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Die politische Kraft einer unpolitischen Bewegung

05.07.2012 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Historiker der Universität Jena gibt Buch über Romantik und Revolution heraus Die Romantik ist keine Gegenbewegung zur Aufklärung, sie ist vielmehr ein ergänzendes Element, sagt Prof. Dr. Klaus Ries von der Universität Jena. Der Historiker betont, dass ohne Herz und Gefühl keine Erkenntnis möglich sei.

Die Romantik habe bislang vor allem unter Historikern als konservativ, gar reaktionär gegolten, sagt Ries. Außerdem wurde sie als ein deutsches Phänomen wahrgenommen. Zuschreibungen, die allmählich aufgebrochen werden. Klaus Ries plädiert dafür, die Romantik als Modernisierungsbewegung zu begreifen. Sie spiegele die äußerst vielfältigen gesellschaftlichen Mischungsverhältnisse während des Übergangs zur Moderne wider. Zudem müsse die Romantik als ein europäisches Phänomen verstanden werden.

Erkenntnisse dazu lieferte im Juni 2009 die internationale Tagung Romantik und Revolution. Zum politischen Reformpotential einer unpolitischen Bewegung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Diese Tagung setzte den Schlusspunkt unter die Arbeit des Sonderforschungsbereichs Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800, der von 1998 bis 2010 an der Uni Jena arbeitete. Eingeladen hatten neben dem Sonderforschungsbereich die Klassik-Stiftung Weimar sowie das Laboratorium Aufklärung der Jenaer Universität.

Klaus Ries hat nun unter dem Titel Romantik und Revolution ein Buch herausgegeben, das die Mehrzahl der Tagungsbeiträge versammelt. Insbesondere auf die europäische Perspektive der Romantik werde im Buch Wert gelegt, sagt Ries. So hat Harald Bluhm die romantischen Motive in Edmund Burkes Revolutionskritik untersucht. Ein weiterer Aspekt wird von Helmut Schanze unter dem Titel Romantik und Politik beleuchtet. Der renommierte Romantik-Forscher Schanze untersucht in seinem Beitrag das politische Handeln der Romantiker, das weitgehend ausgeblendet wird. Die Romantik wird bis heute vorrangig als eine unpolitische Bewegung wahrgenommen, sagt Klaus Ries. Auch in dieser Frage gelte es, mit liebgewordenen Stereotypen aufzuräumen. Einen Beitrag dazu möchte das neue Buch leisten.

Bibliographische Angaben:
Klaus Ries (Hg.): Romantik und Revolution. Zum politischen Reformpotential einer unpolitischen Bewegung. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2012, 317 Seiten, 54 Euro, ISBN 3-8253-5987-5

Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Ries
Historisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 13, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944430
E-Mail: Kries03[at]googlemail.com jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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