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Zweifaches Gütesiegel für die Behandlung von Brustkrebs

14.10.2003 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Heidelberger Brustzentrum erhält Zertifizierung von wissenschaftlichen Fachgesellschaften und vom TÜV Süddeutschland


Prof. Dr. Dr. Michael Wannenmacher (Deutsche Krebsgesellschaft, links) und Rolf Schmitz (TÜV Süddeutschland, rechts) überreichen Prof. Dr. Dr. Gunther Bastert die beiden Zertifikate für das Brustzentrum. / Foto: Manfred Liedtke. Das Brustzentrum der Universitäts-Frauenklinik hat zwei Gütesiegel für seine hohe Behandlungsqualität erhalten: Es wurde von den wissenschaftlichen Fachgesellschaften zertifiziert und hat vom TÜV Süddeutschland die Zertifizierung nach ISO 9001/2000 erhalten. Am 10. Oktober 2003 hat Prof. Dr. Dr. h.c. Gunther Bastert, Geschäftsführender Direktor der Universitäts-Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums, die beiden Zertifizierungsurkunden von den Vertretern der prüfenden Institutionen entgegengenommen.

Damit wird anerkannt, dass das Brustzentrum die fachlichen Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie erfüllt. Dazu gehören unter anderem eine hohe Anzahl an Brustkrebsoperationen (über 150) und durchgeführten Chemotherapiezyklen (über 2.000). Mit mehr als 500 Eingriffen bei Brustkrebs und über 10.000 Chemotherapien, die entweder stationär oder ambulant durchgeführt werden, liegt das Heidelberger Brustzentrum seit vielen Jahren über der geforderten Frequenz. Auch die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten aus der Radiodiagnostik, Pathologie, Strahlentherapie, Humangenetik oder Onkologie, eine weitere Voraussetzung für die Zertifizierung, hat in Heidelberg Tradition.

Die Behandlung von Brustkrebs in Deutschland steht in der Kritik. Ergebnisse aus anderen europäischen Ländern legen Defizite bei der Früherkennung und der Behandlung nahe. Entscheidend für die Verbesserung dieser Situation sei deshalb nicht nur die Zahl, sondern auch die Qualität der Behandlungen, die an Überlebenszeit und erhaltener Lebensqualität gemessen werden könne, erklärte Prof. Dr. Dr. Wannenmacher, der als Vertreter der Deutschen Krebsgesellschaft die Zertifizierungsurkunde überreichte.

Brusterhaltende Operationen bei 70 Prozent / 10 Jahre überleben 81 Prozent

Am Heidelberger Zentrum werde zu 70 Prozent brusterhaltend operiert, sagte Prof. Bastert. Nach 10 Jahren seien noch 81 Prozent der Frauen am Leben. Er verwies darauf, dass sich mittlerweile bis zu 300 Einrichtungen in Deutschland als Brustzentrum bezeichneten; von TÜV und Fachgesellschaften zertifiziert seien bislang jedoch nur etwa 10 bis 15. Würden alle Patientinnen in qualifizierten Zentren behandelt, könnte mit einer sprunghaften Verbesserung der Behandlungsergebnisse in Deutschland gerechnet werden.

Eine wichtige Voraussetzung für sehr gute Heilungsraten ist die sichere, frühe Erkennung auch kleiner Krebsherde. Die Abteilung für Gynäkologische Radiologie unter Prof. Dr. Dietrich von Fournier praktiziert seit vielen Jahren, was jetzt als Modellversuch zur Einführung der flächendeckenden Mammographie in Deutschland schrittweise vollzogen wird. Die Röntgenbilder der Brust werden von mehreren Experten nach einem vorgeschriebenen Qualitätsablauf begutachtet. Ein weitere Verbesserung stelle der Einsatz eines digitalen Mammographie-Gerätes dar, erklärte Prof. von Fournier. Die Strahlenbelastung sei um 30 Prozent verringert, Vergrößerungen um das Zehnfache seien möglich, so dass die Diagnose noch genauer und rascher erfolgen könne.

Psychosoziale Betreuung und Zusatzangebote ergänzen medizinische Behandlung

Behandlungsqualität, gemessen an der Zufriedenheit der Patientinnen, hängt aber auch von anderen Faktoren ab. Wie lange sind die Wartezeiten? Funktionieren Überweisungen und die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen des Klinikums? Gibt es klare Abläufe auf den Stationen und in den Ambulanzen? Werden die vorhandenen Ressourcen effektiv eingesetzt? Diese Qualitätskriterien wurden vom TÜV überprüft und sind Inhalt eines Pflichtenheftes, mit dem sich die Klinik in den nächsten Jahren weiterhin auseinandersetzen muss.

"Wir streben Wartezeiten von durchschnittlich einer Dreiviertel Stunde an", erklärte Dr. Matthias Geberth, Oberarzt am Heidelberger Brustzentrum und Beauftragter für die Zertifizierung. Weitere Zusatzangebote wie psychosoziale Betreuung, Klinikseelsorge, Schminkkurse und Bademodenschauen tragen dazu bei, dass die Lebensqualität der Heidelberger Patientinnen verbessert wird.

Ansprechpartner:

Sekretariat Prof. Dr. Dr. Gunther Bastert: 06221 / 56-7901

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
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