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Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der DGN an Professor Otto Busse und Professor Detlef Kömpf

30.10.2012 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat Prof. Dr. med. Otto Busse, Berlin, und Prof. Dr. med. Detlef Kömpf, Lübeck, mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt. Die Auszeichnungen wurden am 27. September 2012 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zum 85. Kongress der DGN in Hamburg verliehen. Laudatoren waren Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen, und Prof. Dr. med. Bernhard Neundörfer, Nürnberg. Professor Busse, ehemals Chefarzt der Neurologie im Klinikum Minden und seit 2010 Generalsekretär der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin, baute 2005 die Geschäftsstelle der DGN in Berlin auf und war bis 2009 erster hauptamtlicher Geschäftsführer der DGN.

Professor Kömpf, ehemals Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Lübeck, vertritt die Interessen der deutschen Neurologie auf europäischer Ebene und ist seit 2010 Generalsekretär der European Federation of Neurological Societies. Für die DGN koordinierte er unter anderem den Jubiläumsband zur 100-jährigen Geschichte der Neurologie.

Laudatio von Prof. Dr. med. H.-C. Diener für Prof. Dr. med. O. Busse

Herr Prof. Dr. med. Otto Busse hat sich in ganz besonderer Weise für die Deutsche Neurologie, für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie, für die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und für die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin verdient gemacht.

Otto Busse hat in Marburg, Hamburg, Wien und Heidelberg Medizin studiert. Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr hat er seine Weiterbildung zum Neurologen in Dortmund, Heidelberg und Hannover absolviert. Nach der Tätigkeit als leitender Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik in Gießen wurde Herr Busse Chefarzt der Neurologie im Klinikum Minden.

Otto Busse leitete viele Jahre die Kommission Weiterbildung der DGN und scheiterte wie seine Vorgänger und Nachfolger bei dem Versuch, die Rotation in die Psychiatrie fakultativ zu gestalten.

Zwischen 2005 und 2009 war er Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und Vorstandssprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. Seit 2010 ist er Generalsekretär der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin.

2004 beschloss der damalige Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Neurologie die Gesellschaft zu professionalisieren und eine Geschäftsstelle mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer einzurichten. Nach kurzer Diskussion bestand Einigkeit, dass Otto Busse der geeignetste Kandidat für eine solche Tätigkeit sei. Er begann diese Tätigkeit im Jahr 2005 und baute dann anschließend die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Berlin auf. Otto Busse vereint in sich alle Eigenschaften, die ein erfolgreicher Geschäftsführer einer wissenschaftlichen Gesellschaft benötigt. Er kennt die klinische Neurologie in- und auswendig, er ist mit den Belangen der Wissenschaft in der Neurologie vertraut, hat das nötige Durchsetzungsvermögen, um neue Konzepte umzusetzen, und ist kritisch genug, um Fehlentwicklungen und nicht funktionelle Konzepte zu identifizieren und zu ändern. Ohne Otto Busse wäre die Deutsche Gesellschaft für Neurologie nicht so gut politisch und administrativ aufgestellt, wie sie es heute ist.

Der Übergang von einer eher fern der Berufspolitik ausgerichteten wissenschaftlichen Gesellschaft zu einer schlagfertigen Fachgesellschaft, die auch in der Gesundheits- und Medizinpolitik Gehör findet, ist Otto Busse zu verdanken.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie würdigt seine herausragenden Verdienste mit der Ehrenmitgliedschaft.

Laudatio von Prof. Dr. med. B. Neundörfer für Prof. Dr. med. D. Kömpf

Herr Kömpf ist in Säckingen, einem Städtchen am Rande des Schwarzwaldes groß geworden und hat in Heidelberg Medizin studiert. Seine Neurologische Ausbildung genoss er an der Neurologischen Klinik der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg unter Otto Hallen, einem Schüler von Paul Vogel und somit im weiteren Sinne auch von Viktor von Weizsäcker.

Hallens Ausrichtung war v.a. klinisch orientiert, was auch zweifelsohne Herrn Kömpf in seiner weiteren wissenschaftlichen Karriere geprägt hat. Hallen war es dann auch, der es Herrn Kömpf ermöglichte, ein Jahr in New York bei dem damals weltweit bedeutendsten Neuroophthalmologen Bender tierexperimentell zu arbeiten, wobei ihm durch Läsionsversuche am Affen gelang, den Ort, der die vertikalen Augenbewegungen generiert, zu identifizieren. Herr Kömpf verstand es dann später in Lübeck, einen Kreis von Mitarbeitern zu motivieren, mit ihm auf dem Gebiet der Neuroophthalmologie erfolgreich weiterzuarbeiten, was Lübeck zu einem national und international anerkannten Forschungszentrum dieses Teilbereiches der Neurologie gemacht hat. Über 100 Publikationen aus diesem Gebiet und zwei Lehrbücher sind ein Zeugnis dafür.

Herr Kömpf zeichnet sich somit v.a. dadurch aus, dass er nicht im derzeitigen Mainstream der deutschen Neurologie sprich: Schlaganfall, M. Parkinson und MS geschwommen ist, sondern sich einem Teilbereich der Neurologie zugewandt hat, der eher ein Randgebiet darstellt und dennoch hohe wissenschaftlich Ansprüche stellt. Er zeigt mit dieser neurowissenschaftlichen Ausrichtung exemplarisch auf, dass die Neurologie ein ungemein buntes und intellektuell anspruchsvolles Fach ist, das viel mehr Teilbereiche umfasst, als dies häufig in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Sie reicht u.a. von der Neuropsychologie bis zur Myologie, von der Epileptologie, der Algesiologie bis zur Neurologie des peripheren Nervensystems. All diese Aspekte werden auch in dem von Herrn Kömpf redigierten und koordinierten Jubiläumsband zur 100-jährigen Geschichte der Neurologie in Deutschland gebührend gewürdigt. Dieser ist so hervorragend gelungen, dass die DGN diese Tatsache mit zum Anlass nahm, Herrn Kömpf zum Ehrenmitglied zu ernennen.

Nach der Mannheimer Zeit folgte Herr Kömpf 1979 als leitender Oberarzt B. Neundörfer nach Lübeck, wo er Erfahrungen im Aufbau einer Neurologischen Universitätsklinik sammeln konnte. Nach einem kurzen Zwischenspiel im Zusammenhang mit einer weiteren Berufung von B. Neundörfer nach Erlangen erhielt Kömpf dann den Ruf zurück nach Lübeck, wo er von 1987 bis 2010 den Lehrstuhl für Neurologie innehatte.

Herr Kömpf betätigte sich auch auf dem internationalen Parkett erfolgreich und ist seit 2010 Generalsekretär der European Federation of Neurological Societies, der an entscheidender Stelle die Fusion der beiden Europäischen Neurologischen Fachgesellschaften zu vollziehen hat.

Herr Kömpf ist nicht nur ein exzellenter Forscher, sondern entsprechend dem Vorbild seiner Lehrer O. Hallen und B. Neundörfer, ein begeisterter und stets am Patientenwohl orientierter Kliniker. Seine organisatorischen und mediatorischen Talente konnte er darüber hinaus als Klinischer Direktor des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, d.h. der Kliniken in Kiel und Lübeck, unter Beweis stellen.

Bildmaterial kann bei der Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie bestellt oder auf http://www.dgn.org/presse heruntergeladen werden.

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
c/o albertZWEI media GmbH, Englmannstraße 2, 81673 München

Tel.: +49 (0)89-461486-22, Fax: +49 (0)89-461486-25
E-Mail: presse@dgn.org

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 7300 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.
http://www.dgn.org
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