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Die Generation, die in den Turbulenzen der 90er aufwuchs

18.10.2003 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Workshop der Universität Jena zu "Jugend im Systemumbruch" vom 24.-26. Oktober in Weimar

Jena (17.10.03) Für die heute 20- bis 30-Jährigen fiel der Zusammenbruch des sozialistischen Ostblocks mit den individuellen Turbulenzen ihres Erwachsenwerdens zusammen. "Sie müssen ihr Leben im vollen Bewusstsein einer rasant sich wandelnden Weltordnung gestalten", so die These von Prof. Dr. Lutz Niethammer. Der Historiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena verdeutlicht, dass die Mauerfall-Kinder im Osten des Kontinents im Unterschied zu den westlichen Altersgefährten besonders von den gesellschaftlichen Umbruchskrisen der neunziger Jahre betroffen sind. Eine internationale Konferenz, die Niethammer gemeinsam mit der Stiftung Ettersberg zur vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen und ihrer Überwindung sowie dem Weimarer Goethe-Institut veranstaltet, wird sich genau diesen Vertretern der Generation, ihrer Ansichten und Prägungen annehmen. Die Tagung findet vom 24. bis 26. Oktober in den Räumen des Goethe-Instituts (Ackerwand 25-27) in Weimar statt.

Der Workshop, der thematisch beim Sonderforschungsbereich "Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch" an der Uni Jena angesiedelt ist, dient dem Gedankenaustausch zwischen Experten und Betroffenen verschiedener postkommunistischer Gesellschaften. "Zugespitzt geht es um die Frage, ob sich infolge der Umbrüche in Osteuropa nach 1990 erneut eine historisch markante jüngere Generation herausbildet, die sich anders profiliert als ihr Pendant im Westen", so Niethammer. Dieser Unterschied wurde zunächst als minimal angesehen. Denn nach 1989 war es zu einer rasanten Angleichung der DDR-Verhältnisse an die westlichen Lebensbedingungen gekommen. Die Ost-Generation galt als "längst im Westen angekommen." "Nun deutet aber eine Reihe von Indizien darauf hin, dass sich unter den 1980 in der DDR Geborenen Positionen ausbilden, die der kulturellen Verwestlichung, oder wie sie es nennen ,Amerikanisierung des Lebens', kritisch oder gar radikal ablehnend gegenüberstehen", zeigt der Jenaer Zeitgeschichtler die Thematik auf, die auf der Konferenz näher beleuchtet werden soll.

Kontakt:
Prof. Dr. Lutz Niethammer
Teilprojekt A5 des SFB 580 "Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch" an der Universität Jena
Tel.: 03641 / 944450
E-Mail: Lutz.Niethammer@t-online.de
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