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Englisch in Südafrika

30.10.2003 - (idw) Universität Erfurt

VolkswagenStiftung fördert Forschungsprojekt von Erfurter Sprachwissenschaftlerin

Die VolkswagenStiftung hat der Erfurter Sprachwissenschaftlerin Dr. Christiane Meierkord 99.100 Euro für ihr Projekt zur Erforschung der Sprachentwicklung in Südafrika bewilligt. Unter dem Thema "Sprachliche Reflexionen rekontextualisierter Identitäten in lokalen & globalen lingua-franca-Diskursen" widmen sich acht Wissenschaftler in Erfurt, Kapstadt und Potchefstroom den Prozessen der Identitätskonstruktion, die auf globaler Ebene und lokal in Südafrika in Gesprächen beobachtet werden können. Dabei müssen die Teilnehmer auf das Englische zurückgreifen und können sich nicht in ihren Muttersprachen verständigen.

Südafrika verfolgt seit dem Ende der Apartheidspolitik eine multilinguale Sprachenpolitik. Trotzdem dient Englisch immer mehr als Medium sowohl interethnischer als auch internationaler Kommunikation. Besonders in den Großstädten und Ballungszentren konzentrieren sich die Sprecher, die über so unterschiedliche Muttersprachen wie Xhosa, Zulu, Afrikaans, oder Hindi verfügen. Hier bilden sich derzeit neue, zum Teil gemischte, Formen und Standards des Englischen heraus.
Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht die Dokumentation und Analyse entsprechender Gespräche in Townships, in Schulen, an Universitäten und an zahlreichen Arbeitsstätten. Ziel der Untersuchungen ist es, sprachliche Formen und Strategien der Identitätskonstruktion in Form eines Korpus von Audiodaten und Transkripten zu dokumentieren. Die Ergebnisse sollen abschließend für die Fremdsprachenausbildung sowie für die Sprachenpolitik in Südafrika nutzbar gemacht werden.
Im Rahmen des Projektes werden an der Universität Erfurt Stellen für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie für eine wissenschaftliche Hilfskraft geschaffen. Gleichzeitig wird aus den zur Verfügung stehenden Geldern eine Mitarbeiterin an der University of Cape Town beschäftigt.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema "Interkulturalität" hat die VolkswagenStiftung seit Beginn der 1990er Jahre intensiv gefördert. Die Förderinitiative "Konstruktionen des 'Fremden' und des 'Eigenen': Prozesse interkultureller Abgrenzung, Vermittlung und Identitätsbildung" der VolkswagenStiftung unterstützte insbesondere die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Einfluss des unter dem Schlagwort "Globalisierung" diskutierten Strukturwandels auf Identitätsbildungen im interkulturellen Kontext. In diesem Jahr hat die Stiftung letztmalig acht Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt 1,9 Mio. Euro bewilligt.

Weitere Informationen/ Kontakt:
Dr. Christiane Meierkord Tel.: 0361-7374322
E-Mail: christiane.meierkord@uni-erfurt.de
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