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Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina für Prof. Gottfried Geiler

19.10.2003 - (idw) Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Gottfried Geiler (Leipzig) erhält diese Auszeichnung in Anerkennung eines herausragenden Lebenswerks als Pathologe und für seine langjährigen großen Verdienste um die Akademie Leopoldina.

Geilers persönlicher, beruflicher und akademischer Werdegang wurde fast ausnahmslos in der Stadt Leipzig geprägt. Hier erhielt er seine Ausbildung als Mediziner, hier promovierte er 1952, habilitierte sich 1961 mit dem Thema "Morphologie und Pathogenese der Synovialome" und erhielt eine Dozentur. Die politisch motivierten Repressionen und Restriktionen, wie Reiseverbot in das westliche Ausland, entmutigten ihn nicht. Vielmehr trug eine Reihe bemerkenswerter Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Pathologie der Gelenktumoren und der rheumatischen Erkrankungen zu seinem wissenschaftlichen Ruf auf internationaler Ebene bei. Auf dieser Basis erfolgte 1969 seine Wahl in die Leopoldina. 1976 wurde er als medizinischer Sekretar in das Präsidium berufen und zwei Mal wiedergewählt. Von 1989-1999, über zwei Wahlperioden, hatte er als medizinischer Vizepräsident eine unverzichtbare und unschätzbare Funktion im entscheidenden Gremium der Akademie inne, war ein Garant für Augenmaß und Weitblick, für Einsatzbereitschaft und Fachkompetenz. Geilers Ratschläge waren stets abgewogen, kritisch konstruktiv und daher in den Jahren der Übergangsperiode nach der deutschen Wiedervereinigung ganz besonders wertvoll.

In der vereinten deutschen Hochschul- und Akademienlandschaft war Geilers Sachverstand gefragt, so als Dekan der Medizinischen Fakultät der Leipziger Universität, deren strukturelle und personelle Erneuerung er verantwortete, oder bei der DFG, deren Senat er angehörte, oder in der Planungsgruppe zur Rekonstituierung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Gottfried Geiler hat über mehr als 40 Jahre die Medizin und die Pathologie im speziellen an seiner Heimatuniversität Leipzig und darüber hinaus in Deutschland mitgestaltet, ein Lebenswerk, das Hochachtung gebietet. Er hat mit sachlicher Kompetenz und rhetorischer Brillanz für die Weiterentwicklung der Leopoldina gewirkt. Dieses würdigt die Akademie mit der Ernennung zum Ehrenmitglied.

Zur Person: Gottfried Geiler (Jahrgang 1927) studierte Humanmedizin an der Universität Leipzig und wurde mit einer Arbeit zum Thema: "Der Einfluss des körperlichen und seelischen Traumas auf Beginn und Verlauf der multiplen Sklerose" promoviert (1952). Er wurde Mitarbeiter am Pathologischen Institut der Universität in Leipzig, es erfolgte die Habilitation (1961) und er erhielt eine Dozentur. Seine anfangs logisch vorgegebene und erfolgreiche Karriere als Hochschullehrer wurde durch wissenschaftspolitische Eingriffe von außen unterbrochen. Die drei Mal beantragte Professur wurde ihm erst 21 Jahre nach der Habilitation zugestanden. 1990 wurde er Ordinarius für Pathologie der Universität Leipzig. Nach der Wende war er Mitglied des aus drei Professoren bestehenden Rektoratskollegiums, diente als Dekan der Medizinischen Fakultät (1990-1995) und von 1993 bis zu seiner Emeritierung (1995) als Direktor des Pathologischen Instituts. Die Leopoldina wählte ihn 1969 zu ihrem Mitglied (Sektion Pathologie und Rechtsmedizin) und verlieh ihm 1997 die Verdienstmedaille für seine Verdienste um die Idee und das Wohl der Akademie. Anlässlich seines 75. Geburtstages verlieh ihm die Akademie 2002 die Ehrenmitgliedschaft. Die Urkundenübergabe und öffentliche Bekanntgabe dieser Würdigung erfolgte anlässlich der Jahresversammlung 2003.

Preis und Preisvergabe: Die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft wurde im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung, die unter dem Themenschwerpunkt "Energie" steht, am 17. Oktober 2003 in Halle (Saale) übergeben.

Die Ehrenmitgliedschaft wird als "höchste Auszeichnung für Mitglieder der Akademie" verliehen, "die sich als Wissenschaftler und um die Akademie herausragende Verdienste erworben haben." Sie war bereits im Statut der Akademie unter Präsident Behn (1870-1878) vorgesehen, wurde aber erstmals unter dem XVII. Präsidenten Albert Wangerin (1906-1921) vergeben. Unter Präsident Walther (1924-1931) wurde sie 1925 mit folgendem Wortlaut in die Geschäftsordnung aufgenommen: "Zu Ehrenmitgliedern wählt die Akademie solche Mitglieder, die sich langjährige Verdienste um die Aufgaben der Akademie erworben haben."

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