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Neurobiologin auf Dorothea-Erxleben-Professur

14.10.2003 - (idw) Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg


Siegrid Löwel auf Dorothea-Erxleben-Professur berufen Im Wintersemester 2003/04 wurde die Privatdozentin Dr. Siegrid Löwel, Neurobiologin, auf die Dorothea-Erxleben-Professur der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen.
Siegrid Löwel studierte von 1978 bis 1984 Biologie mit den Schwerpunkten Zoologie, Biochemie und Pharmakologie an den Universitäten Würzburg und Frankfurt am Main. Sie promovierte 1988 zu einem Thema der Hirnforschung bei Professor Wolf Singer und war Stipendiatin am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt. Von 1990 bis 1997 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am dortigen Institut. Im Jahr 1995 habilitierte sie sich für das Fach Zoologie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seit 1997 arbeitet die Wissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Neurobiologie und baute dort die Forschergruppe "Visuelle Entwicklung und Plastizität" auf, die sie auch leitet.
Im Rahmen des Graduiertenkollegs "Biologische Grundlagen von Erkrankungen des Nervensystems" ist die Neurobiologin seit 1998 an der Universität Magdeburg in der Lehre tätig, im gleichen Jahr erfolgte die Umhabilitierung an die Fakultät für Naturwissenschaften der hiesigen Universität. Seit 1999 arbeitet sie am neu etablierten Studiengang Neurobiologie/Neurowissenschaften mit und hält Vorlesungen sowie Grund- und Spezialpraktika u. a. zur funktionellen Neuroanatomie/Histologie. Von 2002 bis 2003 wurde sie für einen Gastaufenthalt als Research Associate Professor/Associate Research Physiologist an die School of Medicine, Department of Physiology der University of California, San Francisco, U.S.A., eingeladen.

Im Zentrum ihrer Forschungsarbeiten steht die Erforschung neuronaler Schaltkreise im Gehirn, die unseren Wahrnehmungsleistungen und krankheitsbedingten Wahrnehmungsstörungen zugrunde liegen, und die Aufklärung der Mechanismen ihrer Entwicklung und lernabhängigen Plastizität. Die Wissenschaftlerin befasst sich in diesem Zusammenhang mit Schlüsselfragen der Neurobiologie, u. a. damit wie Erfahrung und Lernen in kognitive Prozesse hineinwirken und welchen Einfluss genetische Faktoren dabei haben. Die Beantwortung der Fragen eröffnet neue Entwicklungsmöglichkeiten klinisch relevanter Konzepte zur Unterstützung von Heilungsprozessen im erkrankten Gehirn.
Professor Siegrid Löwel ist Autorin und Mitautorin zahlreicher Übersichtsartikel und Veröffentlichungen im In- und Ausland auf den Gebieten der Neurowissenschaften und Neurobiologie. Als Mitglied einer internationalen Forschergruppe wurde sie im April 2003 mit der Vergabe eines der sehr begehrten Human Frontiers Science Program (HFSP) Research Grants (Fördergelder) ausgezeichnet. Ihr Projektvorschlag erreichte weltweit Platz 9 von anfänglich mehr als 600 internationalen Projektentwürfen aus den gesamten Lebenswissenschaften. Im Sommer 2003 wurde ihr eines der renommierten Stipendien im Hertie-Exzellenzprogramm Neurowissenschaften verliehen.

Im Wintersemester 2003/04 führt die Wissenschaftlerin neben einer Vielzahl von Lehrveranstaltungen im Studiengang Neurobiologie/Neurowissenschaften (Histologie/Funktionelle Neuroanatomie, Plastizität des Nervensystems, Integrative Betrachtungen ausgewählter Hirnsysteme, Methoden der Neurobiologie, Journal Club) auch eine unioffene Lehrveranstaltung, die Ratgeberrunde ("Studentinnenstammtisch") "Female Future" für Studentinnen und Doktorandinnen, durch. Diese Veranstaltung will Siegrid Löwel zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch zu allgemeinen Problemen der Studienorganisation nutzen. Dabei geht es ihr um Fragen, wie Beruf und Familie zu kombinieren sind, wie ich meinen Weg im Wissenschafts- und Universitätssystem finde und wie ich tragfähige Zukunftsperspektiven generiere.

1997/98 wurde die Dorothea-Erxleben-Professur an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eingerichtet. Mit dieser Professur will die Universität besonders Wissenschaftsdisziplinen fördern, in denen Frauen unterrepräsentiert sind. Zugleich sollen Forscherinnen die Chance zur weiteren fachlichen und persönlichen Profilierung erhalten. Bisher hatten Wissenschaftlerinnen aus den Disziplinen Informatik, Medizin, den Natur- und Wirtschaftswissenschaften für ein oder zwei Semester diese Professur inne. Die Professur ist nach Dorothea Erxleben (1715 bis 1762) benannt worden, die als erste deutsche Frau 1754 in Halle den medizinischen Doktortitel erwarb.

"Female Future" findet ab Dienstag, 14. Oktober 2003, jeweils dienstags von 17.15 Uhr bis 18.45 Uhr im Gebäude 22A (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft), Raum 105, statt. Für eine Kinderbetreuung ist gesorgt. Bei Bedarf bitte unter loewel@ifn-magdeburg.de anmelden.

Rückfragen richten Sie bitte an Prof. Dr. Siegrid Löwel, Tel. 0391-6263-619/637, http://www.ifn-magdeburg.de/resgroups/rg4/rg4_home.jsp

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