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Deutsche Krebshilfe fordert Kostenübernahme

31.10.2003 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Verbundprojekt "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs" erfolgreich

Bonn (ct) - Seit 1996 sind in den 12 universitären Zentren des Verbundprojektes "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs" der Deutschen Krebshilfe über 7.000 Familien beraten und mehr als 3.000 Gentests durchgeführt worden. Nun läuft die Finanzierung aus. "Der Erfolg des Projektes zeigt, dass großer Handlungsbedarf besteht", sagte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, am 30. Oktober 2003 bei einer Pressekonferenz in Köln. Er fordert daher die Übernahme des Beratungs- und Betreuungskonzeptes in die Regelversorgung: "Maßnahmen, die nachweislich die Patientenversorgung verbessern, müssen von den Krankenkassen finanziert werden", so Nettekoven.

In manchen Familien ist Brustkrebs wie ein Fluch: Er betrifft jede Generation, und schon junge Frauen fallen ihm zum Opfer. Von den 46.000 Frauen, die jährlich allein in Deutschland an Brustkrebs erkranken, sind fünf bis zehn Prozent erblich vorbelastet. Um Risikofamilien helfen zu können, fördert die Deutsche Krebshilfe seit 1996 bundesweit zwölf universitäre Zentren. Die Ergebnisse dieses Verbundprojektes sind beachtlich: Über 7.000 Familien wurden bislang beraten, bei über 3.000 Personen wurde eine molekulargenetische Analyse durchgeführt, und in 1.000 Familien konnten Gen-Veränderungen nachgewiesen werden. Über 2.000 Frauen aus diesen Familien werden mittlerweile in einem intensiven Früherkennungsprogramm betreut, um mögliche Tumoren bei ihnen frühzeitig entdecken und heilen zu können.

"Unsere Ergebnisse belegen, dass das Beratungs- und Betreuungskonzept effektiv ist. Bei Frauen mit erhöhtem Risiko können wir Tumoren verhüten beziehungsweise früh erkennen", sagte Frau Professor Dr. Rita K. Schmutzler, Leiterin des Zentrums "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs" Köln/Bonn auf der Pressekonferenz. Die Ergebnisse des Verbundprojektes und neue wissenschaftliche Fragestellungen, die sich daraus ergeben, stehen im Mittelpunkt eines Symposiums am 31. Oktober und 1. November 2003 in der Dr. Mildred Scheel Akademie in Köln.

"Die Finanzierung des Verbundprojektes "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs" ist bis Ende 2004 gesichert", sagte Nettekoven in Köln. Der Deutschen Krebshilfe sei es aber nicht möglich, Dauerfinanzierungen zu übernehmen. Daher müsse die Betreuung nun Regelleistung der Krankenkassen werden.

Ziel der klinischen Verbundprojekte der Deutschen Krebshilfe ist es, durch eine mehrjährige engagierte Zusammenarbeit kompetenter Arbeitsgruppen neue Standards in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge zu erarbeiten und allgemein verfügbar zu machen. Dabei will die Deutsche Krebshilfe verschiedene medizinische Fachdisziplinen zusammen führen, damit krebskranke Menschen umfassend betreut werden. Weitere erfolgreiche klinische Verbundprojekte hat die Deutsche Krebshilfe zu den Themen "Familiärer Darmkrebs" und "Bauchspeicheldrüsenkrebs" initiiert.


Infokasten: Brustkrebs
Jährlich erkranken in Deutschland 46.000 Frauen neu an Brustkrebs- 19.000 im Alter unter 60 Jahren. Brustkrebs ist damit die häufigste Krebsart der Frau: jede 10. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Allein im letzten Jahr starben rund 19.000 Frauen an den Folgen einer Brustkrebserkrankung. Etwa 5 bis 10 Prozent aller bösartigen Brusttumoren sind erblich bedingt. Verantwortlich dafür sind Veränderungen (Mutationen) in den "Brustkrebsgenen" BRCA 1 und BRCA 2 (die Abkürzung bedeutet breast-cancer, das englische Wort für Brustkrebs), die über die Keimbahn (Ei- oder Samenzelle) an die Nachkommen weitergegeben werden. Steht die Diagnose Brustkrebs fest, so ist in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff notwendig. Im Anschluss bestrahlen die Ärzte die Brust, um die bei einer Operation nicht entfernten Krebszellen zu vernichten. In bestimmten Fällen wenden sie ergänzend eine Chemo- oder Hormontherapie an. Wird ein Tumor im Frühstadium erkannt, so liegt die Heilungschance bei über 90 Prozent.


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