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Sichere Webanwendungen ein Witz?

12.06.2012 - (idw) Hochschule München

Abschlussbericht zum ERASMUS Intensivprogramm <IP> Secure Web Applications: Best Practices for Protection and Development" Ein Arbeitsplatz ohne PC? Undenkbar! Tägliches Surfen im Internet? Klar! Doch: In jedem Netzwerk gibt es unzählige Sicherheitslücken. Eine globale Epidemie. Die Fakultät Informatik und Mathematik der Hochschule München hat sich gründlich mit Hacking-Methoden und Schutzmechanismen auseinandergesetzt. Die Professoren Klaus Köhler und Alexandru Soceanu organisierten und koordinierten ein EU-gefördertes ERASMUS Intensivprogramm <IP> mit dem Thema: Secure Web Applications: Best Practices for Protection and Development. Zu dem zweiwöchigen Kurs im Mai hatten die Profs fünf EU-Partnerhochschulen eingeladen. Das Echo war beachtlich. Die Fachpresse, wie die Computerwoche und das Computermagazin von BR5 Radio, berichtete ausführlich darüber.

Aktuelles Lehrprogramm
Alle Kollegen unserer Fakultät, so Dekan Jochen Hertle, zeichnen sich dadurch aus, dass sie in Sachen neuester Entwicklungen auf ihrem Gebiet immer die Nase vorn haben. Gerade für unsere IT-Studierenden das A & O dieser Fachrichtung. Bei den fünf Partnerhochschulen fiel die Wahl auf Finnland, Italien, Großbritannien, Spanien und Zypern. Warum gerade sie? Kräftebündelung jede von ihnen bietet ein breites Spektrum von IT-Sicherheitskursen an.

Milliardenschäden
Mittlerweile kosten Hacking-Schäden in Netzwerken Milliarden, erklärt Professor Soceanu, einer der Organisatoren des IP. In Europa sind IT-Sicherheits-Experten noch Mangelware. Mit diesem speziellen Kurs wollten wir Studierende für die Problematik sensibilisieren. Insgesamt standen 72 Plätze zur Verfügung. Jede der sechs Partnerhochschulen konnte zwölf Studierende nach bestimmten Leistungskriterien auswählen. Das Interesse war groß.

Ethische Hacker
Einer der wichtigsten Schutzmechanismen sind unsere zukünftigen europäischen Software-Entwickler, so Mitorganisator Professor Köhler. Sie müssen neue Webanwendungen weniger angreifbar programmieren. Also müssen sie lernen, wo Sicherheitslücken entstehen und wie Hacker sie nutzen. Dazu hielten 20 EU-Dozenten vormittags Lehrveranstaltungen. Nachmittags mussten die Studierenden in internationalen Arbeitsgruppen Hacker-Werkzeuge und -Methoden erlernen sowie geeignete Schutzmaßnahmen entwickeln.

Achtung Angriff!
Die Fakultät für Informatik und Mathematik hat enge Kontakte zur Wirtschaft. Klarer Fall, dass Repräsentanten von Siemens, McAfee und OPTIMAbit den EU-Studierenden Einblicke in Kunden-Case Studies gaben. Mit Sichere Webanwendungen? Ein Witz! überraschte Dr. Bruce Sams, Harvard-Absolvent und Geschäftsführer der Münchner OPTIMAbit GmbH, seine Zuhörer. Sie staunten nicht schlecht über die aufgezeigten Sicherheitslücken im Web und in Netzwerkanwendungen. Insbesondere mittelständische Unternehmen investieren laut Dr. Sams zu wenig in die Sicherheit ihrer Netzwerke. Früher oder später kämen die Hacker. Thomas Maxreiner von McAfee konkret: Allein 2011 seien mehr Hackerangriffe aufgetreten als in den vergangenen zehn Jahren.

Schwer, aber hilfreich
Dr. Jorge Cuellar von Siemens betonte abschließend, dass dieses IP ein wichtiger Meilenstein sei. Er hofft auf den Schneeballeffekt. Warum? Sein Unternehmen suche weltweit IT-Sicherheitsexperten. Die Dozenten waren überzeugt, dass dieses Programm den fachübergreifenden Know-how-Austausch gefördert hat. Und die Studdierenden? Das IP sei schwierig gewesen, habe aber hilfreiche Informationen vermittelt, so ein Finne. Italienische Teilnehmer meinten, damit bei der Jobsuche einen dicken Pluspunkt zu haben. Viele nahmen sich vor, die während der Teamarbeit geschlossenen Freundschaften zu pflegen. Und wie macht das die Facebook Generation? Logisch: mit einem ERASMUS IP Alumni Netzwerk auf Facebook. Auch dieser Kurs, so Dekan Jochen Hertle, war Ausdruck unserer bildungsstrategischen Kooperation in Europa und ein Beitrag zum Zusammenwachsen unseres Kontinents.


Bayern und der weißblaue Himmel
Eine Vielzahl kultureller Events rundete den Kurs ab. Darunter ein Besuch im BMW-Werk, im weltbekannten Deutschen Museum und im nicht minder berühmten Schloss Neuschwanstein. Nur der bayerische Himmel hielt zuweilen die weißblauen Nationalfarben zurück. Doch das nahmen die zukünftigen EU-Ingenieure mit Humor. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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