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Wissenschaftssenator treibt Raubbau an der Technischen Universität Berlin

24.10.2003 - (idw) Technische Universität Berlin

Die Zukunft der Stadt steht auf wackligen Beinen
Wissenschaftssenator treibt Raubbau an der Technischen Universität Berlin

Heute haben die Präsidenten von Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin und Technischer Universität Berlin mit dem Wissenschaftssenator Flierl über die Aufteilung der 75-Millionen-Einsparsumme unter den Universitäten verhandelt.

Die Aufteilung der Summe sieht nach den Vorstellungen des Wissenschaftssenators Folgendes vor:

Von den Kürzungen in Höhe von 75 Millionen Euro bei den Universitäten im Zeitraum von 2006 bis 2009 (Laufzeit der neuen Hochschulverträge) fallen auf die

FU: 26,362 Millionen Euro

HUB: 24,299 Millionen Euro

TU: 32,644 Millionen Euro.

Diese Summen verstehen sich inklusive der Zahlungen in den Fachhochschulstrukturfonds etc.

Mit diesen Vorgaben des Senators trägt die TU Berlin die Hauptlast der Einsparsumme, sogar mehr als eine lineare bzw. proportionale Belastung nach den Haushaltsvolumina der Universitäten vorgesehen hätte.

Die Einsparung von 32 Millionen Euro würde bedeuten, dass an der einzigen Technischen Universität der Hauptstadt die Natur- und Ingenieurwissenschaften ebenso auch die Planungswissenschaften und der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen zerstört werden. Denn diese Summe bedeutet vom Volumen her die Schließung von drei Fakultäten und den Abbau von zirka 4000 Studienplätzen an der TU Berlin.

Mit dieser Planungsvorgabe, so Präsident Kurt Kutzler, ruiniere der Wissenschaftssenator nicht nur die Technische Universität in ihrem Bestand, sondern auch die wirtschaftliche Zukunft der Stadt, denn mit ihren Lehr- und Forschungsleistungen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie ihren Ausgründungen ist die Universität eine der Zukunftssäulen dieser Stadt.

Dies wäre auch eine kontraproduktive Entwicklung für den Standort Deutschland, der schon heute über einen massiven Mangel an gut ausgebildeten Natur- und Ingenieurwissenschaftlern klagt.

Als unverrückbare Randbedingung bezeichnet der Wissenschaftssenator den Erhalt sämtlicher Studienplätze in der Lehrerbildung. Demnach ist dieser Bereich aus jeglichen Sparszenarien herausgenommen.

Der Präsident hat diese Planungsvorgaben nicht hingenommen, sondern wird mit allen ihm zur Verfügung stehenden Kräften dagegen angehen. Sollte die Politik nicht einlenken, sähe sich der Präsident gezwungen, einen absoluten Einstellungsstopp zu verfügen. Dies hätte eine permanente Verschärfung des NC zur Folge. Studienbewerber hätten künftig noch weniger Chancen, an der TU Berlin studieren zu können.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne: Dr. Kristina R. Zerges, Pressestelle der TU Berlin, Tel.: 030/314-23922, Fax: 030/314-23909, E-Mail: pressestelle@tu-berlin.de
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