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Von intelligenten Alltagsgegenständen und digitalen Weltmodellen

07.11.2003 - (idw) Universität Stuttgart

Eröffnungskolloquium des Sonderforschungsbereichs Nexus

Versehentlich liegengelassene Taschen, die eine Nachricht an das Handy des Besitzers schicken, Autos, die Informationen über Staus erfassen und austauschen, Wohnungen, die erkennen, dass der Bewohner auf dem Heimweg ist und die Temperatur rechtzeitig regeln, Werkzeuge, die ihre Abnutzung an ein Fabrikmanagementsystem melden und Neubeschaffung initiieren - all diese Visionen sind Bestandteil des "Ubiquitous Computing". Alltagsgegenstände werden "intelligent", das heißt sie erfassen ihren Zustand und Informationen über die Umgebung und lassen damit neue, hoch-innovative Anwendungen zu. Werden die durch intelligente Gegenstände erfassten Umgebungsinformationen in ein "digitales Weltmodell" eingespeist, können Anwendungen diese Informationen nutzen. Die Integration und Nutzung dieser Informationen in einem so genannten globalen Umgebungsmodell ist Kern des Anfang 2003 eingerichteten Sonderforschungsbereichs Nexus "Umgebungsmodelle für mobile kontextbezogene Systeme" an der Universität Stuttgart. Am Freitag, den 14. November wird sich der Sonderforschungsbereich bei einem Eröffnungskollquium in seiner inhaltlichen Ausrichtung und seinen wissenschaftlichen Fragestellungen präsentieren.

Vielzahl innovativer Anwendungen
Der Sonderforschungsbereich erforscht Methoden und Konzepte für die Erstellung, Verwaltung und Nutzung von globalen und hoch-detaillierten Umge-bungsmodellen. Solche Umgebungsmodelle bilden die reale Welt in Form von 2D- bis hin zu 3D-Modellen ab und erweitern diese Modelle um digitale Informationen, etwa aus dem WWW oder digitalen Bibliotheken. Die Integration von Sensordaten, beispielsweise von intelligenten Alltagsgegenständen, erlaubt die automatische Erfassung von Zustandsinformationen in der physischen Welt. Eine Vielzahl innovativer Anwendungen in Bereichen des Mobile und Ubiquitous Computing können von solchen Umgebungsmodellen profitieren oder werden erst möglich.

Wichtiger Schwerpunkt in Europa
Der Sonderforschungsbereich, der bei einer Gesamtlaufzeit von zwölf Jahren für zunächst vier Jahre bewilligt wurde, integriert neben einem starken Informatikschwerpunkt auch Forscherinnen und Forscher aus anderen Disziplinen, wie der Photogrammetrie, Technikphilosophie, Elektrotechnik und Fertigungstechnik. Mit über 30 beteiligten Wissenschaftlern, davon sind 21 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert, und einem Fördervolumen von rund sechs Millionen Euro in der ersten Förderperiode von vier Jahren stellt dieser Sonderforschungsbereich einen wichtigen Schwerpunkt in den Zukunftstechnologien "Pervasive" und "Ubiquitous Computing" in Europa dar. Sprecher des Sonderforschungsbereichs ist Prof. Dr. Kurt Rothermel vom Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Universität Stuttgart.

Eröffnungskolloquium und Workshop
Am 14. November findet anlässlich der Einrichtung des Sonderforschungsbereichs ein Eröffnungskolloquium an der Uni Stuttgart statt. Mit Prof. Dr. Jean Pierre Hubaux von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne in der Schweiz konnte ein international renommierter Wissenschaftler für den Festvortrag über "Peer-to-Peer Security in Wireless Ad Hoc Networks" gewonnen werden. Weiterhin wird der Sonderforschungsbereich in seiner inhaltlichen Ausrichtung und den wissenschaftlichen Fragestellungen präsentiert.
Im Anschluss an das Kolloquium wird ein Demonstrator der Nexus-Plattform vorgestellt. Dieser ist in einer von der DFG geförderten Forschergruppe entstanden, die die Grundlage des Sonderforschungsbereichs gebildet hat. Am Nachmittag findet ein Workshop über "Context-Aware Systems" statt, bei dem Gelegenheit besteht, mit Wissenschaftlern über dieses hoch innovative Forschungsgebiet zu diskutieren. Interessierte Medienvertreter/innen sind zum Eröffnungskolloquium und dem Workshop herzlich willkommen.

Zeit: 14.11.: Eröffnungskolloquium 9.30 Uhr - 12.00 Uhr, Workshop 13.30 Uhr - 17.00 Uhr

Ort: Stuttgart-Vaihingen, Fakultät Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Universitätstraße 38

Weitere Informationen über diese Veranstaltung und den Sonderforschungsbereich finden Sie unter

www.nexus.uni-stuttgart.de
www.uni-stuttgart.de/uni-kurier/uk91/forschung/fw63.html sowie bei
Christian Becker vom Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Universität Stuttgart unter Tel. 0711/7816-357, -448, e-mail: becker@informatik.uni-stuttgart.de
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