Strom aus dem Inneren der Erde14.11.2003 - (idw) Fachinformationszentrum Karlsruhe
Erstes geothermisches Kraftwerk in Deutschland
Das bundesweit erste Kraftwerk für geothermischen Strom ist im mecklenburgischen Neustadt-Glewe ans Netz gegangen. Die Anlage soll etwa 500 Haushalte mit Strom versorgen. Das neue Kraftwerk nutzt etwa 98 °C heißes Wasser aus 2.250 Metern Tiefe und erzielt mittels einer ORC-Turbine eine Leistung von 210 kW. Das F&E-Projekt wird mit Mitteln aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung gefördert und soll das technische Verfahren zur Stromgewinnung aus Erdwärme weiterentwickeln. Das neue Projekt-Info "Geothermische Stromerzeugung in Neustadt-Glewe" stellt die Anlage und seine Technik vor. Das Info ist erhältlich bei BINE Informationsdienst, Tel. 0228/9 23 79-0 oder direkt im Internet unter www.bine.info. In Neustadt-Glewe wird bereits seit 1995 Erdwärme für die Versorgung eines Fernwärmenetzes eingesetzt. Das geothermische Heizwerk verfügt über eine Spitzenleistung von 11 MW, davon 4,5 MW geothermisch. Im Sommerhalbjahr kann die reine Wärmeauskopplung jedoch die zur Verfügung stehenden geothermischen Energieressouren nicht vollständig ausnutzen, da der Heizwärmebedarf sinkt und die Nachfrage nach Prozesswärme dies nicht ausgleichen kann. Die geothermische Stromerzeugung bietet sich daher in dieser Zeit als Erweiterung des Anlagenkonzepts an. Die ORC-Turbine ist direkt in den Thermalwasserkreislauf eingebunden. Im Anschluss an die Stromgewinnung wird das noch 70 bis 84 °C warme Wasser wie bisher an das Fernwärmenetz abgegeben. Das geothermische Strompotenzial in Deutschland ist enorm. Mit der heutigen Technik ließe sich ein Potenzial erschließen, das dem 600-fachen des deutschen Jahresstromverbrauchs entspricht. Zudem steht geothermische Energie unabhängig von Jahres- und Tageszeiten zur Verfügung und wäre für den Grundlastbereich der Stromversorgung geeignet. Das geothermische Heizkraftwerk Neustadt-Glewe ist ein wichtiges Pilotvorhaben um Betriebserfahrungen in der geothermischen Stromerzeugung unter den Bedingungen in Deutschland sammeln zu können. Hinweis für Redaktionen: Diesen Pressetext, eine pdf-Datei der Broschüre und eine druckfähige Grafik-Datei des Covers finden Sie unter www.bine.info in unserem Pressebereich. Bitte senden Sie uns bei Verwendung ein Belegexemplar. BINE Informationsdienst Mechenstraße 57 53129 Bonn Paul Feddeck Tel. +49 (0) 228/9 23 79-25 Fax +49 (0) 228/9 23 79-29 E-Mail:presse@bine.info BINE ist ein Informationsdienst der Fachinformationszentrum Karlsruhe GmbH und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) gefördert.
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