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Diagnosen nach Maß

15.10.2003 - (idw) Novartis Stiftung für therapeutische Forschung

Für die Entwicklung neuer Analyseverfahren des Nierenkrebses bekommt Dr. Axel Merseburger von der Universität Tübingen ein Stipendium der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung 2003.

Vorherzusagen, wie sich ein Tumor in jedem einzelnen Patienten entwickeln wird und die Therapie entsprechend anzupassen, gehört zu den Träumen von Krebsmedizinern. In jüngster Zeit ist die Forschung diesem Ziel zumindest für Brusttumoren durch innovative Techniken näher gekommen. Nun will Dr. Axel Merseburger von der Universität Tübingen mit der "Gewebe-Microarray-Analyse" ein Testsystem für die individuelle Diagnose von bösartigen Nierengeschwulsten entwickeln. Jährlich erkranken in Deutschland rund 14.000 Menschen neu an Nierenkrebs.
Unterstützt wird der Forscher nun durch ein Graduierten-Stipendium der Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung.

So genannte Microarray-Untersuchungen gehören derzeit zu den Rennern der internationalen Krebsforschung: In den vergangenen drei Jahren verzehnfachte sich die Zahl der Forschungsarbeiten. Dabei muss man unterscheiden zwischen Analysen von Genen und Proteinen. Merseburgers Procedere auf der Suche nach den charakteristischen molekularen Ausweisen für verschiedene Tumorphasen ist vorgegeben. "Wir werden zunächst die Gewebeproben von gesunden Menschen und Nierenkrebspatienten verschiedener Stadien auf einem Genchip vergleichen", so der 27jährige.
Auf diesem Chip, dem Microarray, lassen sich die Aktivitäten von 33.000 Genen gleichzeitig erfassen. Ein Rechnerprogramm extrahiert aus den grünlich funkelnden Mustern jene Gene, die in einem bösartigen Tumor aktiv sind, in einem entsprechenden normalen Gewebe aber stumm bleiben. Das können wie beim Brustkrebs 70 Gene sein oder wie bei einer Leukämie nur 13. Erste Studien aus den USA und den Niederlanden haben gezeigt: Die Technik kann den Krankheitsverlauf vom Brusttumoren sicherer vorhersagen als Biochemie, Gewebebeurteilung und Lymphknotenstatus.

Dennoch, glaubt der Nachwuchswissenschaftler, "kann die Microarray-Analytik noch präziser und zuverlässiger werden", indem man die für einen Tumor typischen aktiven Proteine beleuchtet - nachdem man die prognostisch wohl wichtigsten Kandidaten in der Vorauswahl per Genchip ermittelt hat. Die entsprechende Technologie hat Merseburger bei einem Forschungsaufenthalt in den USA mit etabliert. Dabei werden, analog zur Genchip-Analyse, ebenfalls viele Proteine sozusagen "in einem Rutsch" unter die Lupe genommen. Fernziel ist ein Chip, mit dem Ärzte rasch und sicher voraussagen können, wie aggressiv sich ein Nierenkrebs verhalten wird. Ungeachtet einer Vielzahl von kommerziellen Angeboten der Industrie gibt es für diese Geschwulst nicht einmal einen verlässlichen "Marker" für die Erstdiagnostik.

Das neue HighTech-Orakel könnte nach Ansicht des Tübinger Urologen "auch die Behandlung von Nierentumoren revolutionieren." Die wichtigen Fragen: Wie hoch sind die Risiken von Tochtergeschwulsten und eines Rückfalls? Die radikale Entfernung der Tumor tragenden Niere und der umgebenden Lymphknoten ist die einzige Therapie, die zur Heilung der Patienten führen kann. Strahlen-, Chemo- und Hormontherapie haben sich in der Vergangenheit als weitgehend wirkungslos herausgestellt. Liegen Tochtergeschwulste vor, schließen die Ärzte an die Operation eine Immuntherapie mit Interleukin-2 oder Interferon-Alpha an. Dadurch soll die körpereigene Krebszellabwehr gestärkt werden. Wann etwa eine solche Behandlung wirklich sinnvoll ist, soll ein Chip eines Tages ebenfalls beantworten helfen. Zudem, sagt Merseburger "könnte man die Nachsorge im Falle besonders gefährdeter Patienten engmaschiger und langfristig gestalten."

Die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung in Nürnberg gehört zu den ältesten und größten Unternehmensstiftungen in Deutschland. Ihr Stiftungsvolumen umfasst jährlich etwa 650.000 Euro.

Die Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Pharma und Consumer Health. Im Jahr 2002 erzielte der Konzern einen Umsatz von USD 20,9 Milliarden und einen Reingewinn von USD 4,7 Milliarden. Der Konzern investierte rund USD 2,8 Milliarden in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 78.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.novartis.de

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Weiteres Material und Pressetext-Download im Internet:

http://www.novartis.de - unter "Presse" / "Journalisten"
(Direktlink: http://www.novartis.de/presse_club/index_j.jsp)
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