RUBIN 1/02: Vegetarische Vampire - Flughunde gärtnern im Regenwald06.06.2002 - (idw) Ruhr-Universität Bochum
Flughunde bevorzugen vegetarische Kost. Und weil sie Früchte fressen, ihre Samen kauen, verschlucken und verbreiten, beeinflussen sie ihren Lebensraum nicht unerheblich - sie arbeiten nebenbei als Gärtner. Forscher der RUB sind ihnen auf den Philippinen nächtelang gefolgt, haben ihre Leib- und Magenspeise unter die Lupe genommen und viel über ihre Vorlieben herausgefunden. Die Forschungsergebnisse stehen in der aktuellen Ausgabe von RUBIN, dem Wissenschaftsmagazin der RUB, das soeben erschienen ist.
Bochum, 06.06.2002 Nr. 153 Vegetarische Vampire Flughunde gärtnern im Regenwald RUBIN 1/2002 erschienen
Blutrünstige Vampire sind Flughunde entgegen der landläufigen Überzeugung nicht: Die putzigen Tiere bevorzugen vegetarische Kost. Und weil sie Früchte fressen, ihre Samen kauen, verschlucken und verbreiten, beeinflussen sie ihren Lebensraum nicht unerheblich - sie arbeiten ganz nebenbei als Gärtner. Dipl.-Biol. Stefan Luft und Dipl.-Biol. Jochen Reiter (Conservation Biology Unit, Prof. Dr. Eberhard Curio) sind ihnen auf der Philippinen-Insel Panay nächtelang gefolgt, haben ihre Leib- und Magenspeise unter die Lupe genommen und viel über ihre Vorlieben herausgefunden.
RUBIN im Internet RUBIN mit Bildern zum Herunterladen finden Sie im Internet unter: http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rbin1_02 Tischlein deck Dich mit Feigen Wo treiben sich die nachtaktiven Fledertiere überhaupt herum? Um diese erste Frage zu beantworten, scheuten die Biologen keine Mühe: Mit großen Netzen fingen sie Flughunde ein und statteten zehn von ihnen mit winzigen Radiosendern aus. Nachts konnten sie sie damit orten und verfolgen. Und sie erlebten eine Überraschung: Obwohl die Tiere auf schnellen Flug ausgelegt sind und in einer Nacht weite Strecken zurücklegen können, sind ihre Heimbereiche mit ca. 20 ha eher klein. Der Grund dafür ist, dass sie es schlicht nicht nötig haben, weit zu fliegen. Denn der Tisch ist im Regenwald mit Feigen das ganze Jahr über gut gedeckt, und Feigenbäume sind recht regelmäßig durch den Wald verteilt. Die Forscher konnten außerdem zeigen, dass die Flughunde die Früchte zum Fressen vom Baum wegtragen und so dafür sorgen, dass die Samen verteilt werden und besser keimen können. Feige ist nicht gleich FeigeAußerdem wollten die Biologen wissen, welche Früchte sich die Flughunde zum Fressen aussuchen und warum. In mehreren Tests bewiesen die Tiere ihre gute Nase: Vor allem ihrem Geruchssinn folgen sie bei der Nahrungssuche. Aber auch die Größe und Härte der Früchte spielt bei der Auswahl eine Rolle, wie Videoaufnahmen zeigten. Dadurch, das jede Tierart unterschiedliche Essensvorlieben hat, kommen sich die Tiere nicht in die Quere, obwohl sie denselben Lebensraum teilen. Weitere Informationen Prof. Dr. Eberhard Curio, Conservation Biology Unit, Fakultät für Biologie der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22858, Fax: 0234/32-14472, Email: eberhard.curio@ruhr-uni-bochum.de Themen in RUBIN 1/2002 Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RUBIN 1/2002, wo Sie auch folgende Themen finden: Bildhauer ohne Hammer und Meißel; Produkte aus dem Computer; Gezielt gegen Brustkrebs - Chemotherapie an Ort und Stelle; Gefährliche Partnerschaft: Bakterien und Zigarettenrauch; Besteuerung vereinfachen: Dann atmen Bürger und Beamte auf; Der männliche Blick auf die weibliche Imagination; Wenn Marzipan nach Banane riecht - Riechen bei Insekten erforscht; und in der Rubrik "Angewandte Forschung": Juristen lösen den Konflikt: Hochwasserschutz oder Bautätigkeit? RUBIN ist bei der Pressestelle der Ruhr-Universität für 2,50 Euro erhältlich.
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