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Keine Nachteile für Legastheniker

03.07.2012 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Wer wegen einer Legasthenie Probleme mit dem Lesen und Schreiben hat, soll beim Studium an der Universität Würzburg keine Nachteile erfahren. Für ihren vorbildlichen Umgang mit den Betroffenen hat die Universität nun einen Preis zuerkannt bekommen. Die Legasthenie ist eine genetisch bedingte Einschränkung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit, ohne dass die allgemeine Intelligenz vermindert ist. Betroffene können nur langsam lesen, stocken dabei oft, verlieren häufig die Zeile im Text oder kommen mit Wörtern und Buchstaben durcheinander. Auch beim Schreiben machen sie viele Fehler. Zum Beispiel schreiben sie ein- und dasselbe Wort in einem Text in immer neuen Varianten falsch.

Legastheniker brauchen in der Schule und auch später im Leben Förderung und Unterstützung. Mit Positivbeispielen wollen wir darum möglichst viele Schulen und Hochschulen dazu motivieren, sich für Legastheniker zu engagieren, sagt Christine Sczygiel, Vorsitzende des Bundesverbands Legasthenie und Dyskalkulie (BVL). Zu diesem Zweck hat der Verband den Preis Legasthenie freundliche Schule oder Hochschule ins Leben gerufen.

Warum die Universität ausgezeichnet wird

Zu den ersten drei Preisträgern gehört die Universität Würzburg. Ein Grund für die Auszeichnung: Die Uni verfügt über eine fachkompetente Beratungsstelle, die Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischen Krankheiten (KIS).

Zudem verlangt die Universität für die Anerkennung einer Legasthenie von Studierenden kein amtsärztliches Attest es genügen die Bescheinigungen aus der Gymnasialzeit. Das ist für Studenten wichtig, weil es nur wenige Stellen gibt, die eine Legasthenie im Erwachsenenalter diagnostizieren können und damit eventuell lange Wartezeiten und unnötige Kosten entstehen, teilt der Verband mit.

Was der BVL noch lobt: Sandra Ohlenforst von der KIS informiert Studierende und Lehrende mit Broschüren über das Thema. Sie bietet Schulungen für Dozenten an und bildet Tutoren aus, die Studierende mit Legasthenie unterstützen. Sie informiert auch über Nachteilsausgleiche, die betroffene Studierende für ihre Benachteiligung geltend machen können. So bekommen Legastheniker zum Beispiel mehr Bearbeitungszeit bei Klausuren oder die Möglichkeit, Klausuren mit einem Laptop zu schreiben.

Preisgeld und offizielle Verleihung

Der Preis Legasthenie freundliche Hochschule ist mit 1.000 Euro dotiert. Sandra Ohlenforst will das Geld verwenden, um die Schulung von Tutoren und damit die Unterstützung von Studierenden mit Legasthenie weiter zu verbessern. Offiziell verliehen bekommt die Universität den Preis am 26. Oktober in Würzburg. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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