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Dt. Gesellschaft für Senologie: Neuer Konsens zur Wächterlymphknotenbiopsie bei Brustkrebs

18.10.2003 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) hat einen Konsensus zur qualitätsgesicherten Anwendung der so genannten Sentinel-Node-Biopsie (SNB) in der klinischen Routine verabschiedet. Ärzte können mit dieser "Wächterlymphknotenbiopsie" vermeiden, Frauen bei Brustkrebsoperationen zu viele Achsellymphknoten zu entfernen.

Dies verhindert, dass sich nach der Operation in Arm und Brust die Lymphflüssigkeit staut und verbessert damit die Lebensqualität der Frau. "Weltweit gewinnt diese Methode zunehmend an Bedeutung. Für die erkrankten Frauen hat sie einen Stellenwert der vergleichbar ist mit der Einführung der brusterhaltenden Therapie (BET) vor 20 Jahren", betont Professor Dr. med. Diethelm Wallwiener, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS).

Die Lymphflüssigkeit eines Tumors fließt zuerst in den so genannten Wächterlymphknoten oder Sentinel-Node. Hat der Tumor bereits gestreut, erreichen die Krebszellen mit der Lymphe den "Wächter" als erstes. Er ist damit der sicherste Beweis für eine Metastasierung. Über ihn streuen die Krebszellen weiter in das sich verzweigende Lymphsystem. Die SNB ermöglicht es, bereits während einer Brustkrebsoperation festzustellen, ob der Krebs gestreut hat. Dafür entnimmt der Arzt den Wächterlymphknoten und lässt ihn im Labor untersuchen. Ist dieser frei von Krebszellen, ist auch das umliegende Lymphgewebe gesund. Der Arzt entfernt den Tumor, belässt jedoch die übrigen Lymphknoten in der Achselhöhle.

Unter Leitung von PD Dr. med. Thorsten Kühn von der Frauenklinik am Kreiskrankenhaus Gifhorn erstellte eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der DGS in den vergangenen Monaten den SNB-Konsens. Experten aus Gynäkologie, Chirurgie, Pathologie, Nuklearmedizin, Onkologie und Radioonkologie legten die Kriterien fest, unter denen die SNB zukünftig qualitätsgesichert durchführbar ist. Dazu gehören beispielsweise die Definition des Wächterlymphknotens und die Frage, bei welchen Patientinnen eine SNB sinnvoll ist. Generell gilt: eine Wächterlymphknotenbiopsie ist möglich, wenn das Karzinom nicht größer als zwei Zentimeter ist und in der Achselhöhle keine Lymphknoten tastbar sind. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt die Patientin ist und wie der Tumor liegt.

Der Konsens beschreibt die Anforderungen, die eine Klinik erfüllen muss, um die SNB in der eingeforderten Qualität durchführen zu können. Dies betrifft zum Beispiel die Ausbildung der Ärzte und die medizinisch-technische Ausrüstung. Das Papier enthält auch Informationen über die Aufklärung der Patientinnen: Den Frauen ist vor dem Eingriff mitzuteilen, dass die SNB-Technik noch neu und nicht abschließend bewertet ist. Außerdem sollte der Arzt jeder Patientin die herkömmliche Entnahme der Achsellymphknoten alternativ anbieten. Für die Nachsorge empfiehlt das Konsensuspapier, die aktuell geltenden Leitlinien für das Mammakarzinom anzuwenden. Die DGS wird zukünftig interessierten Operateuren die Möglichkeit bieten, die Methode im Rahmen von Trainingskursen zu erlernen.

Bislang gab es keine einheitlich definierte Indikation für die SNB. Ebenso fehlten Standards zur Untersuchung des Materials im Labor. Deshalb strebt die Deutsche Gesellschaft für Senologie an, die SNB kontrolliert in die klinische Routine einzuführen. Da die SNB noch Gegenstand der Forschung ist, ergeben sich immer wieder neue Behandlungswege. Daher unterliegt auch dieser Konsens regelmäßigen Erneuerungen. Auf der Homepage der DGS, unter der Adresse www.senologie.org, ist der Konsens und eine Stellungnahme der DGS einsehbar.


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