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Karrierewege von Professorinnen

14.10.2003 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen hat zwar zugenommen, trotzdem mangelt es immer noch an Chancengleichheit im Arbeitsfeld Hochschule. Dies ergab die Studie eines nationalen Projekts auf europäischer Basis mit dem Namen "Wissenschaftskarriere von Professorinnen an Hochschulen in Deutschland" (WIKA), das von Prof. Dr. Annette Zimmer und Holger Krimmer am Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster geleitet und durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird.

Im Rahmen des Projekts wurden die Karrierewege, strukturellen Hindernisse sowie Karriereblockaden für Frauen mit einer Umfrage unter Professorinnen ausgewählter Fächergruppen ermittelt. An der Umfrage waren Wissenschaftlerinnen aus dem europäischen Ausland beteiligt, denn WIKA ist Teil des europäischen Forschungszusammenhangs "Women in European Universitites", das von der europäischen Kommission gefördert wird.

Warum sind Frauen an deutschen Hochschulen immer noch unterrepräsentiert? Um diese Frage beantworten zu können, wurden die strukturellen Rahmenbedingungen und die individuellen Voraussetzungen von Karrierewegen von Professorinnen untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass die Hauptlast der Vereinbarung von Familie und Karriere in Deutschland noch immer von Frauen getragen wird, was dazu führt, dass eine vorausgeplante Karriere in der Wissenschaft oft unmöglich wird.

So sehen sich in erster Linie Wissenschaftlerinnen durch mangelhafte Angebote an Kinderbetreuung in ihrem Karriereweg eingeschränkt. Außerdem leben sie häufiger allein, haben weniger Kinder, für die sie öfter die Hauptverantwortung tragen, und sind daher auch stärker auf staatliche Angebote der Kinderbetreuung angewiesen, die es noch nicht ausreichend gibt. "Unter diesen Umständen wird sich Deutschland in Zukunft die Frage stellen müssen, was es investieren will, damit seine Hochschulen wieder national und international im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen können", so Prof. Dr. Annette Zimmer.

Im Rahmen des Projekts findet eine Tagung am 31. Oktober 2003 in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin statt. Bei "Simply the best - Frauen in der Wissenschaft" sollen die vorläufigen Ergebnisse des Projekts WIKA und weitere Beiträge zu Karrieren von Wissenschaftlerinnen in Deutschland vorgestellt werden. Der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Annette Zimmer und Dipl. Soz. Holger Krimmer wird einen umfassenden Einblick in die Thematik "Frauen in der Wissenschaft" geben. Außerdem werden drei weitere Vorträge die aktuellen Forschungsergebnisse zu unterschiedlichen Aspekten weiblicher Karrieren in der deutschen Wissenschaft vorstellen. Zum Thema "Wissenschaftskarriere - Zukunftsplanung nach Rezept?" findet eine Podiumsdiskussion statt. Interessentinnen und Interessenten sind nach Anmeldung zu der kostenlosen Tagung herzlich eingeladen.

Weitere Informationen im Internet unter: www.wissenschaftskarriere.de
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