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Ungarn-Tagebuch eines halleschen Studenten veröffentlicht

19.11.2012 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Der hallesche Philologie-Student Julius Arndt arbeitete in den Jahren 1844 bis 1846 in einer ungarischen Adelsfamilie in Siebenbürgen. Er hinterließ beeindruckende, authentische Schilderungen. Sein Tagebuch hat die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt nun im 94. Band ihrer Reihe Schriften zum Bibliotheks- und Büchereiwesen in Sachsen-Anhalt herausgegeben. Die handschriftlichen Überlieferungen bereitete eine Nachfahrin Arndts gemeinsam mit einer Rechtshistorikerin für die Publikation auf. Julius Arndt wurde 1823 in Capelle bei Radegast geboren, er starb 1871. Er entstammt einer Pastorenfamilie, zu deren Vorfahren auch Johannes Arndt (1555 - 1621) zählte, der als Verfasser des bedeutenden und populären protestantischen Erbauungsbuchs Vier Bücher vom wahren Christentum" (1605 ff.) hervorgetreten ist.

Nachdem Julius Arndt das Gymnasium Francisceum in Zerbst besucht hatte, legte er am Königlichen Pädagogium in Halle sein Abitur ab und studierte anschließend an der Friedrichs-Universität in Halle. Kommilitonen von ihm waren Ungarn, die in Deutschland studierten. Die Freundschaft mit diesen Studenten ließ auch Julius den Entschluss fassen, für zwei Jahre als Erzieher und Hauslehrer nach Siebenbürgen zu gehen. Im Mai 1844 reiste er mit ungarischen Freunden nach Klausenburg. Über diesen Aufenthalt hinterließ Julius Arndt ein Tagebuch.

In seinem Tagebuch berichtet Arndt in authentischen Schilderungen vom Familienleben im Hause von Zeyk und von den verwandten und bekannten Familien Teleky, Bethlen, Raday, Tisza, Vay, Toroczkay, Kemény, Ugron, Kendöfi, Pallfy, Banffy und Mickó. Die Aufzeichnungen vermitteln einen direkten Einblick in das Leben der ungarischen Adelsfamilien, aber auch Schilderungen des Landes und seiner Bewohner im 19. Jahrhundert. Weiter enthält das Tagebuch detaillierte Beschreibungen über wunderschöne Wanderungen und Fahrten durch Siebenbürgen.

Das Original des Tagebuchs wird in der Handschriftenabteilung der ULB Sachsen-Anhalt aufbewahrt. Es wurde der Bibliothek im Jahre 1930 von seinen Erben geschenkt. Für die Publikation wurden die handschriftlichen Überlieferungen übertragen von Elsa Arndt, deren Urgroßvater der Bruder Julius Arndts war, und Liselotte Jelowik. Der Band enthält außerdem eine Biographie zu Julius Arndt sowie weitere Briefe des Verfassers.

Das Buch kann bezogen werden über die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt unter der folgenden Adresse:
http://bibliothek.uni-halle.de/shop/schriften/

Publikation:
Julius Arndt: Ungarn. Tagebuch 1844 - 1846, unter Hinzufügung einer kurzen Biographie und einiger Briefe übertragen von Elsa Arndt und Lieselotte Jelowik. Halle (Saale): Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2012, 207 S., lll. (Schriften zum Bibliotheks- und Büchereiwesen in Sachsen-Anhalt ; 94), ISBN 978-3-86829-522-1, 24,80 Euro function fbs_click() {u=location.href;t=document.title;window.open('http://www.facebook.com/sharer.php?u='+encodeURIComponent(u)+'&t='+encodeURIComponent(t),'sharer','toolbar=0,status=0,width=626,height=436');return false;} html .fb_share_link { padding:2px 0 0 20px; height:16px; background:url(http://static.ak.facebook.com/images/share/facebook_share_icon.gif?6:26981) no-repeat top left; } Share on Facebook


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