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Demenzforschung: Prof. Dr. med. Agnes Flöel erhält Pette-Preis 2012 der DGN

30.10.2012 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Als eine der erfolgreichsten und vielversprechendsten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Klinikerinnen in der deutschen Neurologie wurde Prof. Dr. med. Agnes Flöel, Berlin, mit dem Pette-Preis 2012 geehrt. Sie erhielt diese Auszeichnung am 27. September 2012 auf dem 85. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) für ihre herausragende wissenschaftliche Tätigkeit bei der Erforschung der Krankheiten des Nervensystems. Laudator Prof. Dr. med. Dr. h.c. Erich Bernd Ringelstein, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, Münster, lobte die wissenschaftlichen Glanzleistungen von Professor Flöel, die für die deutsche Neurologie auch international Renommee bedeuten. Die Neurologin beschäftigt sich mit den kognitiven Prozessen bei Demenzen und hat zum Beispiel nachgewiesen, dass eine Hirnstimulation bei älteren Patienten und Schlaganfallpatienten deren Lernen verbessert. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde von der DGN zur Erinnerung an Heinrich Pette (1887-1964) gestiftet und wird seit 1969 jährlich verliehen.

Laudatio von Professor Ringelstein

Frau Flöel begann ihre wissenschaftliche Laufbahn im Juni 1999 als AIP, dann ab Dezember 2000 als Assistenzärztin in Münster, wo sie sich sehr rasch der wissenschaftlich hoch aktiven Gruppe Functional Imaging unter der Leitung von Prof. Stefan Knecht anschloss. Dort hat sie sich sehr engagiert in die Grundlagen der bildgebenden Verfahren der Neurologie eingearbeitet. Einige Monate später absolvierte sie bereits einen ersten kurzen Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston im Labor von Alvaro Pascual Leone, wo sie die Technik der transkraniellen Magnetstimulation erlernte und anschließend in Münster anwandte. Wissenschaftlich bearbeitete sie die Mechanismen der Speicherung und des Abrufs episodischen Gedächtnismaterials.

Es folgte ein Forschungsaufenthalt ab 2002 an den National Institutes of Health in den USA bei Leonardo Cohen. Dort untersuchte sie als Forschungsstipendiatin Interaktionen verschiedener kortikaler Funktionen in Abhängigkeit von fokalen Hirnschäden und Alterungsprozessen. Ein besonders erfolgreiches Projekt war der Nachweis, dass früh erblindete Menschen ihren visuellen Kortex zur Sprachverarbeitung benutzen (sogenannte cross-modale Plastizität). Frau Flöel konnte diese Erkenntnisse 2004 in einer Arbeit in Nature Neuroscience veröffentlichen.

Frau Flöel kehrte nach Münster zurück, wo sie eine eigene Arbeitsgruppe etablieren konnte, die DFG-gefördert war. Parallel dazu setzte sie ihre klinische Ausbildung fort. Diese besondere Herausforderung, der sogenannte Spagat, wurde von ihr hervorragend gemeistert. Bereits 2007 wurde sie als vielversprechende Nachwuchswissenschaftlerin in das Junge Kolleg der Akademie der Wissenschaften NRW gewählt. Sie absolvierte 2007 die Facharztprüfung für Neurologie und konnte sich 2008 mit der Unterstützung durch das Lise-Meitner-Stipendium NRW habilitieren mit dem Thema Variabilität der Organisation höherer kognitiver Funktionen/Verbesserung von Lernen und Gedächtnisbildung im alternden Gehirn und nach Hirnschädigung. 2008 wurde sie Oberärztin in meiner Klinik. In den folgenden Jahren erhielt sie eine größere Projektförderung durch das IZKF der Universität Münster.

In diesen Jahren hatte sie sich thematisch weiterentwickelt und beschäftigte sich jetzt vor allem mit Wiedererlernen und neuem Lernen besonderer Skills sowie mit der Frage, ob das Lernen endogen oder exogen gefördert werden kann.
Eine wichtige Arbeit zu diesem Thema konnte sie 2010 in Neuroimage publizieren, wo sie zeigen konnte (nach dem Motto Lauf ich schneller, bin ich heller), dass endogene Lernverbesserung durch gezielte Sportinteraktionen gelingt.

Eine weitere, sehr bemerkenswerte Arbeit ist die zur Kalorienrestriktion, eine Arbeit, die ihre Mitarbeiterin Frau Dr. Witte in PNAS 2009 publizierte. In dieser extrem aufwändigen Arbeit konnte gezeigt werden, dass eine über drei Monate durchgeführte, systematische Kalorienrestriktion um 1/3 der üblichen Nahrungsaufnahme eine dramatische Verbesserung der Lernleistung für verbales Material zur Folge hat.

Am 31. März 2009 erhielt Frau Flöel einen Ruf auf eine W2-Stelle nach Berlin, dem sie auch folgte. Sie leitet seit 2009 in Berlin die Arbeitsgruppe Kognition, Altern und Neurorehabilitation und arbeitet zusätzlich als Oberärztin in der Allgemeinen Neurologie mit dem Schwerpunkt Neurodegenerative Erkrankungen. Basierend auf den Erfolgen in Münster und deren Nachhalleffekten in der von ihr geleiteten Berliner Arbeitsgruppe gelang ihr 2011 eine weitere wichtige Arbeit, in der sie nachweisen konnte, dass auch bei alten Menschen eine Verbesserung des Lernens durch nichtinvasive Hirnstimulation möglich ist, publiziert 2011 in Neurobiology of Aging. Das Gleiche konnte sie auch bei Patienten nach Schlaganfall nachweisen. Dies wurde 2011 von Frau Flöel in Stroke publiziert.

In Berlin hat sich Frau Flöel neue Möglichkeiten weiterer erfolgreicher wissenschaftlicher Arbeit eröffnet, insbesondere durch die Einbindung in die großen Forschungsverbünde Center of Stroke Research Berlin und NeuroCure Cluster of Excellence.

Frau Flöel möchte in Zukunft vor allem die Interaktion der neurodegenerativen Erkrankungen mit den vaskulär bedingten Hirnerkrankungen untersuchen und diese Interaktion genauer definieren. Das ist sehr begrüßenswert, weil in diesen Erkenntnissen zurzeit die größte Chance liegt, neurodegenerative Erkrankungen zurückzudrängen, zu verzögern oder sogar zu bekämpfen.

Mit der Verleihung des Pette-Preises an Professor Flöel wird eine der erfolgreichsten und vielversprechendsten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Klinikerinnen in der deutschen Neurologie geehrt nicht nur für die bereits erbrachte Leistung, die für die deutschen Neurologie auch international Renommee bedeutet, sondern auch als Ansporn für die jungen Kolleginnen und für weitere wissenschaftliche Glanzleistungen.

Frau Flöel hat sich neben dieser Bilderbuchkarriere in der klinischen und wissenschaftlichen Neurologie auch als Mutter von inzwischen zwei Kleinkindern etabliert, was sicher die größte Leistung ist.

Bildmaterial kann bei der Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie bestellt oder auf http://www.dgn.org/presse heruntergeladen werden.

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
c/o albertZWEI media GmbH, Englmannstraße 2, 81673 München
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Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 7300 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.
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Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen function fbs_click() {u=location.href;t=document.title;window.open('http://www.facebook.com/sharer.php?u='+encodeURIComponent(u)+'&t='+encodeURIComponent(t),'sharer','toolbar=0,status=0,width=626,height=436');return false;} html .fb_share_link { padding:2px 0 0 20px; height:16px; background:url(http://static.ak.faceb
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