassende DFG-Förderung für die Medizin der TU Dresden

23.05.2012 - (idw) Technische Universität Dresden

SFB/Transregio 127 Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation vom Labor in die Klinik: Dresdner Spitzenmediziner erforschen neue Transplantationswege mit Tier-Geweben und -Organen Die DFG - fördert mit mehr als 13 Mio. Euro den SFB/Transregio Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation vom Labor in die Klinik. Neben Spitzenmedizinern der TU Dresden erforschen Wissenschaftler der LMU München, der TU München, der Medizinischen Hochschule Hannover sowie weiterer vier Forschungsinstitute neue Wege der Organ-, Gewebe- und Zelltransplantation.

Organ- und Zelltransplantationen sind bei manchen chronischen Erkrankungen eine Behandlung der Wahl, bei denen andere Therapien keinen Erfolg (mehr) versprechen. Dies ist beispielsweise bei einer Leberzirrhose der Fall, einem drohenden oder bereits eingetretenen Nierenversagen oder bei einem Typ-1-Diabetes mellitus mit schwerem Krankheitsverlauf. Ins Spektrum der Transplantationen gehört auch die Inselzelltransplantation, die zurzeit deutschlandweit nur in Dresden angeboten wird. Dabei werden Insulin-produzierende Zellen aus einem Spenderorgan (Bauchspeicheldrüse) entnommen, aufwändig aufbereitet und anschließend dem Empfänger in die Leber gespritzt.

Die Zusage der DFG für einen Forschungsverbund dieser Größe unterstreicht einmal mehr, welche Bedeutung Transplantationen als Therapie in der Medizin haben. Und die Bedeutung und Notwendigkeit von Transplantationen wird in Zukunft weiter zunehmen, so der wissenschaftliche Sekretär und Dresdner Standortsprecher des Transregio 127, Professor Stefan R. Bornstein, Klinikdirektor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Bornstein und weitere Dresdner Spitzenmediziner gehören zum Transregio 127, der eine Kooperation von Experten aus Grundlagen-, translationaler Forschung sowie Transplantationsmedizin darstellt. Prof. Bornstein: Viele Menschen warten vergeblich auf ein lebensrettendes Organ, weil das Angebot an Spenderorganen viel geringer ist, als die Zahl der potenziellen Empfänger. Darum suchen wir neue Wege, die zukünftig mehr Menschen helfen können. Neue Transplantationswege erhoffen sich die Wissenschaftler durch die Erforschung xenogener Transplantationen oder Xenotransplantationen. Bei dieser Form der Transplantation gehören die Gewebe- oder Organ-Spender einer anderen Art an als die Empfänger.

Der Schwerpunkt des Dresdner Beitrags im deutschlandweiten Forschungsverbund liegt bei der Inselzelltransplantation. So beschäftigt sich ein Projekt der Dresdner Wissenschaftler am Universitätsklinikum und am Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD) Prof. Triantafyllos Chavakis, Dr. Claudia Waskow und Dr. Barbara Ludwig mit dem frühen Funktionsverlust transplantierter Inselzellen durch eine früh einsetzende Abstoßungsreaktion. Die Wissenschaftler haben hier die biologischen Mechanismen im Endothel (Gefäßwandauskleidung) der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) im Blick. Im Mausmodell untersuchen sie die Immunantwort durch Implantation von Schweinezellen in Mäuse mit humanisiertem Immunsystem.

Ein weiteres Projekt der Forscher Dr. Barbara Ludwig und Prof. Stefan R. Bornstein beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Kammer für Inselzellen, die Insulin-produzierende Zellen enthält und in den Körper des Empfängers eingesetzt wird. Entscheidender Vorteil dieser Kammer im Vergleich zur bisherigen Inseltransplantation soll sein, dass sie eine Immunisolation bietet. Der Empfänger bräuchte keine Immunsuppressiva mehr einzunehmen, da die Kammer zwar eine kontrollierte Sauerstoffversorgung der Inselzellen erlaubt und das produzierte Insulin aus der Kammer in den Körper leitet, die Inselzellen jedoch vor der Immunantwort des Empfängers, nämlich der Abstoßung der Zellen, schützt.

In einem dritten Projekt erforschen die Dresdner Mediziner Substanzen, die Entzündungs- und Abstoßungsreaktionen gegen Inselzellen verhindern sollen, die nach bisherigen Verfahren in die Leber gespritzt werden. Ein weiteres viertes Projekt der Dresdner Forscher am CRTD und Paul Langerhans Institut Dresden unter der Leitung von Dr. Stephan Speier, Prof. Michele Solimena und Prof. Ezio Bonifacio beschäftigt sich mit der einmaligen Möglichkeit, das Überleben der insulinproduzierenden Langerhansschen Inseln in einem Transplantationsmodell im Augenhintergrund von Tieren darzustellen.

Mit diesem Verbund ist Deutschland weltweit an vorderster Front, das Gebiet der Transplantationsmedizin entscheidend zum Wohl der Patienten voranzutreiben.

Informationen für Journalisten:
Prof. Dr. med. Stefan R. Bornstein, Tel.: +49 351 458 5955
E-Mail: stefan.bornstein@uniklinkum-dresden.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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