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Mit natürlichen Schädlingsbekämpfern den Einsatz von Insektiziden reduzieren

31.10.2003 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Spinnen und Schlupfwespen verringern beim Winterweizen den Befall mit Blattläusen, dem größten Schädling dieser Getreideart. Als natürliche Schädlingsbekämpfer sollte das Vorkommen dieser "Nützlinge" auf landwirtschaftlichen Flächen gefördert werden, so durch den sparsamen Einsatz oder den Verzicht auf Insektizide und den Erhalt strukturreicher Landschaften mit Hecken, Brachen und Grünland. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fachgebietes Agrarökologie der Universität Göttingen.

Pressemitteilung
Göttingen, 30. Oktober 2003 / Nr. 260/2003

Mit natürlichen Schädlingsbekämpfern den Einsatz von Insektiziden reduzieren
Studie der Göttinger Agrarökologen: "Nützlinge" reduzieren den Blattlausbefall im Winterweizen

(pug) Spinnen und Schlupfwespen verringern beim Winterweizen den Befall mit Blattläusen, dem größten Schädling dieser Getreideart. Als natürliche Schädlingsbekämpfer sollte das Vorkommen dieser "Nützlinge" auf landwirtschaftlichen Flächen gefördert werden, so durch den sparsamen Einsatz oder den Verzicht auf Insektizide und den Erhalt strukturreicher Landschaften mit Hecken, Brachen und Grünland. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fachgebietes Agrarökologie der Universität Göttingen. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Biologie-Reihe der renommierten Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society of London" veröffentlicht. Die Untersuchung war Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Programms "Biodiversity and Global Change".

Bei den Freilandexperimenten auf dem Versuchsgut Reinshof wurden die natürlichen Feinde der Blattlaus unter kontrollierten Bedingungen ausgeschlossen. Anschließend erfassten die Göttinger Agrarwissenschaftler den Schädlingsbefall. "Ein besseres Verständnis der natürlichen Regulation kann dazu beitragen, weniger Insektizide gegen Schädlinge einzusetzen und damit nicht nur die Belastungen für die Umwelt, sondern auch die Produktionskosten für die Landwirtschaft zu verringern", so Martin Schmidt, der die Untersuchung leitete. Wie der Agrarökologe weiter erläutert, ergänzen sich die verschiedenen Gruppen der Blattlausfeinde in ihrem Kampf gegen den Schädling. "Das ist nicht immer der Fall, da sich andere Nützlingsarten mitunter gegenseitig fressen."

Auf den insgesamt 96 Parzellen der vier Versuchsfelder, zwei davon ökologisch und zwei konventionell bewirtschaftet, wurden zum einen die bodenlebenden Feinde wie Spinnen und zum anderen die fliegenden Feinde wie Schlupfwespen entfernt. In einer dritten Variante schlossen die Wissenschaftler beide Gruppe aus. Das Auftreten der Schädlinge wurde mit den Parzellen verglichen, auf denen alle Feinde der Blattlaus belassen worden waren. Martin Schmidt: "Bei Versuchsende war der Blattlausbefall im Winterweizen um 18 Prozent höher, wenn die bodenlebenden Feinde entzogen wurden, um 70 Prozent erhöht, wenn die fliegenden Feinde fehlten, und lag sogar bei 172 Prozent, war also knapp dreimal so hoch, wenn alle Nützlinge entfernt worden waren." In einer weiteren Studie untersuchen die Göttinger Forscher derzeit, inwieweit speziell der ökologische Landbau die Nützlinge und damit die natürliche Schädlingsbekämpfung fördert.

Kontaktadresse:

Martin Schmidt
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agarwissenschaften, Fachgebiet Agrarökologie
Waldweg 26, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-2358, Fax (0551) 39-8806
e-mail: m.schmidt@uaoe.gwdg.de, Internet: http://wwwuser.gwdg.de/~uaoe/
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