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Thema heute: die Greifswalder Schule - Symposium zum 100. Todestag des Theologen Hermann Cremer

14.10.2003 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald


Hermann Cremer, der Gründer einer "Greifswalder Schule" PM 132/2003


Lange Ordinarius (ab 1870), trug Hermann Cremer (18. 10. 1834 - 4. 10. 1903) als eine der imposantesten Personen in der Geschichte der Greifswalder Theologischen Fakultät wesentlich bei, daß man um die vorletzte Jahrhundertwende von einer "Greifswalder Schule" sprechen konnte, die deutschlandweit Studenten anzog. Als Gemeindepastor in St. Marien Greifswald, als Synodalsprecher auf den Preußischen Generalsynoden und als intimer Berater der preußischen Kultusbehörde im "System Althoff" in Berlin hatte er starken Einfluß in der Evangelischen Kirche. Am 16. und 17. Oktober 2003 veranstalten Mitarbeiter der Theologischen Fakultät im Hörsaal 11 des Historischen Instituts (Domstr. 9a) zu ihm ein Symposion: "Was sagt Gott? - Chancen und Grenzen vollmundiger Theologie."

"Mit Hermann Cremer", sagt der Kirchenhistoriker Dr. Irmfried Garbe, "verbinden sich starke Impulse: theologisch die Entstehung genannter "Schule", wissenschaftlich seine fächerübergreifende Beratertätigkeit, universitär der Aufbau des hiesigen Auditorium maximum, kirchlich der Einfluß als Sprecher in den Synoden, fakultär eine einzigartige Immatrikulationswelle, lokal der Aufbau mehrerer Institutionen (Johanna Odebrecht-Stiftung, Theologisches Studienhaus)." Cremers Wirken beeeindrucke durch die Konsequenz, mit der in seiner Person Bibelwissenschaft, Systematische und Praktische Theologie, Kirchen- und Wissenschaftspolitik aufeinander bezogen gewesen seien. Er habe stets Opponenten herausgefordert. Dazu der Co-Organisator und Systematiker Dr. Tilman Beyrich: "Bis in die Gegenwart zählen seine Dispute mit Adolf v. Harnack zu den anregendsten theologischen Debatten."

Die Greifswalder Theologennachfahren Cremers wollen nicht nur an ihn erinnern, sondern kritisch über Chancen und Grenzen seiner durchaus "vollmundigen" Verbindung von akademischer Theologie, pastoraler Tätigkeit und politischer Stellungnahme nachdenken. Am 16. Oktober 2003 spricht zunächst ab 14:15 Uhr Prodekan Prof. Bernd Hildebrandt über "Die Greifswalder Schule". Dr. Magdalene Frettlöh, Bochum, folgt um 15:30 Uhr mit: "Darf Gott nicht mehr HERRlich sein? Der Ort der Dogmatik zwischen Biblischer und Praktischer Theologie am Beispiel einer umstrittenen "Eigenschaft" Gottes". An den "Zugriff der Theologie auf die Öffentlichkeit. Kirchenpolitik im Stil Hermann Cremers" erinnert Kirchenhistoriker Prof. Martin Onnasch (17:00 Uhr). Um 20 Uhr liest Irmfried Garbe im Studienhaus, Steinstr. 3, aus den Briefen von Hermann Cremer: "Wir müssen wieder Bücher schreiben, die die Pastoren brauchen können." Programm 17. Oktober: 9:00 Uhr - Tilman Beyrich: "Wieviel "Positivität" braucht Theologie? 10.30 Uhr - Prof. Klaas Huizing aus Würzburg: "Die Geste der Zuneigung. Spuren der Bibel in der Lebenswelt". Und zuletzt: "Was sind "geistliche Voraussetzungen" für ein "geistliches Amt"?" (Prof. Jörg Ohlemacher (Greifswald, 12:00 Uhr).

Infos: Dr. Irmfried Garbe, 03834-86-2505, irmfried.garbe@uni-greifswald.de
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