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Tremor und Tiefenhirnstimulation: Max Nonne-Gedenkmünze der DGN für Professor Günther Deuschl

30.10.2012 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat Prof. Dr. med. Günther Deuschl, Direktor der Klinik für Neurologie an der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel, mit der Max Nonne-Gedenkmünze geehrt. Er erhielt die Auszeichnung am 27. September 2012 auf dem 85. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Hamburg als vorbildlicher Kliniker und klinischer Lehrer, der mit seinen wissenschaftlichen Leistungen auf herausragende Weise die Neurologie vertritt. Die nach dem großen Neurologen Max Nonne (1861-1959) benannte Gedenkmünze wird alle zwei Jahre an einen Kliniker der Neurologie verliehen. Die Laudatio hielt der 1. Vorsitzende der DGN, Prof. Dr. med. Dr. h.c. W. H. Oertel. Laudatio von Prof. Dr. med. Dr. h.c. W. H. Oertel

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie ehrt Herrn Prof. Dr. med. Günther Deuschl mit der Max Nonne-Gedenkmünze. Als vorbildlicher Kliniker und klinischer Lehrer vertritt er mit seinen wissenschaftlichen Leistungen auf herausragende Weise die Neurologie.

Günther Deuschl ist ein Visionär. Er hat viele Dinge in der DGN angestoßen, auf die wir aufbauen und von denen wir profitieren. Er ist eine absolut integre Persönlichkeit, er ist ein warmherziger, liebevoller Familienvater, immer bereit zu einem Rat für Kolleginnen und Kollegen, er ist ein hochgeschätzter Arzt und ein guter Freund.

Wir danken ihm für seinen unermüdlichen und uneigennützigen Einsatz für unsere Gesellschaft und für die Neurologie in Deutschland.

Günther Deuschl wurde am 4. August 1950 geboren. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seine akademische Ausbildung begann 1969 mit dem Studium der Mathematik, Politik und Geographie an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Nach erfolgreichem Abschluss dieser drei Studien begann er 1974, ebenfalls an der Universität München, das Studium der Humanmedizin, das er 1980 mit dem medizinischen Staatsexamen und der Approbation abschloss. Er wurde während des Studiums von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert.

Von 1980 bis 1986 absolvierte er seine Facharztausbildung: zunächst unter der Leitung von Prof. Dr. med. A. Struppler und Prof. Dr. med. C.-H. Lücking (leitender Oberarzt) an der Neurologischen Klinik der Technischen Universität München. 1981 folgte er Prof. Dr. med. C.-H. Lücking nach Freiburg, wo er nach seinem Facharztabschluss als leitender Oberarzt tätig war. Es folgte 1988 die Habilitation für Neurologie und klinische Neurophysiologie über das Thema Die Pathophysiologie und klinische Bedeutung von elektrisch ausgelösten Handmuskelreflexen. 1991 arbeitete er im Rahmen eines Forschungsaufenthalte an den National Institutes of Health in Bethesda, U.S.A., bei Prof. Dr. med. M. Hallett. 1994 wurde er zum außerplanmäßigen Professor für Neurologie und klinische Neurophysiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg ernannt. Ein Jahr später erfolgte die Berufung zum ordentlichen Professor für Neurologie und Direktor der Klinik für Neurologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Kiel.

Seine klinischen Qualifikationen umfassen den Facharzt für Neurologie, die spezielle neurologische Intensivmedizin, die Geriatrie in der Neurologie, Laboruntersuchungen in der Neurologie und die Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie. Er besitzt die Ausbildungsberechtigung für klinische Neurophysiologie, EEG, EMG und evozierte Potenziale.

National und international gilt er als einer der weltweit führenden Tremor-Experten wenn nicht sogar als der Experte. In diesem Bereich hat er mehr als 100 Artikel zur Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie veröffentlicht, darunter mehrere Citation-Klassiker.

Gleichzeitig gilt Günther Deuschl als der führende Neurologe für die Tiefenhirnstimulation (THS) bei der Indikation Parkinson-Krankheit. Als herausragende Leistungen sind zwei THS-Studien zu nennen: Zunächst plante und führte er im Rahmen des Kompetenznetzes Parkinson die erste multizentrische randomisierte prospektive Studie über den Effekt der Tiefenhirnstimulation im Vergleich zur bestmöglichen Pharmakotherapie auf die Lebensqualität und die motorischen Symptome bei Parkinson-Patienten durch. Diese Arbeit gilt heute als der Goldstandard für die Behandlung der fortgeschrittenen Parkinson-Patienten mit der Nucleus-subthalamicus-Stimulation. Noch bedeutender dürfte die in Kürze erscheinende Studie EARLY-STIM sein, die in Kooperation mit den französischen Kollegen von Günther Deuschl geplant und erfolgreich abgeschlossen wurde. Sie untersucht zum ersten Mal systematisch im oben genannten Studiendesign in einem relativ frühen, mit wenigen motorischen Komplikationen behafteten Stadium der Parkinson-Krankheit den Effekt der Tiefenhirnstimulation auf die Lebensqualität sowie auf motorische und nichtmotorische Symptome. In Zusammenhang mit diesen wissenschaftlichen und klinischen Aktivitäten leitet er eines der weltweit größten Ausbildungszentren für Tiefenhirnstimulationen.

Seine Publikationsleistung umfasst 380 Artikel. Er besitzt einen Hirschfaktor von 58 und er ist einer der ganz wenigen deutschen Neurologen, den The Lancet Neurology im Jahr 2011 mit einem eigenen Porträt würdigte.

Zu seinen stillen Leistungen zählt die Erstellung der S3-Demenz-Leitlinie einer der entscheidenden Leitlinien für unser Fach zusammen mit der DGPPN. Ebenso hat er sich für die interdisziplinäre Betreuung von Patienten in der Zentralen Notaufnahme im Rahmen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensivmedizin engagiert. Ihm ist es wesentlich zu verdanken, dass die Neurologie in den Zentralen Notaufnahmen sichtbar ist.

Günther Deuschl war von 2007 bis 2008 Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Ihm ist es zuzuschreiben, dass die DGN sich vor einigen Jahren wieder dem Thema Geriatrie zuwandte. Er hat damit eine der Entwicklungen angestoßen, die unser Fach mittlerweile außerordentlich prägen.

Er hat das von Professor Diener initiierte Vorhaben, die Geschäftsstelle nach Berlin zu verlagern, umgesetzt und zusammen mit dem damaligen Geschäftsführer Prof. Dr. med. O. Busse die DGN neuropolitisch, berufs- und gesundheitspolitisch in Berlin verankert. Zusammen mit Prof. Dr. med. D. Kömpf gab er im Jahr 2007 die Festschrift 100 Jahre DGN als Buch heraus. Darüber hinaus hat er entschieden, die Öffentlichkeitsarbeit der DGN mit der Agentur albertZWEI voranzubringen und zu stärken. Günther Deuschl ist langjähriger Vorstand des Beirats der Deutschen Parkinson Gesellschaft gewesen.

In den Jahren 2006 bis 2010 war er gleichzeitig Mitherausgeber der Zeitschrift Movement Disorders Journal eine Herkulesarbeit und ich kann immer noch nicht nachvollziehen, wie ein einzelner Mensch alle diese Leistungen und Belastungen gleichzeitig erfolgreich absolvieren konnte.

Eine weitere Krönung seiner internationalen Anerkennung ist die im Jahr 2011 angetretene Präsidentschaft der International Movement Disorders Society. Er ist damit der erste deutsche Neurologe, der diese äußerst erfolgreiche Gesellschaft leitet.

Neben diesen umfangreichen klinischen Tätigkeiten und Qualifikationen plante er zusammen mit Prof. Dr. med. C.-H. Lücking das Neurozentrum in Freiburg. Nach seiner Berufung nach Kiel war er erneut für die Baumaßnahmen des Neurozentrums in Kiel verantwortlich. Dieses rundum gelungene Gebäude beherbergt neben der Klinik für Neurologie die Klinik für Neurochirurgie, die Klinik für Anästhesie und die Neuroradiologische Abteilung.


An Forschungsförderung sind neben vielen Einzelprojekten insbesondere mehrere Großförderungen zu nennen, so die Teilnahme am Kompetenznetzwerk Parkinson von 1999 bis 2008, die Förderung der Erforschung der Generatoren des Tremors zusammen mit Herrn Dr. med. J. Raethjen sowie gemeinsam mit Hamburg und Lübeck die Förderung Neuroimage Nord der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Weiterhin ist die große POPGEN-Studie in Schleswig-Holstein ge
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